Recht / Finger weg vom Punkte-Tausch / ADAC: Beim Handel Geld gegen Punkte droht Gefängnis
ID: 562290
bei Rot über die Ampel fahren und es droht nur ein Bußgeld, aber
keine Punkte in Flensburg. Das versprechen zumindest einige dubiose
Anbieter im Internet, wie die Februar-Ausgabe der ADAC Motorwelt
berichtet. Agenturen bieten an, die entstandenen Punkte durch
Strohmänner und gegen Bezahlung zu übernehmen. Nach Angaben des ADAC
riskieren jedoch Autofahrer, die sich auf so einen Handel einlassen,
hohe Geldstrafen oder sogar bis zu fünf Jahren Gefängnis.
Der Tausch Geld gegen Punkte funktioniert wie folgt: Für
beispielsweise 100 Euro Bearbeitungsgebühr und weitere 100 Euro pro
Punkt suchen die Dienstleister Führerscheininhaber, die gegen
Bezahlung bereit sind, Punkte auf ihr Flensburgkonto zu übernehmen.
Diese geben gegenüber der Bußgeldstelle an, dass sie zum Zeitpunkt
des Vergehens mit dem Auto gefahren sind und übernehmen die Strafe.
Der tatsächlich Verantwortliche bezahlt das Bußgeld. Wenn Alter,
Geschlecht und Aussehen des echten und falschen Verkehrssünders in
etwa übereinstimmen, fällt der Polizei der Schwindel nicht unbedingt
auf.
Kommt die Polizei jedoch hinter den Tauschhandel, kann das
ernstzunehmende Konsequenzen für beide Seiten haben. Der falsche
Fahrer begeht eine mittelbare Falschbekundung; für diese Straftat
droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren.
Der tatsächliche Verkehrssünder riskiert bei einer Verurteilung eine
Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft.
Der ADAC weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der
Gesetzgeber eine günstigere und völlig legale Möglichkeit des
Punkteabbaus durch Aufbauseminare in Fahrschulen vorgesehen hat.
Pressekontakt:
ADAC Öffentlichkeitsarbeit
Externe Kommunikation
Katharina Bauer
Tel.: +49 (0)89 7676 2412
E-Mail: katharina.bauer@adac.de
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Datum: 27.01.2012 - 11:25 Uhr
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