Ich sag mal-Blog zu: Plädoyer für Verkehrszählungen an Gelben Tonnen: Wo sind die Recyclingprelle

Ich sag mal-Blog zu: Plädoyer für Verkehrszählungen an Gelben Tonnen: Wo sind die Recyclingpreller?

ID: 468430
(firmenpresse) - Der DSD-Konzern mit dem Grünen Punkt als Erkennungszeichen erzielt 2010 einen Überschuss nach Verlusten in Vorjahren, berichtet der Fachdienst Euwid. Die Müllsammler weisen einen Jahresüberschuss von 14,4 Millionen Euro aus bei einem Umsatz von 592 Millionen Euro. „Der Verzicht auf Marktanteile sei teilweise durch um 8 bis 10 Prozent höhere Lizenzentgelte ausgeglichen worden. Das geht aus dem EUWID vorliegenden Jahresabschluss des Unternehmens hervor. Wesentliche Gründe für das gesteigerte Ergebnis seien das stark verbesserte Bruttoergebnis und geringere Abschreibungen auf den Firmenwert. Zudem sei die außerordentliche Belastung durch die Abschreibung aus der Clearingstellenabrechnung für das Jahr 2008 weggefallen. DSD rechnet auch weiterhin mit einem harten Wettbewerb, jedoch nicht mit der flächendeckenden Feststellung eines weiteren Systembetreibers in diesem Jahr“, schreibt Euwid http://www.euwid-recycling.de/news/wirtschaft/einzelansicht/Artikel/dsd-mit-ueberschuss-in-2010-nach-verlusten-in-vorjahren.html. Das wird doch vor allen Dingen die neuen Eigentümer des DSD-Konzerns erfreuen: Das Management unter Führung von Stefan Schreiter und die britische Private Equity-Gesellschaft Solidus Partner. Siehe auch: Der Grüne Punkt und die Heuschrecken http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/11/15/mull-geschafte-drehen-sich-weiter-der-grune-punkt-und-die-heuschrecken/.


Na dann müssen wir ja nicht mehr die Kollekte kreisen lassen nach den Horrorgeschichten, die man in den vergangenen Jahren so gehört hat. Nach der Lektüre der Frühjahrsausgabe des DSD-Kundenmagazins machte ich mir ernsthaft Sorgen, ob die Manager des Grünen Punktes noch das Licht am Ende des grausamen Recyclingpreller-Tunnels jemals wiedersehen können. Da schlug mir die Überschrift entgegen: „Noch sind Betrüger im Markt“. Gemeint sind wohl jene dunklen Gesellen, die sich an den Lizenzgebühren für die Entsorgung der gebrauchten Verpackungen trickreich vorbeimogeln und das Müllsammel-Regime in schwere Depressionen stürzen. Entsprechend wehklagend verlangte DSD-Chef Schreiter von den Vollzugsbehörden ein entschlossenes Handeln im Kampf gegen die Betrüger. Es könne doch nicht angehen, dass das DSD sich für hohe Verwertungsstandards und einwandfreie Mengenmeldungen ins Zeug legt und die Recyclingpreller ungeschoren davonkommen.




Nur, wer sind denn die Betrüger? Die werden in der Regel nicht konkret benannt. Da wird es den Müllpolizisten schwerfallen, eine Fahndungsliste zu erstellen oder Aktenzeichen XY ungelöst einzuschalten, um in Deutschland an der Gelben Tonnen-Front endlich wieder für Sauberkeit, Ordnung und Anstand zu sorgen.


Auch ein weiteres Rätsel sollte so langsam mal aufgeklärt werden. Es geht um die so genannte Eigenrücknahme des Handels. In diesem Modell werden die Verpackungen direkt im Laden gesammelt. Im vergangenen Jahr sollen es rund 125.000 Tonnen gewesen sein, die nicht den Weg in Gelbe Tonnen und Säcke fanden. Aber genau da vermutet DSD-Chef Schreiter diese Verpackungen, folgt man einem Bericht der FAZ. Diese Mengen würden in Gelben Tonnen landen, aber als Eigenrücknahme klassifiziert, um Gebühren zu prellen.


Wie schafft der DSD-Chef das bloß? Zählt er die Folien, Tüten, Blister und Flaschen, die man in Sortieranlagen des DSD findet, aber eigentlich als Eigenrücknahme klassifiziert wurden? Kann man überhaupt in dem groben Mengengerüst der Materialfraktionen Weißblech, Verbundverpackungen, Alu und Plastik erkennen, woher das Zeug kommt? Werden die gepressten Ballen wieder zerlegt und gezählt? Rund 40 bis 50 Prozent der Mengen in Gelben Tonnen und Säcken sind Fehlwürfe und Nichtverpackungen. Unheimlich viele Verpackungen werden zu Hause und unterwegs in normale Mülltonnen geworfen und landen in der Müllverbrennungsanlage.


