NABU: Naturschutzbelange beim Ausbau der Stromnetze ernst nehmen
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NABU: Naturschutzbelange beim Ausbau der Stromnetze ernst nehmen
Tschimpke begrüßt gemeinsame Erklärung mit europäischen Netzbetreibern
Brüssel/Berlin ? In Anwesenheit von EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat heute der Dachverband des NABU in Brüssel, BirdLife Europe, eine gemeinsame Erklärung mit europäischen Netzbetreibern unterzeichnet. "Wir begrüßen, dass auch deutsche Unternehmen wie TenneT und 50Hertz die Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt und die Einhaltung der europäischen Naturschutzrichtlinien beim Ausbau der Stromnetze unterstützen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Gleichzeitig sind wir als Umweltorganisationen herausgefordert, mit den Netzbetreibern konstruktiv zusammen zu arbeiten, um den wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien sinnvoll in das Stromsystem zu integrieren." Neben BirdLife tragen auch Greenpeace und Friends of the Earth die Erklärung mit. In der "European Grid Declaration" haben sich die zeichnenden Parteien auf gemeinsame Prinzipien für den Netzumbau, die Prüfung von Alternativen und deren Umweltverträglichkeit, die verstärkte Beteiligung der Bevölkerung, den gemeinsamen Erfahrungsaustausch sowie die Minimierung von Auswirkungen auf Natur und Umwelt verständigt.
Die öffentlichen Auseinandersetzungen um neue Infrastrukturprojekte haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass immer wieder Einschränkungen des geltenden Naturschutzrechts gefordert werden. "Egal ob die FDP in Deutschland oder die Industrielobby in Brüssel, immer wieder muss die Energiewende dafür herhalten, dass angeblich Ausnahmen für die Eingriffsregelung oder die EU-Naturschutzrichtlinien unverzichtbar seien. Als ob die Bilanz der Politik beim Erhalt der biologischen Vielfalt und dem Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume nicht verheerend genug wäre", kritisierte Tschimpke. "Mit der europäischen Koalition aus Netzbetreibern und Umweltorganisationen wollen wir zeigen, dass es bei Planung, Bau und Betrieb neuer Stromleitungen viele Möglichkeiten gibt, negative Auswirkungen auf die Natur zu begrenzen. Dazu müssen nicht die Gesetze geändert, sondern praxistaugliche Regelungen und Hilfen für die richtige Anwendung des geltenden Rechts entwickelt werden", so Tschimpke weiter.
Der NABU begrüßt ausdrücklich, dass sich die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung auch dazu bekennen, den Vogelschutz an bestehenden Freileitungen zu verbessern. Bei neuen Stromtrassen kommt es vor allem darauf an, die Zerschneidung von Lebensräumen zu minimieren. Gleichzeitig gibt es erste Erfahrungen, wie durch angepasste Pflegekonzepte Trassenflächen ökologisch aufgewertet werden können. "Wir brauchen mehr Transparenz und Flexibilität bei der Netzplanung und dem Einsatz neuer Technologien wie Erdkabel oder Hochtemperaturseile. Gemeinsame Pilotprojekte von Netzbetreibern und Naturschützern können dazu beitragen, die Vor- und Nachteile zu analysieren und zu bewerten", erklärte Tschimpke.
Mehr Informationen zur "European Grid Declaration" gibt es unter http://www.renewables-grid.eu/
Für Rückfragen:
Carsten Wachholz, NABU-Energieexperte, Tel. 030-2884984-1617
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Karin Deckenbach, Britta Hennigs, Jasmin Singgih
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Datum: 10.11.2011 - 13:30 Uhr
Sprache: Deutsch
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