Auf dem Gipfel des Mount McKinley
Als erster bayerischer Bergsteiger die Seven Summits bezwungen
Der Weilheimer Orthopäde Dr. Karl Flock hat den Gipfel des Mount McKinley, des kältesten Berges der Erde, erreicht. Damit hat der Bergsteiger aus Leidenschaft den letzten Berg der Seven Summits bezwungen. Dr. Karl Flock gehört zu den wenigen Deutschen, die die höchsten Berge der sieben Kontinente erreicht haben. Der Lebenstraum des Bergdoktors ist damit in Erfüllung gegangen.
Bereits am 28. Mai starteten die erfahrenen Bergsteiger vom Hochlager in 5.300 Metern aus den ersten Versuch, den Gipfel zu erklimmen. Die extremen Winde und die hohe Erfrierungsgefahr bei minus 35 Grad Celsius veranlassten die Gruppe jedoch zur Umkehr ins vierzehner Lager, dem Medical Camp. Dann die Nachricht vom Wetterdienst, dass sich am 31. Mai bis auf Weiteres das einzige Wetterfenster öffnen wird. Schnell entschied die Gruppe, dass zwei Bergsteiger erneut den Gipfel versuchen werden, Karl Flock und Wolfgang Thomaseth: „Mein alter Bergfreund ist absoluter Bergprofi, vor allem in Bezug auf das Erklimmen der internationalen Berge – und war damit eine ideale Ergänzung für diesen enormen Kraftakt.“
In Begleitung des Peißenberger Arztes Dr. Wilhelm Fischer, des Weilheimers Manfred Pongratz sowie von Wolfgang Thomaseth aus Südtirol und vom Österreicher Matthias Knaus, ist der leidenschaftliche Bergsteiger am 13. Mai zum zweiten Mal zum Mount McKinley aufgebrochen.
Dr. Karl Flock, der letztes Jahr eine Expedition zum Mount McKinley auf Grund katastrophalen Wetters aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgebrochen hat: „Wir sind froh und sehr dankbar, dass wir den Gipfel des „eiskalten Riesen“ gesund erreicht haben. Das ist nicht selbstverständlich, denn jedes Jahr verunglücken hier Bergsteiger tödlich. Die West-Buttress-Route zum Gipfel beträgt 24 Kilometer. Auf dieser vergleichsweise kurzen Strecke haben wir 4.500 Höhenmeter überwunden. Wer es nicht selbst erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, was es für den Organismus bedeutet, sich an diese Höhe anzupassen. Die Kälteeinbrüche von bis zu minus 50 Grad Celsius und orkanartige Stürme machten tagelanges Ausharren in unseren Zelten notwendig. Das ist eine unglaubliche seelische Belastung. Zum Glück hat sich das Wetterfenster geöffnet, so dass wir den Gipfel erklimmen konnten. Wir haben tatsächlich durch das Fenster zum Himmel geschaut. Von diesem Eindruck zehren wir ein Leben lang.“
Für den Bergdoktor aus Weilheim markiert die Bezwingung des Mount McKinley einen Fixpunkt in seiner Vita als Bergsteiger. Denn sein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen: Die Seven Summits zu besteigen. Als „Seven Summits“ bezeichnet man die höchsten Gipfel der sieben Kontinente Europa (Elbrus, 5642 m), Asien (Mount Everest, 8850 m), Afrika (Kilimandscharo, 5892 m), Nordamerika (Mount McKinley, 6194 m), Südamerika (Aconcagua 6959 m), Antarktis (Mount Vinson, 4897 m) und Ozeanien/Australien (Carstensz-Pyramide, 4884 m; der niedrigere Kosciuszk, 2228 m). Jeder Gipfel hat seine ganz besonderen Eigenheiten, Tücken und Schwierigkeiten, so dass die Seven Summits selbst für viele erfahrene und routinierte Extrem-Bergsteiger ein Leben lang nicht nur größtes Ziel, sondern zugleich auch Wunschtraum bleiben müssen. Als erstem gelang es dem Kanadier Patrick Morrow, alle sieben Summits – in der bergsteigerisch anspruchsvolleren Variante mit der Carstensz-Pyramide – zu erklimmen (bis zum Jahr 1985), dicht gefolgt von Reinhold Messner.
Seitdem haben es weltweit nur 108 Menschen geschafft, alle sieben Summits zu bezwingen, darunter nur zwei Deutsche: 1994 Ekkert Gundelach und 1992 der im März 2005 gestorbene Gerhard Schmatz [Quelle: www.7summits.com, letzter Stand der Statistik Januar 2007; aktueller Stand der Recherche 26. Mai 2008]. Bestätigt ist, dass ein weiterer dritter Deutscher, Dirk Stephan, im März 2008 die Seven Summits vollendet hat [Quelle: www.7summits-club.com]. Aus unbekannten Gründen fehlen in entsprechenden Listen die Namen von zwei weiteren Deutschen, die nach eigenen Angaben ebenfalls auf allen sieben Gipfeln standen. [aktueller Stand der Recherche: 26. Mai 2007].
Mit Erreichen des Gipfels vom Mount McKinley kann sich der Weiheimer Orthopäde und Kniespezialist Dr. Karl Flock zum exklusiven Kreis der Bergsteiger zählen, die alle Seven Summits geschafft haben. Noch dazu als erster Bayer.
Doch jetzt steht für das Bergsteigerteam erst mal der Rückweg vom 6.194 Meter hohen Mount McKinley an und dann die Rückkehr über Anchorage nach Europa – nach Hause.
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Über Karl Flock:
Dr. med. Karl Wolfgang Flock, geboren am 31.10.1953 in Weilheim in Oberbayern, ist einer der vier leitenden Orthopäden am Orthopädischen Fachzentrum (OFZ) Weilheim/Garmisch-Partenkirchen. 1992 hat der Kniespezialist mit dem Kollegen Dr. Wolfried Hawe eine orthopädische Gemeinschaftspraxis gegründet, die im Dezember 2003 gemeinsam mit drei orthopädischen und zwei anästhesiologischen Kollegen zu einem orthopädischen Fachzentrum erweitert wurde. Damit haben die Spezialisten ihre Idee vom ambulanten Operieren und einer orthopädischen Rundumversorgung verwirklicht.
Dr. Karl Flock, Sportmediziner und Kniespezialist, mit dem Schwerpunkt auf minimal-invasiver Therapie von Knieverletzungen, verbindet medizinisches Wissen mit sportlicher Leidenschaft. Sein medizinisches Know-how verband Flock schon früh mit seiner sportlichen Qualifikation als staatlich geprüfter Skilehrer und Leiter eines überregionalen Skischulverbundes. Als Mannschaftsarzt betreute er die deutsche Skidamen-Nationalmannschaft (1988 bis 1995) und die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft (1985 bis 1988). Karl Flock ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. Ein starkes Team, das ihn bei seinen zahlreichen beruflichen und sportlichen Aktivitäten unterstützt – und ihm Kraft und Rückhalt gibt. Vor allem, wenn es um seinen Lebenstraum geht: Das Bezwingen der höchsten Gipfel der sieben Kontinente.
Ursula Frings-Braun – Senior Consultant
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Datum: 02.06.2008 - 18:07 Uhr
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Freigabedatum: 02.06.2008
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