Vor Jahren kamen Wissenschaftler der TU-Berlin daher zu einem klaren Urteil: Handel und Industrie seien logistisch und technisch gar nicht in der Lage, bei der haushaltsnahen Sammlung eine Identität zwischen der in Verkehr gebrachten und zurückgenommenen Verpackung zu organisieren. Aber vielleicht organisiert der DSD-Chef mal so eine Art Verkehrszählung an Gelben Tonnen, um die Recyclingpreller zu schnappen. Sachdienliche Hinweise von besorgten Mülltrennungsbürgern nimmt bestimmt jede örtliche Polizeidiensstelle entgegen oder auch nicht.


Siehe auch:
Nietzsche und die ewige Wiederkunft des Gelbe Tonnen-Streites. http://ne-na.de/nietzsche-und-die-ewige-wiederkunft-des-gelbe-tonnen-streites/

Die Mülltonnen-Verschwörung: Warum kleine grüne Männchen Gelbe Tonnen durchwühlen und Gelbe Säcke aufschlitzen.http://gunnarsohn.wordpress.com/2011/07/05/die-mulltonnen-verschworung-warum-kleine-grune-mannchen-gelbe-tonnen-durchwuhlen-und-gelbe-sacke-aufschlitzen/

von Gunnar Sohn
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Wasserkrise: Experten warnen vor 'geopolitischen Spannungen' Radioaktivität in Gorleben. Castortransporte verbieten
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 26.08.2011 - 12:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 468430
Anzahl Zeichen: 4921

Kontakt-Informationen:

Kategorie:

Energie & Umwelt


Meldungsart: Produktinformation
Versandart: Veröffentlichung

Diese Pressemitteilung wurde bisher 414 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ich sag mal-Blog zu: Plädoyer für Verkehrszählungen an Gelben Tonnen: Wo sind die Recyclingpreller? "
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NeueNachricht (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

The European-Montagskolumne: Bitte warten (Sie nicht mehr) - SMARTPHONE-DIENSTE STATT WARTESCHLEIFE ...
Berlin/Bonn - Die Servicebranche verschläft die Zeichen der Zeit. Weder werden smarte Möglichkeiten neuer IT-Technologien genutzt, noch wird auf den Kunden zu- und eingegangen. Den Schlafmützen bricht nun die Geschäftsgrundlage weg. Mit einer Änderung des Telekommunikationsgesetzes hat der Ge

Ich sag mal-Blog zu: NGOs als Kontrollinstanz für den nachhaltigen Einkauf des Staates: Mit den Betonköpfen des BDI wird das nicht funktionieren ...
Bonn - Im Einkauf von Unternehmen und Staat stecken erhebliche Potenziale, um die sozial- und umweltpolitischen Standards der Produktion zu verbessern – in Deutschland und vor allen Dingen im Ausland. Da ist es nur konsequent, wenn das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums mit seinem Einka

Warteschleifen-Tohuwabohu: Gesetzgeber muss nachbessern – Call Center kundenfreundlicher gestalten ...
Berlin/Bonn - Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes dürfen Hotline-Anbieter in Zukunft keine Entgelte für die Zeit mehr verlangen, die ihre Kunden bei einem Anruf in einer Warteschleife verbringen. Der Bundestag beschloss vergangene Woche eine weitrechende Regelung, die sowohl erste als a


Weitere Mitteilungen von NeueNachricht


Wasserkrise: Experten warnen vor 'geopolitischen Spannungen' ...
Schwarzmarkt und illegaler Raubbau bedrohen Wasserressourcen. / WWF: Wasserkrise ist globales Problem und erfordert globale Lösungen. - Hintergrundinformationen unter www.wwf.de/weltwasserwoche - Interviews: Martin Geiger, WWF Deutschland, Leiter Fachbereich Süßwasser, Tel. 0151 - 18 85 49

Reinigungsarbeiten im Darmstädter MHKW ...
DARMSTADT (ac) ? Die HSE führt am Montag (29.) und Dienstag (30.) Reinigungsarbeiten im Müllheizkraftwerk (MHKW) Darmstadt durch. An beiden Tagen wird die Hochdruckdampfleitung mehrmals gereinigt. Obwohl hierzu ein Schalldämpfer verwendet wird, kann es zu kurzzeitigen Lärmbelästigungen kommen

Erschließung für Baugebiet ?Am Dietweg? in Harpertshausen ? Stadt Babenhausen, Eigentümer und HSE unterzeichnen Vertrag ...
BABENHAUSEN (ac) ? In Babenhausen, Ortsteil Harpertshausen, wird bald für bis zu 25 Familien der Wunsch nach den eigenen vier Wänden Wirklichkeit. Bürgermeisterin Gabriele Coutandin, Dr. Henning Prüß, Prokurist der HSE AG, Vertreter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung und die Grundstückseig

ÖKO-TEST regionale Lebensmittel ...
Der große Schwindel Für regionale Lebensmittelmarken wie "Ein gutes Stück Heimat" von Lidl, "Unsere-Heimat" von Edeka oder "Aus unserer Region" von Rewe geben Verbraucher gerne auch mal etwas mehr aus. Doch das ist zumeist rausgeschmissenes Geld: Echte Regionalpro


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z