NABU: Sachsens Umweltminister will Füttern von Wölfen erlauben
ID: 449019
NABU: Sachsens Umweltminister will Füttern von Wölfen erlauben
Berlin/ Rietschen ? Mit der Übertragung des Wolfes ins Jagdrecht plant der sächsische Umweltminister Frank Kupfer nicht nur den vereinfachten Abschuss der Tiere, sondern auch deren Fütterung. "Wölfe zu füttern ist unsinnig und gefährlich und muss unter allen Umständen unterbleiben", sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Da das sächsische Jagdrecht die Fütterung von Wild in Notzeiten vorschreibt, muss der Wolf von Jägern gefüttert werden, würde er ins Jagdrecht übertragen. "Wir fordern den Umweltminister zu einem klaren Bekenntnis für die international gültigen Grundsätze des Wolfsmanagements und die bestehenden Regeln in Sachsen auf", so Tschimpke. Bis das geschehe, setzt der NABU seine finanzielle Förderung des sächsischen Wolfsmanagments vorerst aus, beginnend mit dem staatlich organisierten Rietschener Wolfstag.
"Wir bedauern diesen Schritt sehr, da der Wolfstag eine langjährige Stütze des Wolfsmanagements in Sachsen ist und seine Organisatoren gute und verlässliche Öffentlichkeitsarbeit leisten. Minister Kupfer muss begreifen, dass er falsch beraten worden ist. Der Wolf im Jagdrecht ist ein Irrweg für Mensch und Natur", so NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Denn würden Wölfe gefüttert, drohe ihre Gewöhnung an den Menschen als Futterquelle, wie bei anderen Wildarten bereits geschehen. Dadurch könnten Wölfe für den Menschen gefährlich werden. Weltweit würde es deswegen abgelehnt, freilebende Wölfe zu füttern.
Der Umgang der vergangenen zehn Jahre in Sachsen mit der Rückkehr des Wolfes sei bislang beispielhaft gewesen, so der NABU. Über 60 beteiligte Verbände und Institutionen ? darunter alle betroffenen Jagdverbände ? haben dem derzeit gültigem Wolfs-Managementplan zugestimmt und damit für eine breite Unterstützung in der Bevölkerung gesorgt.
Für Rückfragen:
Markus Bathen
NABU-Wolfsexperte
Mobil: 0172-645 35 37
Hintergrund:
Wölfe können alle geeigneten Futterquellen nutzen, die für sie leicht erreichbar sind, auch wenn sie nicht natürlich sind. Darunter fallen neben dem Erbeuten von ungeschützten Nutztieren (vor allem Schafe, Ziegen und Gehegewild) auch leicht zugängliche Fleischabfälle und gezielte Fütterungen. Im Fall eines dauerhaften Angebotes solcher Futterquellen kann eine Gewöhnung und letztlich eine Spezialisierung der Wölfe auf dieses Futter erfolgen. Auffälliges Verhalten der Wölfe kann ebenso die Folge sein wie ein aufgrund geringer Fluchtdistanzen erhöhtes Risiko für den Menschen. Daher muss mit drastischen Maßnahmen zur Entwöhnung vom Futter bis hin zum Abschuss einzelner Tiere reagiert werden.
Eine Fütterung von Wölfen muss daher unter allen Umständen unterbleiben. Andere durch den Menschen geschaffene Futterquellen sind unter allen Umständen zu vermeiden, schwer zugänglich zu machen oder zu entfernen.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722,
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Karin Deckenbach, Britta Hennigs, Jasmin Singgih
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 449019
Anzahl Zeichen: 3474
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 358 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Sachsens Umweltminister will Füttern von Wölfen erlauben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU - Naturschutzbund Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Miller: Forderung nach Abschaffung des Verbandsklagerechts ist billiges Mittel Berlin - Der NABU beurteilt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, das Verbandsklagerecht einzuschränken oder gar abzuschaffen, als billiges Mittel, um von seiner desaströsen Amtszeit abzulenken.
Weiße Riesen mit schwarzer Weste - NABU startet Fotowettbewerb zur Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe ...
Berlin - Schwarze Rauchsäulen aus den Schloten von Kreuzfahrtschiffen - Wer dies in diesem Sommer beobachtet, sollte am besten gleich zur Kamera greifen. Denn der NABU ruft dazu auf, die enorme Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zu dokumentieren. "Noch immer pustet jedes vermeintliche Tr
Artenschutz/International: Erster Schneeleopard tappt in NABU-Fotofalle im kirgisischen Tien Shan Tennhardt ...
aaten müssen sich auf globalen Schutzplan verständigen Berlin/Bischkek - Ein stattlicher Schneeleopard ist in eine der 18 Fotofallen getappt, die der NABU erst vor wenigen Wochen im kirgisischen Tien Shan installiert hat. Das bis zu 7439 Meter hohe im Norden des Landes gelegene Hochgebirge ist
Weitere Mitteilungen von NABU - Naturschutzbund Deutschland
EU-Umweltförderprogramm LIFE+: Deutschland erhält 34,5 Millionen Euro -- Zehn deutsche Projektvorschläge aus der Antragsrunde 2010 erfolgreich ...
Die Europäische Kommission hat die Förderung von 183 neuen LIFE+-Projekten aus der Antragsrunde 2010 mit insgesamt 244 Mio. Euro beschlossen. Für zehn deutsche Projekte wurden rund 33 Mio. Euro EU-Zuschüsse bewilligt. Zusammen mit den deutschen Anteilen an grenzüberschreitenden LIFE+-Projekten
Schwierige energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen führen zu Ertragsrückgang und Wertberichtigungen ...
Karlsruhe. Seit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse Januar bis März 2011 am 6. Mai 2011 haben sich die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wesentlich verändert. Insbesondere die Stilllegung zweier Kernkraftwerke hat bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG zu erheblichen fina
NABU: Nachhaltigkeit online mitgestalten ...
regierung gibt Berichtsentwurf zur Diskussion frei Berlin ? Ende Juni hat die Bundesregierung den Entwurf zur Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie öffentlich vorgelegt und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Diskussion freigegeben. Der NABU ruft dazu auf, diese Chance wahrzu
Bundesminister Westerwelle würdigt Debatte des VN-Sicherheitsrats zum Thema Klima und Sicherheit ...
Zu der gestrigen Debatte des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zum Thema Klima und Sicherheit sagte Außenminister Westerwelle heute (21.07.) in Kabul: "Knappe Ressourcen und Verteilungskämpfe infolge des Klimawandels können den Frieden in vielen Regionen der Welt nachhaltig gefährd




