Duerftige Zwischenbilanz der Medienpolitik der Bundesregierung

Duerftige Zwischenbilanz der Medienpolitik der Bundesregierung

ID: 468672

Duerftige Zwischenbilanz der Medienpolitik der Bundesregierung



(pressrelations) - Anlaesslich der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion zu den "Vorhaben der Bundesregierung zur Sicherung der Medienvielfalt und Medienfreiheit" (Bundestags-Drucksache 17/6836) erklaeren der Sprecher der Arbeitsgruppe Kultur und Medien Siegmund Ehrmann und der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Doermann:

"Ungenuegend, versetzungsgefaehrdet" - so muss das medienpolitische Zwischenzeugnis der Bundesregierung lauten. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag zahlreiche Massnahmen zur Sicherung der Medienfreiheit und Medienvielfalt angekuendigt. Wir haben die Bundesregierung zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt um eine Zwischenbilanz zu den Vorhaben zur Sicherung der Medienvielfalt und Medienfreiheit gebeten. Zwar erkennt die Bundesregierung die medienpolitische Aufgabe an, dass eine "moeglichst grosse Angebots- und Anbietervielfalt in allen Medienbereichen" gesichert und gefoerdert sowie ein "Hoechstmass an Medien- und Informationsfreiheit" ermoeglicht werden muss, um die politische und gesellschaftliche Teilhabe zu ermoeglichen. Schaut man sich jedoch die angekuendigten Vorhaben und die ergriffenen Massnahmen genauer an, wird sehr schnell deutlich, dass diese Bilanz duerftig ist.

Die von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzesinitiativen zur Novellierung des Telekommunikationsgesetzes und zum Schutz der Pressefreiheit sind ungenuegend oder lassen seit mehr als einem Jahr auf sich warten, so wie der "Dritte Korb" zum Urheberrecht. Im Entwurf zur Novellierung des Telekommunikationsrechtes fehlt die aus unserer Sicht zwingend notwendige gesetzliche Verankerung der Netzneutralitaet zur Wahrung der Medienvielfalt. Leistungsfaehige Infrastrukturen sowie Offenheit und Vielfalt von Diensten und Inhalten im Internet sind Voraussetzungen fuer die Gewaehrleistung der Medienfreiheit und Medienvielfalt. Das parlamentarische Verfahren zum Gesetzentwurf zur Staerkung der Pressefreiheit ist ins Stocken geraten, weil sich die Koalition nicht auf eine gemeinsame Linie verstaendigen kann. Vor diesem Hintergrund ueberrascht die Antwort der Bundesregierung, dass ueber den Gesetzentwurf hinaus kein Handlungsbedarf bestehe, da doch zugleich eine Ueberpruefung des Bundesministeriums der Justiz stattfindet, ob und inwieweit die Zeugnisverweigerungsrechte der Journalisten gestaerkt werden koennen. Inwieweit schliesslich die Vorarbeiten zur Reform des Urheberrechts einen Beitrag zur Sicherung der Medienvielfalt leisten koennen, ist derzeit voellig offen, da die angekuendigte Vorlage eines entsprechenden Referentenentwurfs seit einem Jahr ueberfaellig ist.



Einzig das klare Bekenntnis der Bundesregierung zur Bedeutung des Pressegrosso als funktionierende diskriminierungsfreie und flaechendeckende Verteilung fuer die Vielfaltsicherung ist zu begruessen. Der weitaus groesste Teil der Verlage hat inzwischen langfristige Vertraege abgeschlossen, die auch auf die Gemeinsame Erklaerung zum Erhalt des Pressegrosso aus dem Jahr 2004 Bezug nehmen. Festzuhalten ist jedoch, dass ein Teil der Verlagslandschaft diese wichtige diskriminierungsfreie und flaechendeckende Vertriebsstruktur noch immer in Frage stellt und eine Einigung derzeit nicht absehbar ist. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Laendern eine gesetzliche Verankerung des Pressegrosso sicherzustellen, um die Medienvielfalt dauerhaft gewaehrleisten zu koennen.

