Schuldenbremse - Ein Ausweg mit Charme
ID: 463322
Schuldenbremse - Ein Ausweg mit Charme
Bundeskanzlerin Merkel hat ein gutes Geschäft abgeschlossen. Sie hat Sarkozy den Wunsch einer Euro-Wirtschaftsregierung erfüllt, ohne dass diese allerdings neue Kompetenzen erhält. Als Gegenleistung hat sie vom französischen Präsidenten eine bemerkenswert klare Absage an gemeinsame Eurobonds erhalten. Außerdem will Sarkozy eine Politik der Selbstverpflichtung der Eurostaaten zur Einhaltung des Stabilitätspaktes und für die Einführung nationaler Schuldenbremsen unterstützen. Solche verfassungsmäßigen Schuldengrenzen haben einen großen Charme.
Das Treffen von Merkel und Sarkozy hat sicherlich nicht den endgültigen Durchbruch gebracht, auf den manche Börsenillusionisten gewartet haben. Doch war das auch nicht zu erwarten. Denn die Schuldenprobleme vieler Eurostaaten sind so grundlegend, dass sie nur auf längere Sicht lösbar sind. Nötig ist jedoch ein klares Signal an die Finanzmärkte, dass die Eurostaaten es mit der Konsolidierung ernst meinen.
Wenn die Regierungen allerdings kurzfristig so stark sparen, dass sie das Wachstum abwürgen, dann sind die Finanzmärkte auch nicht zufrieden. Scheinbar also eine Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Verfassungsmäßig verankerte Schuldenbremsen, so sie denn hoffentlich von allen Eurostaaten konsequent mitgetragen werden, können dagegen den nötigen Spagat schaffen. Sie schaffen Glaubwürdigkeit, ohne das Wachstum abzuwürgen.
Schuldenbremsen haben aber auch noch einen anderen Charme. Sie wären eine ordnungspolitisch saubere Lösung. Die Handlungsmacht bleibt bei den demokratisch legitimierten nationalen Parlamenten, die ihr Recht, den Haushalt aufzustellen, nicht abgeben müssen. Die Quadratur des Kreises ? also die Währungsunion ohne die unliebsame Politische Union dauerhaft tragfähig zu machen ? kann mit nationalen Schuldenbremsen erreicht werden.
Deutschland und Frankreich können indes nicht über die Köpfe der anderen Staaten und der nationalen Parlamente hinweg entscheiden. Politik ist nun einmal langsamer, als es sich die Finanzmärkte wünschen. Das ist der Preis der Demokratie.
Ansprechpartner
Jürgen Matthes
Telefon: 0221 4981-754
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 17.08.2011 - 15:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 463322
Anzahl Zeichen: 2345
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 300 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schuldenbremse - Ein Ausweg mit Charme"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die ehemalige Autostadt Detroit hat umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Jetzt ist die Stadt bankrott. Droht deutschen Kommunen Ähnliches? Immerhin stehen viele tief in der Kreide: Insgesamt betrug der Schuldenberg aller Städte und Gemeinden am Ende des ersten Quartals 20
Der Lohn der guten Tat ...
Das Thema nachhaltiges Wirtschaften gewinnt für deutsche Immobilienunternehmen zunehmend an Bedeutung. Das hat eine Studie ergeben, die im Frühjahr 2013 gemeinsam von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem Kompetenzfeld Immobilienökonomik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) durchg
Mehr Binnenmarkt, mehr Wachstum ...
Gelingt es, den Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union weiter zu liberalisieren, könnte dies helfen, die Krise in der Eurozone besser in den Griff zu bekommen. Denn ein starker Binnenmarkt führt zu mehr Wettbewerb, höherem
Weitere Mitteilungen von Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
BREIL: Rot-Grün auf wirtschaftspolitischem Irrweg (17.08.2011) ...
BERLIN. Zu dem von Rot-Grün vorgesehenen Klimaschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen und seinen Auswirkungen, die von der Wirtschaft diskutiert und heute in Medienberichten beleuchtet werden, erklärt der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Klaus BREIL: Der Entwurf des rot
LINDNER: Stabilitätsunion statt Transferunion (17.08.2011) ...
recher WULF OEHME teilt mit: Berlin. Der FDP-Generalsekretär CHRISTIAN LINDNER erklärte zu den Ergebnissen der heutigen Sitzung des Präsidiums der FDP: "Das FDP-Präsidium hat die gemeinsame Erklärung der Bundeskanzlerin und des französischen Staatspräsidenten begrüßt. Die Zukunft
Profitbremse statt Schuldenbremse für die Euro-Zone ...
"Eine bessere Koordination innerhalb der Euro-Zone ist zwar eine klassische Forderung der LINKEN, eine Wirtschaftsregierung unter der Kontrolle der Finanzmärkte und ohne demokratisches Fundament aber wird die Krise nur vertiefen. Schuldenbremsen in den Euro-Staaten sind ein Schutzschirm für R
Siemens erhält Großauftrag für zwei Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke aus Thailand ...
Siemens hat einen Auftrag über die schlüsselfertige Errichtung von zwei Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerken aus Thailand erhalten. Siemens baut die Anlagen Chana 2 in der Provinz Songkhla und Wang Noi 4 unweit von Bangkok gemeinsam mit dem japanischen Partner Marubeni. Auftraggeber ist der




