Verbraucherumfragen für Konsumprognosen besser nutzen

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Verbraucherumfragen für Konsumprognosen besser nutzen



(pressrelations) - prognosen könnten wesentlich treffsicherer sein, wenn bestehende Umfragen besser ausgewertet würden. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie. Die DIW-Experten Christian Dreger und Konstantin Kholodilin haben einen Frühindikator für den privaten Verbrauch entwickelt, der auf dem Konsumentenvertrauen der Europäischen Kommission basiert. Mit dem neuen Verfahren erhöht sich die Treffsicherheit der Konsumprognose für die großen Euroländer um bis zu 25 Prozent.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum entsprechen mehr als der Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Einkommens. Eine genaue Konsumprognose könnte daher die Vorhersage der wirtschaftlichen Entwicklung entscheidend verbessern. Bestehende umfragebasierte Indikatoren für den privaten Verbrauch wie das Konsumentenvertrauen der Europäischen Kommission haben zwar eine große Medienresonanz, liefern aber schlechte Prognosen. Nach Ansicht der DIW-Ökonomen liegt dies daran, dass die zugrundeliegenden Informationen nicht effizient ausgewertet werden. Die Dynamik des Konsumverhaltens werde damit nicht erfasst. Das Ergebnis ist eine Konsumprognose, die der konjunkturellen Entwicklung eher hinterherläuft. Das ist insbesondere deshalb schade, weil die Informationen des Konsumentenvertrauens ? anders als die amtliche Statistik ? zeitnah zur Verfügung stehen.
Das EU-Konsumentenvertrauen ist eine monatliche Umfrage unter rund 23 000 privaten Haushalten. Mit insgesamt zwölf Fragen werden die Einschätzungen der Verbraucher hinsichtlich finanzieller Lage, allgemeiner Wirtschaftslage, Spartätigkeit und größerer Anschaffungen ermittelt. Dreger und Kholodilin haben nun die Einzelfragen des Konsumentenvertrauens unter anderem nach länderspezifischen Kriterien gewichtet. "Wir haben am Beispiel der Länder Frankreich, Deutschland, Italien sowie den Euroraum insgesamt ermittelt, mit welchen Fragen die besten Prognoseergebnisse erzielt werden", sagte Kholodilin. Das beste Ergebnis: Für Frankreich konnte die Konsumprognose um mehr als 20 Prozent verbessert werden. Bei Deutschland wird dagegen die Genauigkeit der Prognose nur um bis zu 10 Prozent gesteigert. "Für Deutschland sollte man sich insbesondere das Sparverhalten genauer anschauen", interpretiert Dreger die Ergebnisse. Fazit der DIW-Forscher: "Die Konsumverhalten der privaten Haushalte ist innerhalb der Länder des Euroraums sehr heterogen. Länderspezifische Unterschiede sind in Rechnung zu stellen, um bessere Prognosen zu erhalten."




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Datum: 22.07.2011 - 12:01 Uhr
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