Voellig unbefriedigend sind die Antworten der Bundesregierung zu den Aktivitaeten, um Medienvielfalt und Medienfreiheit auch auf europaeischer Ebene sicherzustellen. Angesichts der Ereignisse in Ungarn aber auch in anderen europaeischen Laendern reicht es nicht, den Partnern gegenueber die fundamentale Bedeutung der Frage der Geltung und Durchsetzung der Presse- und Medienfreiheit zum Ausdruck zu bringen. Notwendig sind Initiativen auf europaeischer Ebene, um in allen Mitgliedsstaaten der Europaeischen auf die Wahrung der fundamentalen europaeischen Grundrechte zu draengen. Seit dem Ende der ungarischen Ratspraesidentschaft sind hierzu allerdings kaum noch Stimmen zu vernehmen und erst recht keine Initiativen erkennbar.

Medienfreiheit und Medienvielfalt sind nicht nur unverzichtbar fuer jeden Einzelnen, sondern auch fuer die demokratische, offene und pluralistische Gesellschaft. Der Schutz der Kommunikationsgrundrechte und die Sicherstellung der Medienfreiheit und Medienvielfalt gehoeren daher zu den Grundprinzipien der Medienpolitik - die Bundesregierung ist aufgefordert, ihre diesbezueglichen Bemuehungen auf nationaler wie auch auf europaeischer und internationaler Ebene deutlich zu verstaerken. Ansonsten bleibt sie auch in der Medienpolitik versetzungsgefaehrdet.


Kontakt:
SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse@spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Deutsche Ostseeratspräsidentschaft: Staatsminister Hoyer reist zur Ostseeparlamentarierkonferenz nach Helsinki Menschenrechtsbeauftragter Löning fordert Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 26.08.2011 - 18:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 468672
Anzahl Zeichen: 5297

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 333 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Duerftige Zwischenbilanz der Medienpolitik der Bundesregierung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Das Gleichheitsversprechen im AGG wird aktualisiert ...
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bekommt ein Update. 20 Jahre nach der Einführung haben sich das Antidiskriminierungsrecht und die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bewährt. Das AGG leistet einen zentralen Beitrag zu Fairness am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche und im Zivilrecht

Zum Anne-Frank-Tag: Demokratiebildung und Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar ...
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den Schülerin

BAföG-Reform muss zum Wintersemester kommen ...
In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, fördert auch die Fairness zwischen den Generationen. Gleichzeitig legt es den Grundstein für künftigen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, denn Studierende und Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb muss die BAföG-Reform zu


Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion


Biosphärenreservat Rhön: Herzlichen Glückwunsch - GRÜNE fordern Ausweitung der Kernzone ...
"Herzlichen Glückwunsch!" sagt die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum 20. Geburtstag des Biosphärenreservats Rhön, der heute gefeiert wird. DIE GRÜNEN fordern die Landesregierung auf unverzüglich in die Gänge zu kommen und endlich die noch nötigen Flächen für die K

Atom-Transporte nach Gorleben sofort einstellen ...
"Das Fass Gorleben läuft über", kommentiert Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die jetzt gemessenen hohen Strahlenwerte in dem niedersächsischen Brennelemente-Lager. "Es ist unverantwortlich, im November wie geplant weitere elf Castor-Behälter

BAföG führt Schattendasein ...
"Das BAföG wird seinem Ziel nicht gerecht, alle finanziellen Hürden zum Studium zu beseitigen. Nur knapp 20 Prozent der Studierenden bekommen eine Förderung, es waren schon deutlich mehr. Nicht das BAföG, sondern zeitfressende Nebenjobs werden für Studierende zur Finanzierungsquelle",

Bundeswirtschaftsministerium veranstaltet zweite 'Gründerwoche Deutschland' ...
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie führt vom 14. bis 20. November 2011 zum zweiten Mal die Gründerwoche Deutschland durch. Die Aktionswoche ist eine zentrale Maßnahme der Initiative "Gründerland Deutschland" und Teil der "Global Entrepreneurship Week", die

REINEMUND: Landeshaushalt nicht auf Kosten der Kommunen sanieren ...
BERLIN. Zu der Androhung von Ministerpräsident Kurt Beck, Steuersenkungen im Bundesrat scheitern zu lassen, erklärt die Vorsitzende des Finanzausschusses und kommunalpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Birgit Reinemund: Die Argumentation von Kurt Beck ist scheinheilig und falsch. E


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z