Russland nach den Wahlen ? wie stabil ist das System Putin?

Russland nach den Wahlen ? wie stabil ist das System Putin?

ID: 540978

Russland nach den Wahlen ? wie stabil ist das System Putin?



(pressrelations) -
Russische Delegation im Dialog mit Studierenden aus Deutschland

Wo steht Russland nach den Wahlen? Stagniert das System Putin? Und was sagt die junge Generation dazu? Dialog auf Augenhöhe: An der Stiftung Universität Hildesheim diskutierte eine Delegation der Partneruniversität Nowgorod mit Studierenden der Politikwissenschaft über die neuesten Entwicklungen in Russland.

"Direkte Dialoge sind nicht nur informativ, sondern wesentlich, damit wir einander besser verstehen, damit wir lernen, wie der andere denkt und warum er so denkt.

Der Schriftsteller Leo Tolstoj hat den Dialog als zentrales Mittel der Bildung dargestellt. Bildung gilt demnach als Begegnung der Menschen, die formt. In diesem Sinne ist unser Dialog heute ein solch bildender Ansatz", erklärte Prof. Dr. Marianne Kneuer, Institut für Sozialwissenschaften. Der Zeitpunkt des Besuches der achtköpfigen Delegation mit dem Rektor der russischen Partneruniversität Nowgorod, Prof. Dr. Weber, an der Spitze, hätte nicht besser gewählt werden können. In Russland sind höchst spannende Entwicklungen zu beobachten, vor allem für Politikwissenschaftler.

Die russischen Kollegen beleuchteten in der Diskussion an der Universität Hildesheim die aktuelle Debatte in Russland. Warum die führende Partei "Einiges Russland" in der Wahl viele Stimmen verloren habe? Das ließe sich zurückführen auf unbewältigte Probleme wie die soziale Ungleichheit, eine riesige Kluft zwischen Armen und Reichen, Korruption und Kriminalität. Die Studierenden stellten Fragen über die Demonstrationen, die Organisatoren der Demonstrationen und über die Opposition. Aus den Antworten der russischen Kollegen ging hervor, dass es nicht nur Unterschiede zwischen der deutschen und russischen Wahrnehmung gibt, sondern dass auch in Russland dazu unterschiedliche Meinungen existieren.

Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim zeigten großes Interesse am Austausch mit der russischen Delegation, schließlich erhielten sie aus erster Hand Informationen über die Wahlen, die politische Entwicklung und mögliche Zukunftsperspektiven Russlands. Der Dialog soll fortgesetzt werden. "Sie gewähren uns Einblicke in die praktische russische Politik", hob die Politikwissenschaftlerin hervor. Prof. Kneuer erforscht an der Universität Hildesheim Transformations- und Demokratisierungsprozesse ? deren Verlauf, Erfolg oder Nichterfolg.



Wie die russischen Delegationsmitglieder hervorhoben, kann man nicht von einer einheitlichen politischen Position der jungen Generation sprechen. An der Universität Nowgorod finden viele offene Diskussionen zwischen Studierenden und Lehrenden statt, die es ermöglichen, den Vertretern der jungen Generation ihren politischen Standpunkt zu finden.

"Demokratisierung ist kein automatischer und linearer Prozess. Sogar rückläufige Prozesse sind denkbar", betonte Prof. Kneuer. Der Zusammenbruch von Autokratien garantiere noch keine Demokratie, dies belegen auch die arabischen Revolutionen.

Mit solchen Fällen beschäftigen sich die Studierenden derzeit in Lehrveranstaltungen, nämlich mit Ländern, die man als "defekte Demokratien" bezeichnen kann. "Der arabische Frühling hat einen neuen Schub gebracht", erklärte Kneuer. "Erstmals haben Länder der islamisch geprägten Welt begonnen, sich zu demokratisieren. Die Fälle Tunesiens, Ägyptens, Libyens, gleichermaßen Syrien und Jemen zeigen, dass autoritäre Machthaber nicht dauerhaft den Wunsch nach Partizipation, nach Meinungs- und Versammlungsfreiheit und freien und fairen Wahlen unterdrücken können."

