Mildes Wetter: Gasrechnungen für 2011 sinken trotz gestiegener Preise
- Temperaturbedingter Energiebedarf der Haushalte im abgelaufenen Jahr rund 18,5 Prozent geringer als 2010- Milde Witterung lässt Heizkosten von privaten Gaskunden für 2011 um rund 15 Prozent sinken
Tabelle: Entwicklung der Gaskosten unter Berücksichtigung des saisonalen Verbrauchs
"Bedingt durch das warme Wetter sinkt die Gasrechnung eines durchschnittlichen Haushalts** für 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund 160 Euro", erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. Je nach Haushaltsgröße, zum Beispiel bei Einfamilienhäusern mit höherem Verbrauch, sind sogar 200 bis 300 Euro Ersparnis möglich. "Die konkreten Kosten für den Gasbezug können regional allerdings sehr unterschiedlich ausfallen, da neben dem lokalen Wetter natürlich auch die Preisgestaltung und -entwicklung beim jeweiligen Gasversorger Auswirkungen auf den tatsächlichen Endbetrag haben", so Dodt.
Insgesamt haben die Verbraucher von einem überdurchschnittlich warmen Frühjahr 2011 sowie einem ungewöhnlich milden Dezember profitieren können, der mit einer Durchschnittstemperatur von 3,8 Grad Celsius rund 7,3 Grad wärmer war als der vergleichsweise kalte Dezember im Jahr zuvor. Angesichts der höheren Temperaturen lag der witterungsbedingte Energiebedarf der Haushalte für das Gesamtjahr 2011 rund 18,5 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Im Dezember sank der errechnete Bedarf an Heizgas sogar um mehr als 30 Prozent gegenüber Ende 2010.
Den Einfluss des Wetters auf die tatsächliche Kostenentwicklung zeigt folgende Rechnung für einen durchschnittlichen Haushalt**: Auf Grund deutlich kälterer Witterung 2010 beliefen sich die Gaskosten in den Tarifen der gesetzlichen Grundversorgung unter Berücksichtigung des saisonal schwankenden Heizbedarfs auf rund 1089 Euro. Für 2011 hingegen werden - trotz zahlreicher Preiserhöhungen im Jahresverlauf - im Schnitt nur etwa 927 Euro fällig. Auch bei einem durchschnittlichen Heizbedarf, der dem Mittel der letzten zehn Jahre (2001 bis 2010) entsprochen hätte, wären lediglich 994 Euro in Rechnung gestellt worden.
"Die witterungsbedingte Entwicklung der Gaskosten im vergangenen Jahr stellt für das Gros der Verbraucher zwar eine erfreuliche Momentaufnahme dar. Für 2012 drohen in vielen Regionen aber wieder größere Rechnungsbeträge, da der anhaltend hohe Ölpreis weitere Preissteigerungen beim Gas zur Folge haben wird", macht Dodt deutlich. So folgt der Gaspreis in langfristigen Lieferverträgen den Preisentwicklungen beim Öl in der Regel mit einem Abstand von etwa sechs Monaten.
In diesem Zusammenhang empfehlen die Experten von toptarif.de den umfassenden Vergleich verschiedener Anbieter und den Wechsel zu preiswerten Produkten. Vielerorts lassen sich so die Energiekosten gegenüber den örtlichen Versorgungsunternehmen um 15 bis 20 Prozent reduzieren. Oftmals liegen günstige und teure Angebote, beispielsweise für Familien, rund 200 bis 300 Euro im Jahr auseinander. "Die Angst vor Versorgungsausfällen ist dabei völlig unbegründet", hebt Dodt hervor. "Die reibungslose Belieferung mit Gas ist durch den Gesetzgeber vollständig geregelt und wird durch den örtlichen Netzbetreiber sichergestellt."
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* Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes vom 29. Dezember 2011: Deutschlandwetter im Jahr 2011 - Das Jahr 2011 gehört in Deutschland zu den fünf wärmsten Jahren seit 1881.
** Nach den ausgewiesenen Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft lag der Durchschnittsverbrauch eines Haushaltes mit Gasbezug 2010 bei rund 15.900 kWh im Jahr (BDEW: Energiemarkt Deutschland - Sommer 2011, S. 6-7).
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Datum: 10.01.2012 - 12:10 Uhr
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