Literacy-Projekt in Kitas an der Bergstraße
ID: 55993
Kinder lernen mit und aus der Zeitung
Literacy—Projekt im Kreis Bergstraße mit Kitas
Wald-Michelbach — Zum zweiten Mal trafen sich im Odenwald-Institut Erzieherinnen, um Erfahrungen mit dem Zeitungsprojekt „Literacy in der Kita“ auszutauschen und das Projekt weiter zu entwickeln. Sie kommen aus freien, konfessionellen und städtischen Kindereinrichtungen oder Waldkindergärten und möchten, unterstützt von der Karl Kübel Stiftung und dem Bergsträßer Anzeiger, den Kindern spielend die Welt der Buchstaben eröffnen.
Erzieherinnen experimentieren selbst in der Welt der Buchstaben(firmenpresse) - „Schrift ist überall – auf Schuhen, Verpackungen, Fahrzeugen, Schildern oder in Supermärkten und nichts davon entgeht Kindern, Kinder wollen mitten drin sein im Leben“, erklärt Initiatorin, Projektleiterin und Journalistin Inge Pape aus Darmstadt.
Literacy bedeute viel mehr als Lesen und Schreiben, es heißt verstehen, erfassen, Sinn geben. Pape erzählt das Beispiel vom dreijährigen Nils, der für seine Omi einen Zettel „geschreibt“ bekommt, auf dem er seine Kringel liebevoll malt, weil er der Omi eine wichtige Botschaft senden will. Symbole, Spuren zeichnen, all das gehöre dazu. Ein einjähriges Kind, das sich ein Bild von einer Katze machen soll, brauche die sinnliche Erfahrung einer Katze – je mehr desto besser. Hat es gesehen, wie eine Katze schleicht, wie sie frist, hat es sie gestreichelt, gehört, wie sie miaut? Es lerne zu lesen, wenn es die Katze wieder auf einer Packung Katzenfutter abgebildet sieht.
Literacy bedeutet auch, die Spuren der Schokoladenfinger an der Wand zu lesen, Geschichten erzählen, seinen Namen mit Buchstaben zu setzen, die vielleicht aus Zeitungen ausgeschnitten werden. „Kinder brauchen reichhaltige Erfahrungen, damit aus kleinen Turbo-Lernern später lese- und schreibfreudige Jugendliche und Erwachsene werden“, ist Pape überzeugt. „Da kam das Zeitungsprojekt ganz recht. Jeden Tag erwarten die Kinder mit ihren Erzieherinnen neugierig ihre Zeitung. Sie verfolgen die regionalen Themen und staunen, was in ihrem Heimatort alles passiert,“ erzählt Pape.
Kinder und Erzieherinnen seien begeistert, was man mit einer Zeitung alles anfangen kann. Haben die Kinder die Buchstaben alle herausgelesen, falle ihnen noch so manches ein, wozu eine Zeitung noch gut ist. Ein Bensheimer Waldkindergarten geht neuerdings mit einem "Zeitungskoffer" in den Wald.
Die Kinder verbinden Gesehenes und Gehörtes, sie achten darauf, was zuhause alles passiert – vom Salat einwickeln, Schuhe ausstopfen bis zum Basteln mit Pappmaché im Kindergarten – sie erleben Zeitung und Medien. Sie starten Lauschausflüge und zeichnen Geräusche auf. Sie erfahren mit fremden Schriftzeichen etwas von verschiedenen Kulturen. Sie spielen mit Buchstaben, reimen, erzählen frei und machen als Kinderreporter Geschichten.
Während der Fortbildung experimentierten die Erzieherinnen selbst mit allerlei Zeichen, Schrift- und Drucksystemen. Sie konnten selbst Wissen erfahren und in Verbindung mit Natur erleben. Nun wünschen Sie sich einen echten Redakteur, den die Kinder interviewen können, der oder die mit Ihnen die Welt der Medien entdeckt.
2009 starten im Odenwald-Institut die Fortbildung „Familienpädagogik“ und Train-the-Trainer-Angebote für Fach- und Führungskräfte in Kinder- und Familienzentren, die mit der Idee von Early Excellence arbeiten. Informationen erteilt Dr. Sigrid Goder-Fahlbusch unter 06207 605-0. Kontakt Literacy-Projekt: Inge Pape, inge.pape@t-online.de.
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Datum: 13.08.2008 - 14:39 Uhr
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