Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet

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Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet



(pressrelations) - "Nicht die kenianischen Zollbehörden sind schuld, wenn die UN erst heute - viel zu spät für viele Hungernde - die ersten Luftbrücken in die Hungergebiete in Ostafrika einrichtet. Vielmehr haben die westlichen Regierungen, wie auch die Bundesregierung, monatelang tatenlos zugeschaut, wie sich diese Katastrophe anbahnte", so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angesichts der größten Dürreperiode seit 60 Jahren, die mehr als 11 Millionen Menschen am Horn von Afrika in die Hungersnot führt. Movassat weiter:

"Selbst jetzt handelt die Bundesregierung noch zögerlich und viel zu unentschlossen. Wenn Bundesminister Dirk Niebel (FDP) die deutsche Hilfe - bis dato gerade einmal 30 Millionen Euro - bei Sterberaten in Somalia von 22 Prozent und mehr als 'gezielt und bedarfsangemessen' bezeichnet, dann ist das zynisch. Wenn der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), sagt, die Bundesregierung werde es 'nicht zulassen, dass dort Menschen sterben, wenn es wirklich nur am Geld liegt', dann hat er offensichtlich übersehen, dass das Sterben in der Region schon lange begonnen hat, bevor das erste Geld aus Deutschland floss und die bisherigen Zusagen noch immer viel zu gering sind. 'Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet', so hat es Jean Ziegler in seiner verbotenen Salzburger Rede genannt. Bei gleichbleibender Sterberate wären in Somalia laut UN in 16 Monaten alle Kinder tot.

Statt weiter von Stammeskonflikten, lokalem Wetter und dem unzureichenden Engagement afrikanischer Staaten als Begründung für die Katastrophe zu reden, sollten angesichts des dramatischen Anstiegs der Zahl der Hungertoten in Ostafrika endlich die wahren Gründe genannt und abgestellt werden: die Politik der EU, die den afrikanischen Kontinent mit Wirtschaftspartnerschaftsabkommen erpresst und zur Öffnung seiner Märkte zwingt. Ihn auf Kosten der Umwelt und der Menschen seiner Rohstoffe beraubt und lokale Konflikte durch Waffenlieferungen anheizt, während die Zahlung von Entwicklungsgeldern in angemessener Höhe ausbleibt."




F.d.R. Beate Figgener
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Datum: 27.07.2011 - 13:00 Uhr
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