Schwesig: Unicef-Bericht sollte Bundesregierung endlich zum Handeln zwingen

Schwesig: Unicef-Bericht sollte Bundesregierung endlich zum Handeln zwingen

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Schwesig: Unicef-Bericht sollte Bundesregierung endlich zum Handeln zwingen



(pressrelations) - Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des Unicef-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2011/2012 erklärt die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig:

Die Armut der Kinder ist die Armut ihrer Eltern. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des Unicef-Berichts. Wenn Eltern gute Arbeit haben, dann wirkt sich das nachhaltig positiv auf das Wohlbefinden und auf die Entwicklung ihrer Kinder aus. Eine gute Arbeitsmarktpolitik ist deshalb immer auch eine gute Familienpolitik.

Doch Bundesarbeitsministerin von der Leyen geht mit ihrer Politik völlig an den Bedürfnissen von Familien vorbei. Sie hat bisher nichts unternommen gegen prekäre Arbeitsverhältnisse, die gerade für das Leben von Eltern und die Chancen ihrer Kinder erhebliche negative Auswirkungen haben. Wir brauchen endlich einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Und wir brauchen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Wenn es Frau von der Leyen wirklich um die Kinder ginge, würde sie einer gerechten Entlohnung in der Leih- und Zeitarbeit nicht länger im Wege stehen. Diese Bundesregierung muss sich endlich für mehr unbefristete, gut entlohnte und sozial abgesicherte Arbeit einsetzen.

Der Unicef-Bericht ist auch ein Beweis dafür, dass die Bundesregierung mit ihrem Betreuungsgeld völlig auf dem Holzweg ist. Es ist ? so der Bericht - gut für das Selbstwertgefühl von Kindern, wenn nicht allein der Vater, sondern auch die Mutter berufstätig ist. Es muss deshalb endlich Schluss sein mit der Rabenmutter-Legende in diesem Land. Gute Arbeitsmarkt- und Familienpolitik muss die Berufstätigkeit von Frauen durch gute Betreuungsinfrastruktur und eine familienfreundliche Arbeitswelt unterstützen. Diese Bundesregierung tut jedoch genau das Gegenteil: Das geplante Betreuungsgeld schafft völlig falsche Anreize und wird Frauen vom Arbeitsmarkt fernhalten. Eine ähnliche Leistung hat in Norwegen und Finnland dazu geführt, dass die Erwerbsbeteiligung von Müttern dort zurückgegangen ist. Dieses Betreuungsgeld ist eine Fernhalteprämie: Es hält die Kinder von der für sie so wichtigen frühkindlichen Bildung in der Kita und Mütter vom Arbeitsmarkt fern. Beides ist unverantwortlich. Ich fordere deshalb die Bundesregierung auf, von diesen unsinnigen Plänen endlich abzulassen!




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Datum: 16.12.2011 - 17:30 Uhr
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