Reaktionslose Mitmenschen brauchen Kommunikation
ID: 457146
Verbale Kommunikation übermittelt nicht nur Sachinformationen. Sie wirkt auf allen Ebenen der menschlichen Persönlichkeit identitätsstiftend und sinnfördernd. Unter normalen Umständen ist ein Mensch in allen Lebensphasen in ein Netzwerk unaufhörlicher, wechselseitiger Kommunikation eingebunden, das ihn mit sich selbst und seiner Umwelt verbindet. Umso dramatischer wirken sich Einschränkungen aus, die eine Reaktion auf kommunikative Inhalte unterbinden.
Angehörige, Freunde und das Pflegepersonal der betroffenen Mitmenschen müssen sich zunächst bewusst machen, dass die Unfähigkeit, auf kommunikative Reize und Situationen zu reagieren, nicht bedeutet, dass diese nicht wahrgenommen werden. Die Wahrnehmung der Stimme setzt, sofern keine organischen Ursachen vorliegen, nicht dadurch aus, dass ein Mensch sich im Koma oder anderen reaktionseinschränkenden Bewusstseinszuständen befindet. Sie wird beispielsweise zur Identifikation und Einordnung anwesender Personen genutzt. Zudem haben die im Gespräch vermittelten Inhalte und Stimmungen auch dann psychische Auswirkungen, wenn eine verbale oder körperliche Reaktion nicht möglich ist. Die Aufrechterhaltung der Kommunikation beugt Gefühlen von Isolation und Angst vor und trägt zum psychischen Wohlbefinden bei.
Im Umgang mit reaktionsunfähigen Menschen sollten alltägliche Höflichkeitsregeln befolgt werden. Sich seinem Mitmenschen mit Namen vorzustellen, sollte ebenso selbstverständlich sein, wie in seiner Anwesenheit nicht mit Dritten über ihn zu reden, ohne ihn einzubeziehen. Werden pflegerische Tätigkeiten vorgenommen, sind sie vorher anzukündigen. Die Befolgung zwischenmenschlicher Kommunikationsregeln bezieht den reaktionsunfähigen Mitmenschen in die Kommunikation ein, vermeidet Isolationsgefühle und beweist eine respektvolle Einstellung ihm gegenüber.
Menschen profitieren auch dann von Alltagsgesprächen, die ihren Interessen entsprechen, wenn sie nicht auf diese reagieren oder aktiv an ihnen teilhaben können. Angehörige und Pflegepersonal sind darum gefordert, mit dem reaktionsunfähigen Klienten über Themen aus seinem Alltag zu reden. Selbst wenn keine sichtbare Reaktion erfolgt, wird die Kommunikation dennoch positiv aufgenommen und verbessert das psychische Befinden.
Für viele Menschen ist es zunächst recht schwierig, mit einem Gegenüber zu kommunizieren, das keine Reaktionen auf das Gesagte zeigt. Hier helfen Übung und fachkundige Unterweisung. Die Pflegespezialisten des L&W Intensivpflegedienstes stehen ihren Klienten in diesem Zusammenhang jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
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Datum: 05.08.2011 - 16:43 Uhr
Sprache: Deutsch
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