Geoforschungszentrum Potsdam ausgezeichnet
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Geoforschungszentrum Potsdam ausgezeichnet
Die Initiative "Deutschland ? Land der Ideen" hat am
Die in Groß Schönebeck durchgeführten Projekte dienen dazu, die Wettbewerbsfähigkeit dieser erneuerbaren Energiequelle zu stärken. Im Hinblick auf die nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Neuorientierung der deutschen Energiepolitik stellte Professor Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Geoforschungszentrums, anlässlich der Ehrung fest: "Nicht erst seit diesen Vorkommnissen besteht Einigkeit darüber, dass es einer Energiewende hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung bedarf, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit." Beim Einreichen der Wettbewerbsunterlagen Ende 2010 war diese Entwicklung noch nicht absehbar.
Experimente unter natürlichen Bedingungen
Um eine großtechnische Nutzung der tiefen Geothermie für die Wärme- und Stromversorgung auch in Deutschland zu erreichen, muss die noch junge Technologie optimiert werden, und das auf allen Stufen des gesamten sehr komplexen Systems. Es gibt keine geothermische Anlage "von der Stange". Zur Sicherung eines nachhaltigen Anlagenbetriebs sind noch viele Herausforderungen zu lösen. Geologen, Geophysiker, Ingenieure und Techniker nutzen zwei mehr als 4.300 m tiefe Bohrungen in Groß Schönebeck, um neue Verfahren für eine effektive geothermische Stromerzeugung und Komponenten zu testen. Die zu erschließende Erdwärme ist hier im tiefen Gestein gespeichert. Die Bohrung birgt in 1.200 m Tiefe eine Tiefenpumpe und lässt bei den Experimenten verschiedene Bohrlochmessverfahren zu. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse zum nachhaltigen Management geothermischer Lagerstätten, zum beteiligten Reservoirvolumen, zur Korrosion und zum Komponentenverhalten. Diese und andere Fragestellungen können so unter natürlichen Bedingungen getestet werden.
In der Tiefe liegen die Bohrungen knapp 500 m auseinander. Durch ein Risssystem zwischen ihnen, das künstlich im Gestein geschaffen wurde, indem Wasser mit Überdruck eingepresst wurde, kann als Wärmeträgermedium Wasser zirkulieren. In dieser so genannten geothermischen Dublette wird über eine Bohrung das heiße Wasser gefördert, dann energetisch genutzt und anschließend über die zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeführt. In Groß Schönebeck weist das Tiefenwasser einen hohen Salzgehalt auf und eine Temperatur von ca. 150 °C. Damit reicht es für die Stromerzeugung aus. Die hier in der Tiefe zu findenden sedimentären Strukturen sind charakteristisch für weite Teile Mitteleuropas (z. B. Norddeutschland) und die hier gewonnenen Erkenntnisse lassen sich gut auf Anlagen andernorts übertragen. Weitere Informationen zu diesem Forschungsstandort enthält das Forschungsjahrbuch Erneuerbare Energien und das Portal des GeoForschungsZentrums Potsdam
Zum Hintergrund:
Das Projekt Groß Schönebeck wird im Rahmen der Energieforschung vom Bundesumweltministerium gefördert und ist einer der Preisträger im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen". Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff prämiert die Standortinitiative "Deutschland ? Land der Ideen" in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank bereits seit 2006 Ideen und Projekte, die einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten. Mehr Informationen zu allen Preisträgern finden Sie unter www.land-der-ideen.de
Bildunterschrift: Daniel Becker (Deutsche Bank AG) überreicht den Preis an Dr. Ernst Huenges und Prof. Dr. Reinhard Hüttl (v. l.)
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Datum: 18.10.2011 - 15:00 Uhr
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