Das Fach Politikwissenschaft an der Universität Hildesheim wird sich künftig mit der Frage auseinandersetzen, welche Rolle neue Medien in Autokratien spielen und wie diese Medien den Aufbau von Demokratien beeinflussen können. "Wir wollen in Hildesheim ein Forschungsprogramm entwickeln, das aus meiner Sicht frei von euphorischer Begeisterung über das Mobilisierungspotenzial des Web 2.0 sein muss. Das Internet ist neutral und kann ebenso von den autokratischen Machthabern genutzt werden", so Kneuer.


Kontakt
Prof. Dr. Marianne Kneuer
Stiftung Universität Hildesheim
E-Mail: kneuer@uni-hildesheim.de
Telefon: 05121.883-512 (Sekretariat -500)Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Elektronik aus Plastik Der Ausbildungsmarkt boomt
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 15.12.2011 - 14:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 540978
Anzahl Zeichen: 4613

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 269 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Russland nach den Wahlen ? wie stabil ist das System Putin?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Stiftung Universität Hildesheim (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kann Kultur auch Kranken Freude machen? Die Uni probiert`s / Ergebnisse nach 3 Jahren Kulturstation ...
Kranken Freude machen? Die Uni probiert`s / Ergebnisse nach 3 Jahren Kulturstation In dem Kooperationsprojekt "KulturStation" arbeitet ein Team um Professor Erwin Wagner vom "center for lifelong learning" der Universität Hildesheim mit dem AMEOS Klinikum Hildesheim zusammen.

Anpassen, statt verschwenden: Große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Big data im Finanzmarkt ...
erschwenden: Große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Big data im Finanzmarkt "Im Finanzsektor, in dem an der Börse täglich enorme Datenmengen unmittelbar verarbeitet werden, stößt die Informationstechnologie bei Analysen derzeit noch an ihre Grenzen", sagt Christian Kröher, In

Anpassen, statt verschwenden: Wie wir große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Informatiker starten EU-Projekt ...
Große Datenmengen, die in Echtzeit verarbeitet werden müssen: Viele Systeme sind so angelegt, dass sie auf Volllast fahren. Informatiker der Universität Hildesheim arbeiten an Lösungen, wie sich Systeme besser an Datenströme anpassen können. Die Informationsverarbeitung soll flüssig laufen


Weitere Mitteilungen von Stiftung Universität Hildesheim


Der Ausbildungsmarkt boomt ...
Duales System ideal gegen Jugendarbeitslosigkeit Der BIBB-Hauptausschuss gibt am Donnerstagmittag die aktuellen Ausbildungsmarktzahlen bekannt. Dazu erklären der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht, und der zuständige Obmann Uwe Schummer: "Der

Elektronik aus Plastik ...
Der Deutsche Zukunftspreis 2011 ging an ein Forscher-Team mit Fraunhofer-Beteiligung. Professor Karl Leo, Dr. Jan Blochwitz-Nimoth und Dr. Martin Pfeiffer erhielten am 14. Dezember für ihre Entwicklungen in der »Organischen Elektronik« den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovatio

Auf music maestro findet man Musikunterricht. Aber auch Newcomer, Szene-Musik und Musikpädagogik ...
Der musikalische Blog von music maestro lädt Gastautoren, vorwiegend Musikschaffende und Künstler ein, über Ihren Alltag zu berichten und somit ein Stück Begeisterung und Innovationskraft weiterzugeben. Neben jungen und gereifteren Bands wurden so schon außergewöhnliche Unterrichtsmethoden vor

Good Times Fernsehproduktions-GmbH startet Zusammenarbeit mit ZDFinfo ...
Neue Dokumentationen "Die Anfänger" und "Deutschland maXXimal" Der öffentlich-rechtliche Digitalsender ZDFinfo strahlt noch in diesem Jahr zwei neue Pilotsendungen der Kölner Fernsehproduktionsfirma Good Times aus. In der 45-minütigen Dokumentation "Die Anfänger&qu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z