„Kommissar Zufall“ in der Wissenschaft
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Die größten Errungenschaften der Menschheit werden oft durch Zufall entdeckt. Eine der beliebtesten Geschichten ist die Entdeckung des Gravitationsgesetzes. Es heißt, Newton wäre im Jahre 1665 ein Apfel auf den Kopf gefallen. Dieser Vorgang habe ihm die Kraft der Erdanziehung schmerzlich in Erinnerung gerufen und ihn schließlich zum Aufstellen des Gravitationsgesetzes inspiriert.
Noch spektakulärer war die Entdeckung der Benzolformel. Im Jahre 1865 löste Kekulé das Benzolproblem mit seiner berühmten „Sechseckregel“. Ihr zufolge besaß Benzol die einfache Formel C6H6 und die Struktur entsprach einem regelmäßigen Sechseck mit je einer CH-Gruppe in den Enden. Mit einem Schlage konnte Kekulé alle bis dahin bekannten „Familienmitglieder“ charakterisieren und weitere Reaktionen vorhersagen. Von dieser Erkenntnis profitierten sowohl die die chemische als auch die pharmazeutische Industrie im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beträchtlich.
Im Rahmen der Feier zur Entdeckung der Benzolformel hielt Kekulé eine bemerkenswerte Rede, in der er erwähnte, dass ein Traum ihn zur Aufstellung der Benzolformel inspiriert habe. Wörtlich äußerte er: „Während meines Aufenthaltes in Gent in Belgien bewohnte ich elegante Junggesellenzimmer in der Hauptstrasse. Mein Arbeitszimmer aber lag nach einer engen Seitengasse und hatte während des Tages kein Licht. Für den Chemiker, der die Tagesstunden im Laboratorium verbringt, war dies kein Nachteil. Da saß ich und schrieb an meinem Lehrbuch; aber es ging nicht recht; mein Geist war bei anderen Dingen. Ich drehte den Stuhl nach dem Kamin und versank in Halbschlaf. Wieder gaukelten die Atome vor meinen Augen. Kleinere Gruppen hielten sich diesmal bescheiden im Hintergrund. Mein geistiges Auge, durch wiederholte Gesichte ähnlicher Art geschärft, unterschied jetzt größere Gebilde von mannigfacher Gestaltung. Lange Reihen, vielfach dichter zusammengefügt; Alles in Bewegung, schlangenartig sich windend und drehend. Und siehe, was war das? Eine der Schlangen erfasste den eigenen Schwanz und höhnisch wirbelte das Gebilde vor meinen Augen. Wie durch einen Blitzstrahl erwachte ich; auch diesmal verbrachte ich den Rest der Nacht um die Konsequenzen der Hypothese auszuarbeiten.“
Carl Gustav Jung, ein Schüler Sigmund Freuds, glaubte nicht an Zufälle. Vielmehr sah er hinter dem Phänomen des Zufalls eine höhere Ordnung, die unser Leben steuert. Das von ihm entwickelte Synchronizitätsprinzip beschreibt, in welcher Weise so genannte Zufälle unser Leben beeinflussen können. Dabei sind synchronistische Ereignisse akausal miteinander verknüpft – also nicht durch eine Kette von Ursache und Wirkung.
Die Erweiterung der Synchronizitätsforschung wurde von dem Los Angeles lebenden Forscher Alan Vaughan fortgesetzt. In seinem Buch „Incredible Coincidence. The Baffling World of Synchronicity“ in dem er 152 mit Quellenangabe dokumentierte Fälle ausbreitet, entwirft er eine vierfach gestufte Klassifikation synchronistischer Ereignisse, die von trivialen Gleichzeitigkeiten bis zu tief greifenden Erlebnissen reicht. Er betont die Häufigkeit synchronistischer Ereignisse und sieht sie als Hinweis auf ein zugrunde liegendes Ordnungsprinzip im Universum. Er glaubt, dass Synchronizität durch das menschliche Bewusstsein miterschaffen wird. „Jedes Element hat Kenntnis vom Ganzen. So wie jede Zelle unseres Körpers Informationen über den ganzen Körper hat…so hat jeder Mensch Informationen über das ganze Universum“, so seine These.
Der Text ist ein Exklusivauszug aus dem Buch des Autors „Die geheime Physik des Zufalls. Quantenphänomene und Schicksal“.
http://www.amazon.de/Die-geheime-Physik-Zufalls-Quantenph%C3%A4nomene/dp/3833474203/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1212921086&sr=1-1 Verlag BoD Norderstedt,
ISBN 3833474203, Preis EUR 14.90.
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Pressebuero für Wissen
Datum: 23.01.2012 - 16:51 Uhr
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Ansprechpartner: Dr. Rolf Froböse
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Freigabedatum: 23.01.2012
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