Umstellung der Netzstrukturen darf nicht unkontrolliert verlaufen
(firmenpresse) - Berlin/Bonn – Die Internet-Telefonie wird immer beliebter – aber auch gefährlicher. So gab der Branchenverband Bitkom http://www.bitkom.de bekannt, dass die Deutschen im vergangenen Jahr 16 Milliarden Minuten über Voice over IP (VoIP) telefoniert haben. Gleichzeitig warnt ein VoIP-Experte vor Sicherheitsrisiken: „Auf bbc.co.uk berichtet Dave Gladwin, Mitarbeiter des VoIP-Anbieters Newport Networks, dass Zugangsdaten von VoIP-Usern gestohlen werden und schon für 17 Dollar pro Stück auf dem Online-Schwarzmarkt zu haben sind. Zwar befinde sich dieser Zweig der Internet-Kriminalität noch am Anfang, wachse aber mit der zunehmenden Bedeutung von VoIP“, berichtet das Computermagazin Chip http://www.chip.de.
Laut Gladwin seien vor allem private Nutzer betroffen, die unverschlüsselte Dienste in Anspruch nehmen, da hier die Benutzername und Passwort sehr leicht abgefangen werden könnten. So habe ein Unbefugter die Möglichkeit, mit diesen Zugangsdaten auf Kosten des Users zu telefonieren. Die weit verbreitet VoIP-Software Skype sei in dieser Hinsicht aber sicher, da die Kommunikation hier verschlüsselt übertragen wird. Vielen VoIP-Anbietern wäre es demnach ebenfalls möglich, ihre Software mit einem Verschlüsselungsalgorithmus aufzurüsten.
Experten warnen vor einer schleichenden und unkontrolliert verlaufende Umstellung der Netzstrukturen: „Das kann sich langfristig nachteilig für Verbraucher und Unternehmen auswirken. Die technischen Entwicklungen und die Marktdurchdringung dürfen das rechtliche Regime – etwa bei der Zusammenschaltung und in der Missbrauchsprävention – nicht überholen“, fordert Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bonner Mehrwertdienste-Spezialisten Next ID http://www.next-id.de.
Die erprobten und erfolgreichen Geschäftsmodelle und Systematiken müssten in die neue All-IP-Welt überführt werden. „Gleichzeitig muss man Voraussetzungen schaffen, um auf Basis der neuen Technologien neue und verbraucherfreundliche Dienste zu entwickeln. Die entscheidenden Grundlagen dafür werden die Gleichen wie heute sein: Die Sicherstellung der Abrechenbarkeit und Erreichbarkeit von Mehrwertdiensten und Servicerufnummern, Trusted Domains, der diskriminierungsfreie Zugang zum und für den Endnutzer sowie die Wahrung von Verbraucherschutzrechten und die effiziente Missbrauchsprävention, um die Vertrauenswürdigkeit in die neuen Dienste zu stärken“, so Zilles. Das seien die gemeinsamen Herausforderungen für Wirtschaft, Bundesnetzagentur und Politik.
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