Konferenz anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation der Russlanddeutschen
ID: 470204
Konferenz anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation der Russlanddeutschen
Der Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR erging als Reaktion auf den Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, für den die Sowjetbürger deutscher Nationalität unschuldig in kollektive Haftung genommen wurden.
Dieses Datum markiert den Anfang einer systematischen repressiven Staatspolitik gegen alle Russlanddeutschen, welche mit Enteignung, Schutzhaft, Zwangsarbeit, Rechtlosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung einherging. Diese Geschehnisse haben das Leben und Selbstbild der Deutschen in der Sowjetunion über Jahrzehnte bestimmt und prägen diese bis heute.
Dieses Kriegsfolgenschicksal begründet eine besondere Verantwortung und Solidarität der Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Russlanddeutschen, die sowohl in der Aufnahme von ca. 2,3 Millionen russlanddeutschen Aussiedlern und Spätaussiedlern wie auch in der Unterstützung für die deutschen Minderheiten in den Herkunftsgebieten zum Ausdruck kommt. Der diesjährige Jahrestag soll zum Anlass genommen werden, im Rahmen einer Konferenz an die Zwangsumsiedlungen und das damit verbundene leidvolle Schicksal der betroffenen Menschen zu erinnern und zum Verständnis der Aussiedlerpolitik der Bundesregierung beizutragen. Das Gedenken an dieses Schlüsselereignis in der Geschichte der Russlanddeutschen soll nicht nur dem Erhalt ihres kollektiven Gedächtnisses, sondern auch ihrer kulturellen Integration in Deutschland dienen.
Die Veranstaltung richtet sich an die russlanddeutschen Aussiedler und Spätaussiedler sowie an Vertreter des gesellschaftlichen Lebens der Bundesrepublik Deutschland, die als Multiplikatoren und Entscheidungsträger besondere Aufmerksamkeit für die Russlanddeutschen entwickeln und weitergeben sollen.
Eine entscheidende Fragestellung der Konferenz ist, inwieweit die Bundesrepublik Deutschland mit der Aufnahmepolitik und der Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler ihrer historisch-moralischen Verantwortung gerecht wird. Dazu gehört die Frage, welche Herausforderungen für die Integration sich aus der Traumatisierung der repressierten Volksgruppe und dem damit verbundenen Verlust der deutschen Sprachbindung ergeben.
In einer Andacht wird der Opfer der Deportation und Zwangsarbeit gedacht. Die künstlerische und kulturelle Aufarbeitung des Themas wird durch Beiträge anerkannter russlanddeutscher Künstler und Kulturschaffender ebenso im Rahmen der Konferenz zum Ausdruck gebracht.
Weitere Informationen finden Sie unter www.bmi.bund.de.
Verantwortlich: Jens Teschke
Redaktion: Markus Beyer, Dr. Mareike Kutt, Hendrik Lörges, Dr. Philipp Spauschus
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Datum: 30.08.2011 - 12:45 Uhr
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