Der Mensch fängt nicht beim Doktor an
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Der Mensch fängt nicht beim Doktor an
"Der Mensch fängt nicht erst beim Doktor an. Auch Meister, Techniker oder Hebammen verfügen über eine hervorrage Ausbildung. Wegen ihrer Qualifikation und Kompetenz sind sie in der beruflichen Praxis unverzichtbar. Deshalb sind immer weiter steigende Studienanfängerquoten allein kein Zeichen für einen hohen Bildungsstandard in Deutschland. Immer neue Studienrekorde dokumentieren zwar die Bildungsaffinität der jungen Menschen, was durchaus positiv zu bewerten ist. Aber letztlich wird dabei übersehen, dass wir in Deutschland einen zweiten Weg haben, der Perspektiven bietet und um den uns international viele beneiden: das duale Berufsbildungssystem. Kein Chirurg kommt ohne OP-Schwester aus, keine Chemikerin ohne Laboranten, kein Architekt ohne Handwerker. Deshalb ist jeder, der wegen doppelter Abiturjahrgänge über volle Hörsäle und unzureichende Betreuungsrelationen klagt, gut beraten, zu prüfen, ob er nicht auch mit einer betrieblichen Ausbildung seine Ziele erreichen kann. Die Möglichkeiten für eine betriebliche Ausbildung waren nie besser. Und wer dann trotzdem noch studieren will, für den ist es auch in einigen Jahren noch nicht zu spät. Denn dann sind auch die Hörsäle wieder leerer und die Betreuungsrelationen besser."
Hintergrund:
Beim 6. BIBB-Kongress kommen rund 1.200 nationale und internationale Experten in Berlin zur Beratung über die Weiterentwicklung des Deutschen Berufsbildungssystems zusammen. An der Tagung nimmt auch Bundespräsident Christian Wulff teil. Der Kongress findet alle fünf Jahre statt.
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Datum: 19.09.2011 - 18:30 Uhr
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