Schlaganfall: Demografie verschärft die Problematik / Gesellschaft und Politik müssen gegensteuern
ID: 491360
Schlaganfall: Demografie verschärft die Problematik / Gesellschaft und Politik müssen gegensteuern
Bei sinkender Bevölkerungszahl wird die Gruppe der über 60jährigen von 21 Millionen im Jahr 2009 auf über 28 Millionen in 2030 steigen. 80 Prozent aller Schlaganfälle treten in dieser Altersgruppe auf. In 2050 werden gar über 10 Millionen Bundesbürger älter als 80 Jahre sein. So erhöhen sich nicht nur die Fallzahlen, auch die Versorgungskosten des Einzelfalls werden durch die höhere Lebenserwartung deutlich steigen. Heute liegen sie lebenslang bei rund 43.000 EUR pro Patient, 2030 werden sie bereits 54.000 EUR betragen.
Dr. Brigitte Mohn, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, sieht in dieser Frage die gesamte Gesellschaft gefordert. "Wir brauchen einen breiten Konsens, denn die demografischen Fragestellungen werden uns alle angehen". Gleichzeitig müsse man das heutige Versorgungssystem hinterfragen, denn "bereits jetzt sehen wir in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten Verbesserungspotenzial. Sich dieser Herausforderung zu stellen, ist eines unserer zentralen Anliegen für die nächsten Jahre." Aktuell erhalten nur rund 25 Prozent der Patienten eine Rehabilitation. Fachleute meinen dagegen, rund 50 Prozent der Patienten könnte durch Reha geholfen werden.
Eine neue soziale Frage sieht auch Prof. Dr. Darius Nabavi auf die Gesellschaft zukommen: "Immer weniger Patienten müssen an einem Schlaganfall sterben. Allerdings bekommen die Menschen den Schlaganfall in immer höherem Alter. Die Zahl der Pflegefälle wird wahrscheinlich deutlich zunehmen." Der Neurologe ist Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Chefarzt am Vivantes-Klinikum Berlin-Neukölln.
Zwar keinen Ausweg, doch zumindest noch viel Handlungsspielraum sieht er in der Vorbeugung. "Wir feiern medizinisch große Erfolge, doch gleichzeitig wird unser Lebensstil immer ungesünder," sagt Nabavi. Mediziner sind sich sicher: Auf lange Sicht wären 70 Prozent der Schlaganfälle vermeidbar, wenn man die klassischen Risikofaktoren - Rauchen, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung - ausschließt und chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes kontrolliert. Nach einer Umfrage der Schlaganfall-Hilfe glauben tatsächlich mehr als 70 Prozent der Bundesbürger, ihr Risiko selbst beeinflussen zu können. "Aber die Menschen verhalten sich nicht danach," sagt Nabavi und plädiert für noch mehr Aufklärungsarbeit und konsequente Unterstützung der Patienten bei der Umstellung ihres Lebensstils.
Mehr Informationen:
http://www.schlaganfall-hilfe.de
Kontakt
Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Pressestelle
Mario Leisle
Tel. 0 52 41 / 97 70 - 12
mario.leisle@schlaganfall-hilfe.de
http://www.schlaganfall-hilfe.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 30.09.2011 - 17:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 491360
Anzahl Zeichen: 3569
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 516 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schlaganfall: Demografie verschärft die Problematik / Gesellschaft und Politik müssen gegensteuern"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die häufigsten Behinderungen nach einem Schlaganfall sind unsichtbar - eine große Herausforderung für Betroffene, aber auch ihr Umfeld. Viele Menschen verbinden einen Schlaganfall mit körperlichen Beeinträchtigungen. Doch die häufigsten Folgen sind Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Spr
Schlaganfall-Hilfe wird ihre Reichweite vergrößern ...
1,6 Millionen Menschen suchten 2025 Rat auf der Website der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Heute stellte die 1993 von Liz Mohn gegründete Stiftung ihren Jahresbericht vor - und damit auch ihre ambitionierten Ziele für 2026. Immer mehr Menschen überleben Die akute Versorgung des Schlaganf
Schlaganfall-Prävention / Viele kennen ihr Risiko nicht ...
Viele Menschen in Deutschland haben ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko, ohne es zu wissen. Das zeigt eine Untersuchungsreihe der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Unternehmen und Behörden. Testreihe in Unternehmen Mehr als 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutscher Unternehmen und BehÃ
Weitere Mitteilungen von Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Einsatz von Dopingmitteln im Breitensport 'ZDFzoom' verfolgt Spur in Hessen ...
Ein geheimer Ort in Hessen. In einer kleinen Halle lagern über fünf Millionen Tabletten, Ampullen und Wirkstoffe: Dopingmittel mit einem Schwarzmarktwert von zirka 15 Millionen Euro. Sie wurden von Zoll und Bundeskriminalamt in den vergangenen Monaten bei Razzien, Hausdurchsuchungen und Stichprobe
ganicwater - Quellwasser mit Geschmack ...
Norwegisches Quellwasser angereichert mit fruchtigen Aromen. Die Idee als solche ist bekannt, auf dem Gebiet der geschmacklich aufgehübschten Wässer tummeln sich bereits einige Anbieter. Neu ist natürlich der Umstand, dass es sich bereits beim ursprünglichen Wasser um besonders reines Mineralwas
iChoc sucht"The voice of FunkyNic" ...
[28.09.2011] Zusammen mit dem Online-Jugendradio YouthFM castet iChoc vom 01. bis zum 31. Oktober 2011 eine soulige Männerstimme für einen Promotionclip zum neuen Schokoladen-Weihnachtsmann "FunkyNic". Im Video soll der Weihnachts-Evergreen "Jingle Bells" als witzige Funk"
Absolut Mode Edition von Absolut Vodka ...
Absolut Vodka ist mittlerweile schlicht der Inbegriff einer Vodkamarke. Hier wurde Marketing revolutioniert und kultiviert. Die Typische Absolut Vodka Flasche ist heute nicht mehr nur schnöde Verpackung, sie ist eine Ikone. Doch während man meist derartige Markensymbole nicht anzurühren wagt, geh




