Mit moderner Technik und bergmännischer Erfahrung auf Minusgrade und Windspitzen vorbereitet
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Mit moderner Technik und bergmännischer Erfahrung auf Minusgrade und Windspitzen vorbereitet
Vattenfall hat Tagebaue und Kraftwerke der Lausitz winterfest gemacht
Die fünf Braunkohletagebaue und der Kraftwerkspark von Vattenfall in der Lausitz sind für den bevorstehenden Winter gut gerüstet. Dabei sind sie auf Frostperioden mit deutlichen Minusgraden technisch und personell ebenso vorbereitet, wie auf die Anforderungen der Netzbetreiber zur Sicherung der Versorgungssicherheit über das Stromnetz, zum Beispiel bei starkem Windaufkommen. Dazu werden Grundlastkraftwerke heruntergeregelt oder zeitweise Außerbetrieb genommen.
Erfahrungsgemäß steigen unter erschwerten Winterbedingungen die Anforderungen an Bergleute und Kraftwerker, weil die Nachfrage der Verbraucher nach Strom und Wärme wächst. Aus den Braunkohletagebauen der Lausitz werden auch die Heizkraftwerke Cottbus und Klingenberg versorgt.
Ein derzeit wachsender Bedarf für Energie aus Braunkohle lässt sich unter anderem daraus ablesen, dass Vattenfall im Jahr 2011 erstmals seit 1994 wieder einen Jahresabsatz von 60 Millionen Tonnen Braunkohle erreicht. Das Unternehmen rechnet damit, dass im gesamten Zeitraum von Dezember 2011 bis März 2012 insgesamt 21 Millionen Tonnen Kohle gefördert und 134 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt werden.
"Die Erfahrungen der letzten zwei Winter mit Temperaturen von tageweise bis zu -26 Grad Celsius, reichlich Schnee und einer Dauer bis teilweise Anfang April zeigen eine routinierte Arbeitsweise aller Kumpel mit hoher Handlungssicherheit. Auf diese über viele Jahre angesammelten Betriebserfahrungen unserer Bergleute können wir auch diesmal setzen", versicherte Andreas Redlich, Tagebauleiter Welzow-Süd, am Donnerstag.
Winterberatungen zur Auswertung des vergangenen und zur Vorbereitung des bevorstehenden Winters finden in jedem Jahr sowohl mit den Vattenfall-Mitarbeitern als auch mit Partner-Unternehmen statt. Externe Firmen und Servicepartner sind zum Beispiel mit dem Räumen und Streuen im Winterdienst, aber auch mit der Reinigung der Tagebaugeräte und mit Sprengleistungen beauftragt. Durch den natürlichen Wassergehalt in Abraum (etwa 25 Prozent) und Kohle (52 bis 58 Prozent) kann es bei Minusgraden zur Bildung von Frostschollen kommen, die die Übergabestellen an den Band-Anlagen verstopfen können. Um sie zu beseitigen, kommen Pressluft und Elektrohämmer zum Einsatz. In besonders schweren Fällen können auch Sprengungen notwendig werden.
Der Vattenfall-Eisenbahnbetrieb beugt einem Festfrieren der Kohle durch Heizungen in den Kohlewaggons vor. Vor den Kraftwerken sind zudem Auftauhallen für komplette Kohlezüge eingerichtet. Damit keine Vereisungen an Fahrleitungen auftreten, stehen deri mit Sonderkonstruktionen ausgerüstete Enteisungs-E-Loks bereit, um mittels Glyzerin die Leitungen zu behandeln.
Vattenfalls Braunkohlekraftwerke wie die am Standort Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg sind bereits Ende Oktober für winterfest erklärt worden. "Die operativen Abstimmungen zu Versorgungsmaßnahmen für den Winterbetrieb, einschließlich aller dazugehörigen Aufgaben wie dem Streuplan, der Belehrung der Arbeitnehmer, der Verfügbarkeiten von Hilfs- und Heizgeräten, sind erfolgt", berichtete Horst-Dieter Poser, Kraftwerksleiter Schwarze Pumpe.
Vorbereitet sind die Kraftwerke auch auf die Folgen verstärkter Einspeisung von EEG-Strom in das Versorgungsnetz, der laut Gesetz Vorrang vor konventionellen Erzeugung wie der aus Braunkohle zu gewähren ist. "Die Probleme ergeben sich insbesondere aus den begrenzten Kapazitäten beim gegenwärtigen Versorgungsnetz, bei Extremwetterlagen wie hohem Windaufkommen und anderen. Um diese Situationen zu beherrschen gibt ein ausgeklügeltes Steuerungssystem zwischen den Netzbetreiber und Vattenfall zum Betrieb der Kraftwerke", erklärte Ralf Kirsch, zuständig für den Kraftwerkseinsatz von Vattenfall in Deutschland. Das betrifft einerseits die Bereitstellung von Regelenergie zum Auffangen von Versorgungsengpässen und andererseits die Netzsicherheit. Sollte eine zeitweise Außerbetriebnahme und die darauf folgende Inbetriebnahme von Kraftwerksblöcken notwendig sein, muss das in sehr kurzen Reaktionszeiten erfolgen.
Im Winter bedeutet ein schnelles und bedarfsgerechtes Wiederanfahren der Anlage ein genau geplantes Warmhalte-Management. "Das im vergangenen Winter erprobte Heizregime mit zusätzlichen Warmlüftern und die Umstellung der Fahrweise der Heizungs-, Klima- und Lüftungs-Anlagen von Automatik auf Handbetrieb haben gut funktioniert", erklärte Horst-Dieter Poser am Donnerstag am Beispiel des Kraftwerks Schwarze Pumpe. Bei Nachttemperaturen unter minus 10 Grad Celsius seien zusätzliche mobile Heizer erforderlich, um einen kontinuierlichen Produktionsprozess zu gewährleisten, dies vor allem in den Übergabegebäuden, dem Nass-Aschesilo und der Gipsentwässerung.
Insgesamt benötigen die Lausitzer Vattenfall-Betriebsstätten pro Winterperiode etwa 6.000 Tonnen Streusalz. Vattenfall hat sich daher bereits im Sommer um eine ausreichende Bevorratung gekümmert und etwa 4.000 Tonnen eingelagert. Weiterhin sind etwa 4.000 Liter Sole (eine 30-prozentige Kalziumchloridlösung) zur Anlagenbenetzung geordert. Der Verbrauch von Winterdiesel für Erdbaugeräte und Transportfahrzeuge wird in den vier Monaten bis einschließlich März mit etwa zwei Millionen Litern geplant.
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Datum: 15.12.2011 - 15:15 Uhr
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