Späterer Ruhestand heißt nicht längere Berufstätigkeit
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Späterer Ruhestand heißt nicht längere Berufstätigkeit
Frankfurt am Main ? Anlässlich der neueste Zahlen zum im Schnitt gestiegenen Renteneintrittsalter der Deutschen Rentenversicherung Bund, warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) vor Schönfärberei. "Die Zahlen vermitteln den Eindruck, dass die Deutschen länger berufstätig sind", stellte der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel fest. Tatsächlich wird aber die Statistik durch die gesetzlich festgelegte Anhebung des Renteneintrittsalters etwa von Arbeitslosen beeinflusst. "Was die Menschen vor dem Rentenbeginn gemacht haben, spiegeln diese Zahlen nicht", sagte er. "Viele müssen als Arbeitslose auf den Beginn der Rente warten." Wiesehügel mahnte: "Späterer Ruhestand und längere Erwerbstätigkeit sind zwei Paar Schuhe. Für eine Rechtfertigung der Rente mit 67 taugen diese Zahlen nichts."
Laut Bundesagentur für Arbeit steigt die Zahl der älteren Arbeitslosen, die auf Hartz IV angewiesen sind. Im Juni diesen Jahres gab es danach 10,2 Prozent mehr Ältere (55 bis unter 65 Jahre), die als arbeitslos registriert waren und Hartz IV bezogen als ein Jahr zuvor ? obwohl gleichzeitig die Arbeitslosenzahl insgesamt deutlich gesunken ist. "Wer im Alter jahrelang arbeitslos ist, dem nützt der durchschnittlich spätere Renteneintritt nichts", sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende. Vor allem körperlich schwer arbeitende Berufstätige wie Bauarbeiter sind die Verlierer der Rente mit 67. Viele müssen aus Gesundheitsgründen schon weit vor dem 65. Lebensjahr aus dem Erwerbsleben ausscheiden, betont die IG BAU. Schon dies führt zu hohen Abschlägen ihrer Altersbezüge. Die Rente mit 67 hat noch stärkere Kürzungen zur Folge.
Der Anteil Älterer ist nach von der IG BAU ermittelten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in den belastenden Bauberufen deutlich geringer als im Durchschnitt aller Berufe. Während 2010 über alle Branchen hinweg 26,5 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer 50 Jahre und älter waren, schafften es bei Zimmerern, Dachdeckern und Gerüstbauern mit 13,9 Prozent nur knapp halb so viele über die 50-Jahr-Schwelle. Für die Betroffenen droht damit nicht selten ein sozialer Abstieg. Entweder sie erhalten eine viel zu geringe Erwerbsminderungsrente oder sie rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit.
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Ruprecht Hammerschmidt
Pressesprecher IG BAU
IG Bauen-Agrar-Umwelt
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Datum: 27.07.2011 - 13:30 Uhr
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