Mehr Häuser sollen Kraftwerke sein
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Mehr Häuser sollen Kraftwerke sein
Gebäude und Verkehr haben zusammen einen Anteil von etwa 70% am gesamten Endenergieverbrauch. Mit innovativen Konzepten soll dieses enorme Einsparpotenzial nutzbar werden. Unter anderem in Berlin entsteht ein sogenanntes Energie-Plus-Haus, das doppelt so viel Energie produziert, wie es verbraucht. Dieser bewohnbare Prototyp soll demonstrieren, dass es für eine Familie möglich ist, die vom Haus produzierte Energie auch für Mobilität zu nutzen. Die Immobilie betankt das Elektroauto vor dem Haus. Solche Forschungsprojekte können Flaggschiffe für eine neue Gebäudegeneration werden. Dabei soll auch das neue Förderprogramm für Energie-Plus-Häuser helfen.
Förderkritierien
Die neue Fördermaßnahme richtet sich an alle Bauherren oder deren bevollmächtige Vertreter. Also Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen. Gefördert werden zunächst ausschließlich Wohngebäude (Ein-, Zwei- Reihen, und Mehrfamilienhäuser), die in Deutschland errichtet werden.
Die Gebäude sollen in der Lage sein, neben allen Funktionen des Hauses wie Heizung, Warmwasser, Beleuchtung oder Haushaltsstrom, auch Elektrofahrzeuge oder weitere externe Nutzer, wie etwa benachbarte Häuser, zu bedienen. Sie sollen unter realen, das heißt bewohnten Bedingungen, getestet und evaluiert werden. Dazu wird den Bauherren jeweils eine Expertengruppe zur Seite gestellt. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Dank der gewonnenen Erkenntnisse soll das Energiemanagement von modernen Gebäuden verbessert und die notwendigen Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energien fortentwickelt werden.
Förderziel Wirtschaftlichkeit
Rainer Bomba kennt als Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die Ziele des Programms: "Wir wollen, dass viel versprechende neue Ideen, Technologien und Materialien schneller den Weg in die Praxis finden. Mit dem neuen Programm sollen Erfahrungen unter anderem zur Wirtschaftlichkeit gesammelt werden. Mittelfristig muss es gelingen, Null- und Energie-Plus-Häuser zu attraktiven Preisen zu errichten."
Erste Energie-Plus-Haus-Modelle, die sich an dem Feldversuch beteiligen wollen, entstehen in Berlin, Köln und Frankfurt/Main. Bomba: "Bei der Entwicklung von marktfähigen Technologien für Null- und Energie-Plus-Häuser liegt Deutschland ganz weit vorn. Wenn wir weiter gemeinsam an solch herausragenden Projekten arbeiten, werden wir auch in Zukunft weltweit eine Spitzenposition belegen. Das ist eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland ? insbesondere für die deutsche Planungs- und Bauwirtschaft."
Zur Förderung
Das Programm ist in den BINE-Förderkompass aufgenommen. Detailinformationen gibt es mit der Suche nach der Fördermaßnahme "Nullenergiehaus".
Weitere Informationen bietet das Bauforschungsportal des BMVBS. Projektträger des Programms ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
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Datum: 22.08.2011 - 17:15 Uhr
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