NABU: Nach menschlicher Tragödie der ?Concordia? droht eine Umweltkatastrophe

NABU: Nach menschlicher Tragödie der ?Concordia? droht eine Umweltkatastrophe

ID: 555182

NABU: Nach menschlicher Tragödie der "Concordia" droht eine Umweltkatastrophe



(pressrelations) - pke: Verunglücktes Kreuzfahrtschiff hat Tausende Tonnen Schweröl gebunkert

Berlin ? Nach den menschlichen Tragödien auf dem verunglückten Luxusliner "Costa Concordia" vor der Mittelmeerinsel Giglio droht jetzt auch noch eine Umweltkatastrophe, denn das Schiff hat bis zu 2400 Tonnen Diesel- und Schweröl als Treibstoff gebunkert, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Natürlich steht die Rettung der Vermissten im Vordergrund. Doch zugleich wächst die Gefahr, dass das havarierte Schiff, das nahe dem Hafen Giglio Porto in knapp 30 Meter Wassertiefe auf Grund liegt und fast 80 Grad Schlagseite hat, am steilen Hang in tieferes Wasser abrutscht.
Noch treten keine größeren Mengen Öl aus, aber wie lange die Tanks noch halten ist ungewiss. "Bei einem Austritt stellt das Öl eine tödliche Gefahr für zehntausende Meerestiere dar, die in dem 1996 gegründeten Nationalpark Toskanischer Archipel leben", erklärt NABU-Meeresschutzexperte Dr. Kim Detloff. "Bereits wenige Tropfen Öl führen dazu, dass das Federkleid von Seevögeln seine isolierende Wirkung verliert. Die giftigen Inhaltsstoffe schädigen zudem das Immun- und Fortpflanzungssystem sowie die Leber von Meerestieren und führen zu erhöhten Krebsraten." Der NABU-Meeresbiologe arbeitete mehr als drei Jahre auf Giglio und kennt die einzigartige Unterwasserwelt gut. Er sorgt sich um die faszinierende Artenvielfalt. Das Tyrrhenische Meer an Italiens Westküste ist eine sogenannte biogeographische Übergangsregion und zeichnet sich durch eine für das Mittelmeer besonders hohe Artenvielfalt aus. So leben hier zahllose wärmeliebende, subtropische Arten wie Papageienfische oder der Rotviolette Seestern, aber auch atlantische Arten wie Sardinen oder Eisseesterne.
Tausende Sporttaucher kommen jedes Jahr nach Giglio. Besonders beliebt sind die Steilwände und Überhänge, die dicht mit Hornkorallen, Steinkorallen und Schwämmen bewachsen sind. Das ganze Jahr sind große Schwärme von Barrakudas, Meerbrassen und bunten Lippfischen zu beobachten und immer wieder ziehen Delfinschulen und vereinzelte Zahn-oder Bartenwale an der Insel vorbei. Auch Ornithologen schätzen die kleine Granitinsel. Giglio ist ein Trittstein für den europäischen Vogelzug, hier leben die stark bedrohten Sturmtaucher und an der Südwestküste liegt eine Kolonie der seltenen Korallenmöwe. "Unvorstellbar, wenn jetzt hunderte Tonnen Öl dieses Tierparadies bedrohen sollten", sorgt sich Detloff. "Zwar bereiten sich die Retter inzwischen auf dieses Szenario vor, Pumpen und Tankschiffe stehen bereit und erste Ölsperren sind ausgebracht, doch die Schiffskatastrophen der Vergangenheit zeigen, dass es praktisch unmöglich ist, alles austretende Öl abzufangen. Zudem nimmt Schweröl in kaltem Zustand eine teerartige Konsistenz an, was das Abpumpen erschwert", erklärt der NABU-Experte.


Eine besondere Gefahr ist auch bei diesem Schiffsunglück die Tatsache, dass die großen Reedereien nach wie vor überall, außer in besonderen Schutzgebieten, mit billigem Schweröl als Treibstoff für ihre Kreuzfahrtschiffe fahren und nicht mit weniger schädlichem Schiffsdiesel. Das Abfallprodukt Schweröl ist hoch giftig und erzeugt besonders gesundheitsgefährdende Emissionen sowie Rußpartikel, die den Klimawandel beschleunigen. Und auch im Falle einer Havarie ist Schweröl sehr viel schwerer zu bekämpfen als Schiffsdiesel und verschmutzt die Küsten über lange Zeit. Der NABU fordert deshalb seit Jahren das Verbot von Schweröl in der Seeschifffahrt.


