Bürgerkrieg in Libyen DEMIRA - Aktuelle Versorgungslage in Libyen
Die deutsche Nichtregierungsorganisation DEMIRA e.V. analysiert vor Ort die Versorgungslage in der Region Bengasi, um eine weitere Hilfslieferung zusammenzustellen. Bereits am 29.7. begleitete die DEMIRA Programm-Managerin Marcia Hamzat eine Lieferung, die vom medizinischen Zentrallager in Bengasi an die umliegenden Krankenhäuser weiterverteilt wird. Zudem verschaffte sich die DEMIRA Mitarbeiterin einen Überblick über die Situation vor Ort.
Foto: DEMIRA e.V.(firmenpresse) - Im Rahmen einer Delegationsreise des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, unter Leitung des parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Hans-Joachim Otto und Teilnahme des DEMIRA e.V. sendete die DEMIRA Emergency Response Unit Hilfsgüter nach Bengasi.
Nach der Übergabe der medizinischen Hilfslieferung an das dortige medizinische Zentrallager in Bengasi informierte sich Marcia Hamzat über die aktuelle Situation in der Region und die Versorgungslage in den örtlichen Krankenhäusern. Dem Direktor des Hawari General Hospital in Bengasi zufolge kam es vor fünf Monaten zu den ersten Versorgungsengpässen, seit drei Monaten verfügen die Krankenhäuser in der Gegend über keinerlei medizinische Ausrüstung mehr. Angesichts des fehlenden Nachschubs können die Kliniken lediglich mit 50 Prozent ihrer Kapazitäten arbeiten.
„Die größte Schwierigkeit für die medizinische Versorgung stellt neben den fehlenden Transportmöglichkeiten der akute Mangel an Medikamenten, chirurgischem Besteck, Verbands- und Verbrauchsmaterial, an Ersatzteilen für die medizinische Ausstattung sowie an medizinischem Personal dar“, so Marcia Hamzat nach dem Gespräch mit dem Gesundheitsminister des libyschen Übergangsrates.
Die Patienten können nur noch unzureichend oder gar nicht versorgt werden. Laut Angaben des Übergangsrates wurden seit Beginn des Volksaufstands ca. 4.000 Oppositionelle getötet und zwischen 5.000 bis 6.000 schwer und bis zu 30.000 minder schwer verletzt. Bislang mussten 300 Menschen amputiert werden. Auf Seiten der Regimeanhänger gab es schätzungsweise 6.000 bis 7.000 Tote.
Da sich die Kliniken aufgrund der andauernden Kampfhandlungen nicht mehr selbst mit Klinikmaterial versorgen können, ist der Arbeitsbetrieb in den Krankenhäusern maßgeblich von Hilfslieferungen der Nachbarländer, von NGOs und der libyschen Diaspora abhängig. Neben dem Mangel an medizinischer Ausrüstung ist das Fehlen von Krankenschwestern ein weiteres Problem. Die meisten Krankenschwestern kamen aus dem Ausland und haben Libyen nach dem Beginn des Volksaufstands sukzessive verlassen. Weitere Probleme bereiten die mangelhafte Wasserversorgung sowie die größtenteils gestörten Strom- und Telekommunikationsnetze.
Die Emergency Response Unit von DEMIRA e.V. engagiert sich seit Ende Juli in Libyen und ist für ihr weiteres Engagement auf Spenden angewiesen.
Spendenkonto: 13 15 16, Stadtsparkasse München, BLZ: 701 500 00
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Mariem Pusina
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Datum: 24.08.2011 - 15:12 Uhr
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