Umweltmerkmale von Produkten online oft intransparent – E-Commerce will sich stärker engagieren
Ergebnisse und Perspektiven des Pilotprojekts „Umweltrelevante Produktinformationen im E-Commerce“ des Bundesministeriums für Umwelt
Die Studienergebnisse liegen nun vor. Die Quintessenz lautet:
Die befragten Unternehmen zeigen ein großes Interesse, künftig besser über die Umwelteigenschaften ihrer angebotenen Produkte zu informieren. Zugleich bestätigt die Untersuchung, dass viele umweltfreundliche Produkte nicht als solche zu erkennen sind.
Ausgangspunkt des Projektes ist die Beobachtung ausgeprägter Kundenunzufriedenheit: viele Verbraucher fühlen sich online schlecht über Umwelteigenschaften von Produkten informiert, würden aber, wenn sie diese erkennen könnten, umweltfreundliche Produkte präferieren. Diese Produkte gehören bereits heute – oft zu hunderten, teilweise sogar zu tausenden – zum Sortiment vieler Versandhändler.
Der Sachstand ist, so die Befragungsergebnisse der explorativen Studie, dass
•fast alle Unternehmen heute bereits umweltbezogene Produktinformationen vermitteln, vor allem in der Beschreibung oder im Artikelnamen.
•Selten setzen die Firmen aber Logos ein, die ein Kaufsignal zugunsten des umweltfreundlichen Produkts geben könnten.
•Und auch die Erklärung von Umweltzertifikaten oder Umweltmerkmalen ist eher die Ausnahme.
•Nur bei einem kleineren Teil der umweltfreundlichen Produkte im Sortiment ist bisher überhaupt erkennbar, ob sie ein Umweltzertifikat tragen.
Das Fazit: im Allgemeinen finden sich vielfältige, aber lückenhafte Ansätze sachlicher Umweltinformationen wie auch unzureichende Orientierungshilfen – womit der E-Commerce weit hinter den medialen Möglichkeiten des Internets zurückbleibt.
Eine wesentliche Ursache des Dilemmas ist die mangelnde Verfügbarkeit der umweltbezogenen Daten, die von Herstellern, Lieferanten oder Zertifizierern nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden gelegentlich Schwierigkeiten im Datenmanagement, am Frontend oder unvertretbare Kosten beklagt.
Die Perspektiven aber sind vielversprechend: Es ist ein deutliches Interesse festzustellen, die Umweltinformationen am Point of Sale zu verbessern. Ein wesentlicher Grund ist die damit verbundene positive Nutzenerwartung: fast alle Unternehmen erwarten Vorteile für das Produktimage, den Umweltschutz, das Unternehmensimage und die Kundenzufriedenheit.
Vorteilhafte Voraussetzung, um die umweltbezogenen Produktinformationen zu intensivieren, wie das zwei Drittel der Unternehmen beabsichtigen, wären bessere Rahmenbedingungen:
•Bessere Datenbereitstellung, bessere Schnittstellen zu den Daten oder die Entwicklung zugänglicher Produktdatenbanken der Zertifizierer
•Orientierungshilfen bezgl. der Qualität guter Umweltinformationen
•Auch sollten Preisvergleichsportale Umweltinformationen besser berücksichtigen wie auch einige Portale wünschen, dass sie geeignetere Umweltdaten von den Shops bekommen.
Ein Großteil der befragten Unternehmen äußert Absichten, mehr zu tun:
•etwa bei der Erklärung von Umweltmerkmalen, dem Einsatz von Logos und durch Maßnahmen zur besseren Auffindbarkeit und Sortierbarkeit umweltfreundlicher Produkte.
•Die Unternehmen halten Kooperationen für nützlich, v. a. um Informationen auszutauschen, Interessen zu artikulieren und praktisches Know-how zu erwerben.
•Beratungsdienstleistungen sind erwünscht zu Themen wie Informationsziele, Informationskonzepte, Marketingfragen und technischen Aspekten.
Insgesamt handelt es sich hier oft um niedriginvestive Aktivitäten in einem Spektrum vielfältiger Handlungsoptionen, die deutliche Vorteile für die Unternehmen erwarten lassen.
