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DGAP-News: Towers Watson: DAX-Aufsichtsräte stärker in die Pflicht genommen/ Zunehmende Professionalität, gute Unternehmensperformance und Veränderungen in der Vergütungsstruktur lassen Bezüge um 9 Prozent steigen/ Studie 'Aufsichtsratsvergütung DAX 2011'

21.09.2011 - 12:43 | 484398
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(firmenpresse) - DGAP-News: Towers Watson / Schlagwort(e): Studie
Towers Watson: DAX-Aufsichtsräte stärker in die Pflicht genommen/
Zunehmende Professionalität, gute Unternehmensperformance und
Veränderungen in der Vergütungsstruktur lassen Bezüge um 9 Prozent
steigen/ Studie 'Aufsichtsratsvergütung DAX 2011'

21.09.2011 / 12:43

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DAX-Aufsichtsräte stärker in die Pflicht genommen

Zunehmende Professionalität, gute Unternehmensperformance und Veränderungen
in der Vergütungsstruktur lassen Bezüge um 9 Prozent steigen

Towers-Watson-Studie 'Aufsichtsratsvergütung DAX 2011'


Frankfurt, 21. September 2011. Die Chefaufseher der DAX-Unternehmen werden
für 2011 im Durchschnitt 297.800 Euro verdienen. Das sind rund 9 Prozent
mehr als im Vorjahr, wie eine aktuelle Studie von Towers Watson zeigt. Der
Anstieg hängt zum einen mit dem Unternehmenserfolg zusammen, ist die
Vergütung der Aufsichträte doch häufig an Kennzahlen wie das Ergebnis pro
Aktie gekoppelt. Zum anderen spiegeln sich hier Veränderungen in der
Zusammensetzung der Vergütung wider, wie etwa die verstärkte
Berücksichtigung des aufgabenbezogenen Aufwands in den Sitzungsgeldern und
der Ausschussvergütung.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Towers-Watson-Studie
'Aufsichtsratsvergütung DAX 2011'. Sie untersucht die
Aufsichtsratsvergütungen der im DAX notierten Unternehmen. Die Studie wurde
zum zehnten Mal in Folge durchgeführt und bietet die aktuellste
Vergütungsprognose. Sie beruht auf Berechnungen von Towers Watson auf Basis
von Analystenschätzungen zur Geschäftsentwicklung für 2011 sowie auf den
Satzungen der Unternehmen. Die Berechnungen wurden im Vorfeld den
Investor-Relations-Abteilungen der DAX-Unternehmen vorgelegt.

'Die Vergütung der Aufsichtsräte soll deren Kontroll- und
Beratungstätigkeit sowie ihre Entscheidungsverantwortungen honorieren.


Ebenso muss sie dem erhöhten Haftungsrisiko und der gewachsenen Komplexität
ihrer Aufgaben Rechnung tragen', erklärt Olaf Lang, Leiter des
Beratungsbereichs Talent&Rewards von Towers Watson, Frankfurt. Welches
Vergütungsmodell diesen Anforderungen am besten entspricht, stehe
allerdings derzeit in der Diskussion, so der Vergütungsexperte. Seine
Empfehlung: 'Dem gesamten Aufgabenspektrum wird man am besten durch eine
Zusammensetzung der Vergütung aus drei Elementen gerecht: 1. Ein fester
Vergütungsanteil honoriert die unabhängige Kontrolle der
Unternehmensleitung - sowohl in Boom- als auch in Krisenjahren. 2. Die
Aufwandsgerechtigkeit wirdüber die Ausschussvergütung und Sitzungsgelder
hergestellt. 3. Eine langfristige variable Vergütung lässt die
Aufsichtsräte am Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens teilhaben, für das
sie Verantwortung tragen.'

Vergütungsstruktur und Vergütungshöhe in der Diskussion

Insgesamt haben acht Unternehmen im DAX die Struktur und Höhe der
Aufsichtsratsvergütung in 2011 angepasst. Dabei wurde zum einen eine
stärkere Nachhaltigkeit und Langfristigkeit der Vergütung berücksichtigt,
wie im Deutschen Corporate Governance Kodex angeregt. Zum anderen wurde die
Ausschussvergütung bei manchen Unternehmen erhöht, bei anderen auf
Festbeträge umgestellt. Fünf der 30 Unternehmen haben die Frage 'feste oder
variable Vergütung der Aufsichtsräte?' zugunsten einer Festvergütung
beantwortet, davon haben drei Unternehmen ihre Vergütung in diesem Jahr
umgestellt.

