Stefan Niggemeier und Friedrich Sieburg
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Gegengift über die schwindende Macht der Meinungsverleiher und die Demokratisierung des Journalismus durch das Internet
Stefan Niggemeier von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) http://www.faz.net sind – so berichtet Ludwig – die teilweise wütenden Kommentare über Ausländerkriminalität und den Islam zuwider. Es stellt sich nur die Frage, ob es besser ist, das Ganze unter dem Deckel zu halten. Beim Thema Ausländerkriminalität hatten sich bekanntlich viele Medien sehr lange zurück gehalten, angeblich, um kein Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen zu laden. Doch irgendwann bahnen sich Themen einfach ihre Bahn, da kann auch Niggemeier nichts dran ändern, der mit seiner Seite Bildblog http://www.bildblog.de auch mal gern den Hausmeister gibt, der darauf achtet, dass bei Deutschlands größter Boulevardzeitung auch ja keine Fehler gemacht werden.
Henryk M. Broder hat zu dieser Art des „Medienjournalismus“ in der Welt http://www.welt.de schon alles Nötige gesagt: „Die alte Geschichte fiel mir wieder ein, als ich vor kurzem bei einer Preisverleihung in Berlin zufällig Stefan Niggemeier kennen lernte, den ‚Medienjournalisten’ und Mitherausgeber des Bildblog. Während ich Bild beinah täglich lese, habe ich den Bildblog noch nie besucht. Jetzt habe ich es doch getan und das Prinzip schnell verstanden. Es ist nicht ‚Medienkritik’, es ist gelebtes Junkietum. Niggemeier ist von Bild fasziniert, so wie die Volkswartbund-Rentner von dem ‚Schweinkram’ fasziniert waren, dem sie nachstellten. Man könnte auch von einer Frustration sprechen, die nach einem Ventil sucht.“
In früheren Zeiten hatte man all diese Probleme noch nicht. Es gab noch kein Internet, keine Blogger, und auch der Boulevardjournalismus sah noch ganz anders aus. In der mehrteiligen Reihe über in Vergessenheit geratene Journalisten porträtiert Ansgar Lange den Publizisten Friedrich Sieburg. Dieser sei ein „Lebemann, politischer Dilettant und Wortkünstler“ gewesen. Im vergangenen Jahr hat Cecilia von Buddenbrock eine Art Biographie des FAZ-Literaturpapstes der 50er Jahre vorgelegt. Bekannter dürfte der Frankreich-Freund, dessen Verhältnis zum „Dritten Reich“ als hochproblematisch gelten muss, dadurch nicht geworden sein. Heute schreiben eben in der „Zeitung für Deutschland“ Redakteure vom Format eines Stefan Niggemeier. Kein Sieburg, nirgends.
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Datum: 07.04.2008 - 12:16 Uhr
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