Flächenverbrauch eindämmen

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Flächenverbrauch eindämmen



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Die Null muss stehen

(aid) - Rund 100 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche gehen täglich in Deutschland verloren. Seit 1992 sind durch Siedlung und Verkehr etwa 800.000 Hektar Land für die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie verloren gegangen. Das entspricht der gemeinsamen landwirtschaftlichen Fläche von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, erläuterte Steffen Pingen, Umweltreferent des Deutschen Bauernverbandes Anfang Dezember 2011 auf dem Workshop "Entsiegelung, Renaturierung und Wiedernutzung baulicher Brachflächen" in Mecklenburg-Vorpommern. Das Thema wird nach Pingen vernachlässigt, obwohl über die Nutzung von vergleichsweise 660.000 Hektar für Bioenergiepflanzen heftig gestritten wird.

Nach dem Baugesetzbuch wird dem unvermehrbaren Boden besonderer Schutz eingeräumt. Der Koalitionsvertrag verpflichtet, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren und der Bundesrat hat im Beschluss 590/11 vom 25. November 2011 sogar das Netto-Null-Ziel bis 2025 formuliert. Doch davon sei man in der Realität noch weit entfernt, weswegen der Bauernverband eine Petition an den Bundestag gestartet hat, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Das könne über ein eigenes "Gesetz zum Schutz des landwirtschaftlichen Bodens" oder durch Kopplung an das bestehende Landwirtschaftsgesetz erfolgen, erläuterte Pingen.

Für die Eindämmung des Flächenverbrauches müssten nach Pingen die Kommunen zu einem Flächenbedarfsplan verpflichtet und Geld für den Ausgleich eines gestörten Landschaftsbildes solle in einen Fonds für die Entsiegelung eingezahlt werden. Bei Naturschutzmaßnahmen fordert der Bauernverband einen Fachbeirat Landwirtschaft - so wie es umgekehrt auch einen Fachbeirat Naturschutz für die Landwirtschaft gebe - um die Produktivität für Nahrungs- und Bioenergieerzeugung aufrecht zu erhalten.

Das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern weist mit acht Prozent Fläche für Verkehr und Siedlung das geringste Ausmaß an Versiegelung in Deutschland auf. Auf die wenigen Einwohner berechnet liegt das Land aber mit 16,9 Quadratmeter je Einwohner an der Spitze des Landverbrauchs. Nach dem Bau der A20 wird der Lückenschluss der Autobahn 14 zwischen Magdeburg und Schwerin viel landwirtschaftliche Fläche kosten. Nach Lothar Säwert, Leiter der Abteilung Landesentwicklung im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sei das aber der letzte große Flächenverbraucher. Der demografische Wandel hat bereits in den vergangenen Jahren eine "massive Reurbanisierung" eingeleitet, so dass in Mecklenburg-Vorpommern bald nicht nur Plattenbausiedlungen, sondern auch ganze Ortsbereiche renaturiert werden können.



Die Kommunen können alte Baugebäude auf angrenzenden Flächen der Innenstadtentwicklung zuordnen und sie bei Wegfall einer Umweltverträglichkeitsprüfung, Verzicht auf Ausgleichsflächen schneller rückbauen, so Säwert. Einer Wiedernutzung von brachgefallenen Industriegeländen stehen nach Volker Bruns, Geschäftsführer der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern GmbH allerdings mögliche Sanierungskosten durch wilde Hausmülldeponien und Altlasten von Vor-Vorgängern im Wege. Im Bereich des Schweriner Hafens wurden beispielsweise 900.000 Euro fällig, die Investoren vor einem Engagement abgeschreckt haben.

Roland Krieg,
www.aid.de

Weitere Informationen:
www.bundesrat.de/cln_152/nn_8336/SharedDocs/Drucksachen/2011/0501-600/590-11_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/590-11%28B%29.pdf

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