Für Rückfragen:
Dr. Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte, Telefon 030 284984 1626
Dietmar Oeliger, Leiter NABU-Verkehrspolitik, Telefon mobil 0172 920 1823
Im Internet zu finden unter http://www.nabu.de/themen/meere/lebensraum/ und http://www.nabu.de/themen/verkehr/schifffahrt/mirstinkts/Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Eine Ära endet: Albert Filbert und Dr. Ulrich Wawrzik verlassen die HSE DEGERenergie meldet 20 Prozent Umsatzplus in 2011 - MLD-Nachführtechnologie weltweit verstärkt gefragt
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 17.01.2012 - 10:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 555182
Anzahl Zeichen: 4166

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 416 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Nach menschlicher Tragödie der ?Concordia? droht eine Umweltkatastrophe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NABU - Naturschutzbund Deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

NABU: Ramsauer will von desaströser Amtszeit ablenken ...
Miller: Forderung nach Abschaffung des Verbandsklagerechts ist billiges Mittel Berlin - Der NABU beurteilt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, das Verbandsklagerecht einzuschränken oder gar abzuschaffen, als billiges Mittel, um von seiner desaströsen Amtszeit abzulenken.

Weiße Riesen mit schwarzer Weste - NABU startet Fotowettbewerb zur Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe ...
Berlin - Schwarze Rauchsäulen aus den Schloten von Kreuzfahrtschiffen - Wer dies in diesem Sommer beobachtet, sollte am besten gleich zur Kamera greifen. Denn der NABU ruft dazu auf, die enorme Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zu dokumentieren. "Noch immer pustet jedes vermeintliche Tr

Artenschutz/International: Erster Schneeleopard tappt in NABU-Fotofalle im kirgisischen Tien Shan Tennhardt ...
aaten müssen sich auf globalen Schutzplan verständigen Berlin/Bischkek - Ein stattlicher Schneeleopard ist in eine der 18 Fotofallen getappt, die der NABU erst vor wenigen Wochen im kirgisischen Tien Shan installiert hat. Das bis zu 7439 Meter hohe im Norden des Landes gelegene Hochgebirge ist


Weitere Mitteilungen von NABU - Naturschutzbund Deutschland


Eine Ära endet: Albert Filbert und Dr. Ulrich Wawrzik verlassen die HSE ...
MdB Christine Scheel übernimmt Vorstandsbereich Nachhaltigkeit vom: 17.1.2012: DARMSTADT (blu) ? HSE-Vorstandsvorsitzender Albert Filbert (59) und Dr. Ulrich Wawrzik (65), Vorstand Technik, scheiden aus der Chefetage des Darmstädter Energieversorgers aus. Filbert verlässt das Unternehmen zum

NABU: Nach menschlicher Tragödie der "Concordia" droht eine Umweltkatastrophe / Verunglücktes Kreuzfahrtschiff hat Tausende Tonnen Schweröl gebunkert ...
Nach den menschlichen Tragödien auf dem verunglückten Luxusliner "Costa Concordia" vor der Mittelmeerinsel Giglio droht jetzt auch noch eine Umweltkatastrophe, denn das Schiff hat bis zu 2400 Tonnen Diesel- und Schweröl als Treibstoff gebunkert, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Green City Energy feiert Solar-Rekordjahr 2011 ...
Schon das dritte Jahr in Folge hat der Münchner Solarpionier Green City Energy seine Zubauleistung im Bereich Photovoltaik massiv gesteigert. Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 30 MWp gingen 2011 ans Netz; das bedeutet eine Steigerung um rund 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Begüns

Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth: Euro-Schuldenkrise hat Investitionen in Energienetze befördert / "Pensionsfonds und Versicherungen mit im Boot"/ Energiewende im Zeitplan ...
"Wir laufen nicht in ein zweites Stuttgart 21 hinein" Hamburg, 17. Januar 2012 - Die Euro-Krise wirkt sich auf die Finanzierung des Ausbaus der Energienetze positiv aus. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 2/2012, EVT 19. Januar) erklärte der scheid


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z