Beschichtungen hören das Blut rauschen und erhöhen die Langlebigkeit von künstlichen Herzklappen
Künstliche Herzklappen bestehen normalerweise aus Kohlenstoff. Auf ihren Oberflächen lagern sich nach einiger Zeit Blutbestandteile ab. Das Risiko für eine Thrombose steigt. Auch die Funktion der Herzklappen wird durch die Ablagerungen eingeschränkt. Eine erneute Operation am Herzen wird deshalb unumgänglich. Forscher testen nun in einem internationalen Verbundprojekt künstliche Pumpensysteme, in denen Beschichtungen die Langlebigkeit der Herzklappen erhöhen. Gleichzeitig können sie dabei hören, wie gut die Herzklappe noch in Takt ist. Das Projekt „HeartSen“ steht unter Federführung des INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien.
Die künstlichen Klappen bestehen aus Titan. Die beiden Schichten werden nacheinander aufgetragen. Ähnlich wie heißer Wasserdampf am Topfdeckel schlagen sich die Materialien dann auf der Titanklappe in einer gleichmäßigen und sehr dünnen Schicht nieder. Die eigentliche Schutzschicht besteht aus diamantartigem Kohlenstoff. Mit einer Dicke von insgesamt 100-150 millionstel Millimeter ist das künstliche System mit künstlichen Herzklappen vergleichbar.
Hintergrund:
Im Verbundprojekt „HeartSen“ arbeiten Forscher des INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien, Saarbrücken, der Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Homburg, des Indian Institute of Technology Madras, sowie der Kocaeli University, Türkei. Es startete im Juli 2011 unter Federführung des INM. Das Forschungsvorhaben ist mit einem Gesamtbudget von 150.000 Euro auf zwei Jahre angelegt. „HeartSen“ ist Teilprojekt von „New Indigo“, einer Kooperation zwischen Europa und Indien. Diese Kooperation geht hervor aus dem siebten Rahmenprogramm RP7. Es bündelt alle forschungsverwandten EU-Initiativen, die eine zentrale Rolle im Streben nach Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen spielen, unter einem gemeinsamen Dach.
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Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.
Ansprechpartner:
Cenk Aktas
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
Tel.: +49 681 9300 140
e-mail: cenk.aktas(at)inm-gmbh.de
b.h.hartmann(at)web.de
Datum: 21.08.2011 - 12:48 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart: Erfolgsprojekt
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 21.08.2011
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