Die Bedeutung des Projektes liegt darin, dass umweltbezogene Produktinformationen immer wichtiger werden, weil Verbraucher ihre Konsumentscheidungen zunehmend an ökologischen Kriterien ausrichten. Anbieter, die die ökologischen Merkmale ihrer Produkte effektiv darstellen, können das Kundeninformationsinteresse befriedigen. Dies ist geschäftsrelevant, da umweltfreundliche Produkte inzwischen, jenseits der ursprünglichen Nische, große Teile des Massenmarkts durchdringen. Das Vorhaben dient in diesem Sinne dem Ziel, diesem Verbraucherinteresse am Point of Sale besser zu entsprechen.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Fo.KUS Konsum widmet sich innovativen Ansätzen der Verbraucherinformation im Schnittfeld von nachhaltigem Konsum und Verbraucherschutz, mit einem Schwerpunkt auf E-Commerce. Bekanntestes Projekt ist bisher das Portal EcoShopper.de. Aktuell steht das Vorhaben "Umweltrelevante Produktinformationen im E-Commerce" im Zentrum der Bemühungen. Die Projektwebsite ist umwelt-produkt.info.
Forschung und Kommunikation für Konsum, Umwelt & Soziales (Fo.KUS) e. V., Herr Dr. Helmut Hagemann, Karl-Fischer-Weg 9, 12169 Berlin, Tel (030) 76008641, Fax (030) 76008642
Forschung und Kommunikation für Konsum, Umwelt & Soziales (Fo.KUS) e. V., Herr Dr. Helmut Hagemann, Karl-Fischer-Weg 9, 12169 Berlin, Tel (030) 76008641, Fax (030) 76008642
Datum: 05.12.2011 - 12:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 533625
Anzahl Zeichen: 5037
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Helmut Hagemann
Stadt:
Berlin
Telefon: 030 76008641
Kategorie:
Energie & Umwelt
Meldungsart: Erfolgsprojekt
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 05.12.2011
Diese Pressemitteilung wurde bisher 387 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltmerkmale von Produkten online oft intransparent – E-Commerce will sich stärker engagieren"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fo.KUS e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) realisierten am 13. Februar mit Unterstützung des bvh den Workshop „Umweltrelevante Produktinformationen im E-Commerce“. Dabei trafen rund 30 Vertreter von namhaften Online-Shops, Produktvergleichsportalen und Organisationen und Behörde
„Umweltrelevante Produktinformationen im E-Commerce“ - Projekt startet mit Unternehmensbefragung ...
Produktinformationen im E Commerce sind das Thema eines neuen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Mit diesem Projekt will das Ministerium gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (UBA) dazu beitragen, ökologische Produktinform
Handel und Verbraucher nehmen LOHAS-Portal gut an: Öko-Faire Suchmaschine EcoShopper immer beliebter ...
Handel und Verbraucher nehmen LOHAS-Portal gut an: Öko-Faire Suchmaschine EcoShopper immer beliebter Immer mehr Verbraucher machen "Öko - Bio - Fair" - so die Devise der Suchmaschine EcoShopper - zur Leitlinie für Ihren Einkauf im Internet. Bis zu 1.400 Suchanfragen täglich regist
Weitere Mitteilungen von Fo.KUS e.V.
Verunsicherung auf dem Strommarkt - DISCOUNTER-STROM klärt auf ...
Die derzeitige Unsicherheit vieler Stromkunden ist mehr als nur verständlich: Im Glauben ein vorteilhaftes Angebot bei einem günstigen Stromanbieter erhalten zu haben, werden sie oftmals enttäuscht, sobald sie erfahren, dass der hohe Neukundenbonus nun doch nicht ausgezahlt wird, die preiswerten
Deutschland muss liefern ...
WWF fordert starken Auftritt von Bundesumweltminister Norbert Roettgen Durban, Berlin - Die Klimakonferenz in Durban geht in die entscheidende Phase. Die erste Woche war nach Einschätzung des WWF geprägt von taktischem Geplänkel und einem Abtasten der Positionen. "Die Zeit des Abwartens i
Unternehmen achten beim Einsatz von Informationstechnik auf Klimaschutz ...
WIESBADEN - 63 % der Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten in Deutschland ergreifen beim Einsatz von Informationstechnik (IT) Maßnahmen zur Verbesserung von Energieeffizienz und zum Klimaschutz. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des "Sechsten Nationalen IT-Gipfe
Energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung zahlt sich aus Bundesumweltministerium stellt 4,7 Millionen Euro für Wettbewerb der Kommunen zur Verfügu ...
In der Straßenbeleuchtung steckt ein enormes Energieeinsparpotential, das erfolgreich erschlossen werden kann. Dieses Resümee zogen das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt und die KfW Bankengruppe zum Abschluss des Bundeswettbewerbs "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung". Der Wett