Auf die Frage, wie hoch die Vergütung der Aufsichtsräte sein sollte,
antwortet Ralph Lange, Leiter der auf Top-Management-Vergütung
spezialisierten Beratungseinheit bei Towers Watson: 'Aufsichtsräte müssen
auf Augenhöhe mit dem Vorstand arbeiten, da sieüber die strategische
Ausrichtung des Unternehmens mit entscheiden und die Tätigkeit des
Vorstands kontrollieren. Deshalb müssen sie auch auf Augenhöhe mit dem
Vorstand entlohnt werden.' Als grober Anhaltspunkt für die Vergütungshöhe
biete sich, so Lange, folgende Herleitung an: 'Ein Vorstandsmitglied im DAX
erhält rund 2.400.000 Euro pro Jahr (Durchschnittswert für 2010). Ein
Aufsichtsratsvorsitzender wendet für seine Tätigkeit etwa ca. zehn bis 20
Prozent der Arbeitszeit eines ordentlichen Vorstandsmitglieds auf (etwa
einen halben bis einen vollen Tag pro Woche). Daher kann sich seine
Vergütung an etwa zehn bis 20 Prozent der Vergütung eines ordentlichen
Vorstandsmitglieds orientieren. Das entspricht etwa 240.000 bis 480.000
Euro. Die durchschnittliche Vergütung für Aufsichtsratsvorsitzende in 2011
wird mit rund 297.800 Euro innerhalb dieses Rahmens liegen.' Lange weist
allerdings daraufhin, dass bei der Vergütungsfestsetzung immer die
Situation des Unternehmens im Einzelfall zu betrachten ist und dass
entsprechend der Situation des Unternehmens auch andere Orientierungswerte
angemessen sein können.

Gestiegene Professionalität - kommt der Berufsaufsichtsrat?

Mit dem aktuellen Vergütungsanstieg um durchschnittlich 9 Prozent reagieren
die Unternehmen nicht zuletzt auf die die gestiegenen Anforderungen an die
Aufsichtsratstätigkeit. Gründe hierfür sind vor allem die gewachsene
Komplexität der Aufgaben, die verschärfte Haftung, die steigende
Internationalisierung der Unternehmen und die größere Dynamik der Märkte.
'Die Aufsichtsratstätigkeit ist längst keine Nebentätigkeit mehr', weißLange. Er beobachtet, dass die Professionalität der Aufsichtsräte weiter
steigt - und mit ihr auch die Vergütung. 'Das ist nicht anders als bei
fähigen Ingenieuren', erläutert der Towers-Watson-Experte. 'Unternehmen
wissen, dass sie gute Leute nur gewinnen können, wenn sie ihnen für gute
Arbeit auch gutes Geld bieten.'

'Angesichts der gewachsenen Anforderungen verändern sich auch das
Selbstverständnis, die Professionalität und die Entschlossenheit, mit der
heutige Aufsichtsräte ihr Amt ausüben' ergänzt Peter H. Dehnen,
Geschäftsführender Gesellschafter GermanBoardRoom. Seiner Meinung nach
sollten insbesondere die Aktionäre darauf drängen, dass für ihr Unternehmen
'die besten Kontrolleure am Werk sind - hoch professionelle Aufsichtsräte,
die vom Wert ihrer Leistungenüberzeugt und sich der eingegangenen
persönlichen Risiken bewusst sind. Diese Entwicklung kann nur zu einem
Ergebnis führen: dem Berufsaufsichtsrat.'

Unterschiedliche Aufgaben spiegeln sich in Vergütungszusammensetzung

Neben den Anforderungen und dem Unternehmenserfolg spiegelt sich auch die
Unternehmensgröße in den Bezügen wider. Die höchsten Werte werden vor allem
von den sehr großen Unternehmen - wo Aufsichtsräte für sehr viele
Mitarbeiter und sehr hohe Umsatzzahlen eine Mitverantwortung tragen -
erreicht (Volkswagen: 785.500 Euro, Siemens: 584.000 Euro, BMW: 505.000
Euro). Darüber hinaus werden der individuelle Arbeitsaufwand und der
jeweilige Verantwortungsumfang der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder
berücksichtigt. So werden in allen DAX-Unternehmen Aufsichtsratsvorsitzende
deutlich höher vergütet als stellvertretende Vorsitzende und Ordentliche
Mitglieder. In 58 Prozent der Unternehmen verdienen
Aufsichtsratsvorsitzende doppelt so viel wie Ordentliche Mitglieder.

