?Klimaschutz fängt im Kleinen an?
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"Klimaschutz fängt im Kleinen an?
Der Handel mit CO2-Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems ist laut Umweltministerin Lucia Puttrich ein effektives Marktinstrument, um wirkungsvoll das Klima zu schützen. Die Idee hinter diesem Instrument ist einfach: Kohlendioxid wird eine "Ware" und für den Ausstoß müssen Zertifikate erworben werden. Dies ermöglicht den Betreibern von Feuerungsanlagen ökonomische Flexibilität bei Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen. "Wo und durch welche Maßnahmen dies im Einzelnen geschieht, ist dabei nicht so wichtig, denn für das globale Klima kommt es allein darauf an, dass die CO2-Emissionen insgesamt reduziert werden", sagte Puttrich bei einem Unternehmensbesuch der Firma Urbana Energietechnik AG Co. KG in Raunheim.
Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat 2009 im Rahmen des Hessischen Klimaschutzkonzeptes ein Pilotprojekt entwickelt, das Unternehmen die Möglichkeit bietet, vom Emissionshandel zu profitieren und Investitionen in Hessen im Bereich der Klima- und Energieeffizienz fördert. Seine Legitimation folgt unmittelbar aus dem Kyoto-Protokoll, welches 191 Staaten im Sinne des Klimaschutzes unterzeichnet haben. Das Joint Implementation-Modellprojekt Hessen, kurz JIM.Hessen ist für alle Betreiber von Heiz- und Dampfkesselanlagen in Hessen eingerichtet worden, die planen, ihre Anlage energetisch zu modernisieren. Die daraus resultierenden CO2-Einsparungen werden in Zertifikate umgewandelt. Der Erlös aus dem Verkauf kommt den teilnehmenden Unternehmen zugute.
Die Urbana GmbH nimmt seit 2010 mit einer Anlage in Raunheim teil. Im Rahmen des JIM.Hessen-Projekts informierte sich Puttrich vor Ort über das Programm und die Anlage, die eine große Wohnsiedlung aus über 2.300 Wohnungen mit Wärme aus Erneuerbaren Energien versorgt. Die Urbana hat ihre bisherige konventionelle Heizanlage durch eine moderne Holzpelletanlage ersetzt und spart voraussichtlich bis Ende 2012 rund 10.000 Tonnen CO2. Sie erwartet durch den Verkauf der Zertifikate eine voraussichtliche Reduzierung der Investitionskosten um 105.000 Euro.
Puttrich: 'Klimaschutz auch mit einfach Mitteln möglich'
"Klimaschutz fängt im Kleinen an. Dies gewinnt umso mehr an Bedeutung vor dem Hintergrund der schwierigen Verhandlungen um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen innerhalb der Weltstaatengemeinschaft. Die internationalen Bemühungen um den Klimaschutz sind ein wenig ins Stocken geraten. Es ist deshalb wichtig, vergleichsweise kleine Projekte wie das der Firma Urbana an die Öffentlichkeit zu bringen um zu zeigen, dass Klimaschutz auch mit einfachen Mitteln möglich ist", unterstrich Puttrich. Die Transferstelle Internationaler Emissionshandel bei der Hessen Agentur koordiniert das JIM.Hessen Förderprogramm und ist erster Ansprechpartner für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Kommunen, Contractoren oder größere Klinikbetriebe, die Interesse an diesem Projekt haben.
"In Zeiten von Ressourcenverknappung und den damit steigenden Energiekosten lohnt sich eine Teilnahme an JIM.Hessen in Verbindung mit Energieeffizienzmaßnahmen, CO2-Reduktion und der Beteiligung am Emissionshandel für hessische Unternehmen gleich doppelt. Gleichzeitig leistet Hessen einen Beitrag für den weltweiten Klimaschutz", so die Ministerin abschließend.
Pressestelle: Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Pressesprecher: Thorsten Neels
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Datum: 12.10.2011 - 12:00 Uhr
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