Umfrage unter Selbständigen: 83 Prozent für Mindestlöhne
Eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder des BDS Bayern spricht sich laut einer verbandsinternen Umfrage für Mindestlöhne aus. Das favorisierte Modell sind nichtstaatliche Mindestlöhne, die von den Tarifparteien für einzelne Branchen ausgehandelt und vom Gesetzgeber für allgemeinverbindlich erklärt werden. Billigstanbietern, die mit übelsten Tricks wie Benutzungsgebühren für Toiletten Löhne um bis zu drei Viertel nach unten drücken, kann nur so das Handwerk gelegt werden. An solche Preisbrecher sollte der Staat zudem keine Aufträge vergeben.
sehen auch die Mitglieder des BDS so: bei einer verbandsinternen Umfrage sprachen sich nur 17 Prozent gegen einen Mindestlohn aus. Die restlichen 83 Prozent sind für einen Mindestlohn, präferieren allerdings unterschiedliche Modelle. Die größte Zustimmung erhält ein Mindestlohn, der je nach Branchen unterschiedlich hoch ist. Diesen bevorzugen 38 Prozent. 24 Prozent sind dafür, dass wie in Großbritannien eine Kommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaften und Wissenschaftlern eine einheitliche Lohnuntergrenze festlegt. Und selbst ein staatlicher Mindestlohn wie in Frankreich kommt auf 21 Prozent Zustimmung bei Unternehmern und Selbständigen.
Aufgrund der großen Zustimmung bei den rund 400 befragten Teilnehmern für tarifpartnerschaftliche Lösungen legt der BDS Bayern großen Wert darauf, dass der Staat sich auch in Zukunft aus der Lohnfindung heraushält. „Wir haben in Deutschland eine gute Tradition, dass die Löhne von den
Tarifparteien ausgehandelt werden. Wir lehnen daher einen staatlichen Mindestlohn ab. Frankreich hat einen solchen Mindestlohn und dort ist die Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen, deutlich höher“, erklärt Ingolf F. Brauner.
Der BDS schlägt daher vor, dass es flächendeckend branchenspezifische Mindestlöhne geben soll, die die Tarifpartner aushandeln und der Staat dann für allgemeinverbindlich erklärt. Dieser Lohn gilt auch für Firmen, die nicht in der Tarifgemeinschaft sind. „Dies verhindert, dass Billigheimer mit
Dumpinglöhnen den Markt kaputt machen und sorgt gleichzeitig dafür, dass branchenspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden.“ Brauner verweist in diesem Zusammenhang auch auf die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern und Selbständigen: „Viele unserer Mittelständler sind vor Ort stark gesellschaftlich und sozial verankert. Da ist es nur selbstverständlich für uns, dass wir Löhne zahlen, mit denen die Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können und nicht von staatlichen Transfers abhängig sind.“
Der BDS legt auch Wert darauf, dass es nicht damit getan ist, wenn der Staat Mindestlöhne festsetzt. „Bund, Länder und Kommunen haben bei der Vergabe von Aufträgen auch die Pflicht dafür zu sorgen, dass nicht immer der billigste Anbieter gewinnt. Wer keine Mindestlöhne zahlt, sollte auch keine staatliche Aufträge bekommen“, so Brauner. Christoph Auer, Inhaber eines Ingenieurbüros und stellvertretender BDS-Ortsvorsitzender in Maisach beobachtet übelste Sitten. „Es ist durchaus üblich, dass „schwarze Schafe“ am Bau einen Mindestlohn unterlaufen. Abzüge bei der Auszahlung an die Mitarbeiter für „Leihgebühren“ der Werkzeuge, Unterkünfte, bis hin zur Toilettenbenutzung trifft man immer wieder an. Da werden leicht mal bis zu drei Viertel des Lohnes abgezogen.“ Für ihn ist der Mindestlohn so lange eine Farce, solange der Staat nicht bei seinen eigenen Aufträgen für ordentliche Verhältnisse sorgt. „Derzeit kommen solche Preisbrecher gerade bei öffentlichen Auftraggebern vermehrt zum Zuge, da sie das vorherrschende System begünstigt. Wer es mit einem Mindestlohn ernst meint, muss auch hier ansetzen und nicht nur Wahlkampfsprüche klopfen.“
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Dem BDS Bayern gehören 20.000 Unternehmen und Selbständige mit rund 350.000 Mitarbeitern an. Über 90 Prozent der Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen des bayerischen Mittelstands sind in Familienbesitz.
Datum: 14.11.2011 - 16:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 519659
Anzahl Zeichen: 4041
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Axel Heise
Stadt:
München
Telefon: 089-540560
Kategorie:
Bundesregierung
Meldungsart: bitte
Versandart: Veröffentlichung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 294 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umfrage unter Selbständigen: 83 Prozent für Mindestlöhne"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BDS Bayern (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
MÜNCHEN. „Der Vorschlag, Raucherpausen auf die Mittagspause und den Feierabend zu beschränken, ist ein ziemlicher Unsinn“, erklärt Ingolf F. Brauner, der Präsident des BDS Bayern. Schließlich sei es völlig inkonsequent, dass wir Selbständige und Mittelständler immer wieder den Abbau von
„Wir Selbständige können selbst vorsorgen“ ...
MÜNCHEN. „Von uns Selbständigen kann man durchaus verlangen, dass wir selber wissen, wie wir ausrei-chend für das Alter vorsorgen. Eine Pflicht zur Altersvorsorge, wie sie die CSU vorschlägt, ist aus unserer Sicht eine unnötige staatliche Gängelung“, erklärt Ingolf F. Brauner, Präsident
BDS Deutschland gegründet: „Der Mittelstand braucht eine selbstbewusste Stimme in Berlin“ ...
BERLIN/MÜNCHEN. „In vielen Fragen haben die Beschlüsse der Bundespolitik eine intensive Auswir-kung auf uns Mittelständler. Mit dem BDS Deutschland wollen wir in Zukunft in Berlin stärker Flagge zeigen. Die Gründung dieses neuen Bundesverbandes ist daher die konsequente Weiterentwicklung des
Weitere Mitteilungen von BDS Bayern
Die Plattform „Direkt zur Kanzlerin!“ feiert ihren 5. Geburtstag ...
Die unabhängige Internetplattform schafft, was auf anderen Kommunikationswegen häufig nicht zu schaffen ist: Die Fragestellerinnen und Fragesteller erhalten von der Kanzlerin direkte, regelmäßige Antworten, und das öffentlich. Die Nutzer können eigene Beiträge formulieren oder sich an der
Die Welt schaut zu - Deutschland weg. ...
Globalisierung auf dem Weltmarkt bedeutet noch lange nicht Globalisierung der Menschenrechte und Solidarität. Samstag, 19. März 2011, 7.55 Uhr. Einer der größten Menschenrechtsverachter, Narziss und Diktator, Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, schlachtet zur Minute sein Volk ab – und die Wel
Genitalverstümmelung an Mädchen in Deutschland: Gesetzesantrag von BÜNDNIS 90/DIE Grünen entpuppt sich als Mogelpackung ...
Hamburg, den 08.03.2011. Die TaskForce kritisiert den erneuten Vorstoß von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, einen eigenen Straftatbestand „Genitalverstümmelung“ einzuführen. Was auf den ersten Blick breite Zustimmung bei der Wählerschaft fördern dürfte, entpuppt sich bei näherer Ansicht als Mogel