Die Ausschusstätigkeit wird gesondert vergütet - Aufsichtsratsmitglieder,
die hier mitwirken, erhalten auch eine höhere Vergütung. Innerhalb der
einzelnen Ausschüsse, etwa dem Prüfungsausschuss oder dem
Präsidialausschuss, setzt sich die Differenzierung nach Aufgabe, Rolle und
Aufwand fort. Auch hier erhält der Ausschussvorsitzende höhere Bezüge als
sein Stellvertreter oder Ordentliche Mitglieder.

Unternehmen für das Thema Diversity sensibilisiert

Der weiterhin niedrige Frauenanteil innerhalb der DAX-Aufsichtsratsgremien
(14 Prozent) ist gegenüber 2010 geringfügig gestiegen (+2 Prozentpunkte).
Auch die Internationalität der Anteilseigner ist noch nicht hinreichend
abgebildet. 56 Prozent des Grundkapitals der DAX-Unternehmen liegen in den
Händen ausländischer Investoren. Jedoch stellen die nicht-deutschen
Aufsichtsratsmitglieder nur ein Viertel aller Aufseher. 'Unternehmen sind
für das Thema ,Diversity' sensibilisiert und berücksichtigen es bei der
Besetzung frei werdender Aufsichtsratsmandate', so Lange. 'Da die Mandate
aber meist für eine Laufzeit von fünf Jahren vergeben werden, ist nicht zu
erwarten, dass die Diversitäts-Anregung des Corporate Governance Kodex von
heute auf morgen umgesetzt werden kann.'

Niedrige Vergütung im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich verdienen die DAX-Aufseher deutlich weniger
als ihre Kollegen in der Schweiz (SLI: 1.773.000 Euro) und Großbritannien
(FTSE 100: 432.000 Euro). Allerdings sind diese auch intensiver in die
Unternehmensführung eingebunden, was das höhere Vergütungsniveau teilweise
erklärt. Denn in einem Dualen System aus Aufsichtsrat und Vorstand mit
getrennten Verantwortlichkeiten und Mitgliedschaften wie in Deutschland
erwachsen andere berufliche Anforderungen als in einem Single-Board-System
wie in der Schweiz mit Kontrolleuren und operativ tätigen Managern in einem
Gremium.


Information zur Studie

'Aufsichtsratsvergütung DAX 2011' analysiert die aktuellen Vergütungen von
Aufsichtsratsvorsitzenden in DAX-Unternehmen. Grundlage der Auswertungen
sindöffentlich verfügbare Quellen, insbesondere Satzungen und
Hauptversammlungsbeschlüsse aus dem Jahr 2011. In die Analyse einbezogen
wurden: die jährlich garantierten festen Bezüge, die Aufsichtsratstantieme
für 2011 (basierend auf Analystenschätzungen für 2011), die
Langfristvergütungen für 2011 sowie Sitzungsgelder und
Ausschussvergütungen.Über Towers Watson

Towers Watson, eine der führenden Unternehmensberatungen weltweit,
unterstützt Gesellschaften, ihren Unternehmenserfolg durch ein effektives
HR-, Finanz- und Risikomanagement zu steigern. Mit rund 14.000 Mitarbeitern
in 37 Ländern entwickelt das Unternehmen Lösungen für betriebliche
Altersversorgung und Nebenleistungen, für das Personal- und
Vergütungsmanagement sowie das Risiko- und Finanzmanagement, einschließlich
der Beratung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen.


Kontakt Presse- undÖffentlichkeitsarbeit Towers Watson

Ulrike Lerchner-Arnold: Tel. (0611) 794-218, E-Mail:
ulrike.lerchner-arnold(at)towerswatson.com

Julia Kößler, Emanate GmbH: Tel. (089) 12445-197, E-Mail:
julia.koessler(at)emanatepr.com


Ende der Finanznachricht

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21.09.2011 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber
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Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten,
Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen.
Medienarchiv unter http://www.dgap-medientreff.de und
http://www.dgap.de

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139941 21.09.2011

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