Armuts- und Reichtumsbericht aktualisieren

Armuts- und Reichtumsbericht aktualisieren

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Armuts- und Reichtumsbericht aktualisieren



(pressrelations) - Zur Anhoerung zum Antrag "Vorbereitung des 4. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung in der 17. Wahlperiode -
Armuts- und Reichtumsberichterstattung weiterentwickeln" der SPD-Bundestagsfraktion, erklaeren die Sprecherin der Arbeitsgruppe Verteilungsgerechtigkeit und soziale Integration der SPD-Bundestagsfraktion Hilde Mattheis und die stellvertretende Sprecherin Gabriele Hiller-Ohm:

Unsere zentralen Forderungen an eine grundlegende Verbesserung der Armuts- und Reichtumsberichterstattung wurden bestaetigt:
Die Auswahl und Qualitaet der verwendeten Daten, ihre Aktualitaet, ihre Vergleichbarkeit nach unterschiedlichen Erhebungsarten (EU-SILC, SOEP, EVS) und in langen Zeitreihen muessen aktualisiert werden.

Vor allem muessen die Defizite der Datenerhebung im Hinblick auf die "Reichtumsberichterstattung" behoben werden. Es liegt in Deutschland kein fundiertes Wissen ueber das oberste Prozent der
Einkommens- beziehungsweise Vermoegensverteilung vor. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Aktualitaet der Berichterstattung in dieser Hinsicht von besonderer Relevanz.

Die Ursachen und Auswirkungen der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft muessen sich in den Analysen des 4. Armuts- und Reichtumsberichts niederschlagen.

Reichtum und seine Entstehungsfaktoren muessen einbezogen sowie vererbtes und verschenktes Vermoegen abgebildet werden.
Ausserdem muss dargestellt werden, dass Vermoegen mit Aufstiegschancen und dem Wahrnehmen von Bildungsangeboten verknuepft ist.

Eine solche Bestandsaufnahme ergaebe ein annaehernd objektives Bild der gesellschaftlichen Realitaet in Deutschland. Dazu gehoert auch die Betrachtung von Lebenslagen ueber laengere Zeitraeume, der sozialen Mobilitaet und der Wirkung von Verteilungsgerechtigkeit.

Die fuer den 4. Armuts- und Reichtumsbericht geplante lebenslauforientierte Betrachtung muss vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und ihrer strukturellen Ursachen eingefuehrt und bewertet werden.



Ein weiterer Schwerpunkt soll die Darstellung der sozialen Kosten und Verwerfungen einbeziehen, die durch Armut und soziale Ungleichheit produziert werden. Die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung muss Grundlage fuer die Ausgestaltung einer sozial gerechten Politik werden.
Dazu gehoert die Selbstverpflichtung zu Handlungsmassnahmen - etwa zur Bekaempfung von Kinderarmut - und das Erarbeiten nachpruefbarer quantitativer und qualitativer Ziele, die auch kuenftige Entwicklungen im Blick haben, wie die langfristig drohende Altersarmut.


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Datum: 13.12.2011 - 16:00 Uhr
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