Freihandelszone stellt Weichen für Afrikas Zukunft
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Die drei beteiligten Handelsblöcke – die Southern African Development Community (SADC), die East African Community (EAC) und der Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA) – hatten bereits im Oktober 2008 in Kampala (Uganda) die Entscheidung für ein Freihandelsabkommen getroffen. Ziel ist die Förderung des intraregionalen Warenaustauschs. Der Markt wird vergrößert, Investitionen gefördert und der Wettbewerb sowie die Entwicklung der überregionalen Infrastruktur gestärkt.
In der angestrebten Freihandelszone leben nahezu 600 Millionen Menschen mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1 Billion US Dollar. Damit befindet sich Südafrika in derselben Liga wie China, Indien, Russland, Brasilien, die USA und die EU und gehört somit zu den Wirtschaftszentren der Zukunft.
Folgende Zahlen sprechen für sich:
• Die Konsumausgaben in Afrika lagen 2008 bei 860 Milliarden Dollar und werden bis 2020 auf 1,4 Billionen Dollar ansteigen.
• 2040 werden 1,1 Milliarden Afrikaner im erwerbsfähigen Alter sein
• Urbanisierung fördert Wachstum: Afrika verfügt bereits jetzt über 52 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern. Das sind mehr als in Europa. 2030 werden 50 Prozent der Einwohner in den Städten leben.
• Afrikas Renditen auf ausländische Direktinvestitionen sind die höchsten der Welt.
Südafrika ist mit seiner modernen und hoch entwickelten Wirtschaft in der besten Ausgangsposition, um die Vorteile eines erweiterten Markts voll auszuschöpfen.
Das World Economic Forum (WEF) hat Südafrika aufgrund seiner Auditing- und Berichtsstandards sowie Börsenregulierung bereits an die weltweite Spitzenposition gesetzt. Auch die Solidität der Banken, die in Ratings als zweitbeste weltweit eingestuft wird, ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein großer Vorteil. Auch der kürzlich ausgerufenen National Development Plan verbessert die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Der wirtschaftliche Aufschwung der BRICS-Staaten basiert auch auf ihrem riesigen Binnenmarkt. Mit der Freihandelszone wird Südafrika ein Markt zur Verfügung stehen, der zwölfmal größer ist als die heutigen 50 Millionen Kunden.
Der Weg zur Einführung einer Freihandelszone wird nicht leicht, besonders die industriepolitischen Verhandlungen könnten schwierig werden.
Einige Punkte auf der Agenda sind:
•die Umsetzung des Industrial Policy Action Plan (IPAP)
•der Handel von Industriegütern
•der Export von Mehrwertprodukten
•der Protektionismus zwischen den afrikanischen Staaten
•die restriktive Regelungen von Handelsgenehmigungen
•die wirtschaftliche Disparitäten
Zudem bringt die Tatsache, dass drei bereits etablierte Handelsblöcke eine Verschmelzung anstreben, ebenfalls gewisse Hindernisse mit sich. Insbesondere weil die Integration in den einzelnen Regionen unterschiedlich weit fortgeschritten ist und sehr unterschiedliche Regelwerke vorliegen.
Tatsache ist, dass das Wirtschaftswachstum aller teilnehmenden Länder durch einen erweiterten intraregionalen Handel gefördert würde. Für den gesamten afrikanischen Kontinent liegt dies derzeit nur bei zwölf Prozent des gesamten grenzüberschreitenden Handels, während es in Asien bei 50 Prozent und in der Europäischen Union bei 80 Prozent liegt.
Die Freihandelszone wäre jedoch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu der Vision, die die Gründungsväter der Organisation of African Unity im Jahr 1963 im Sinn hatten: eine afrikanischen Wirtschaftsunion.
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Datum: 01.12.2011 - 14:00 Uhr
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