Steyler Bank GmbH: Geldanlagen in Rohstoffe bewusster auswählen
ID: 564298
Steyler Bank GmbH: Geldanlagen in Rohstoffe bewusster auswählen
DGAP-Media / 31.01.2012 / 11:38
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* Privatanleger sind gefordert Nachhaltigkeitsstandards kritisch zu
hinterfragen
* Regierung sollte Finanzbranche in neues Ressourceneffizienzprogramm
einbeziehen
Sankt Augustin bei Bonn, 31. Januar 2012 - Rohstoffinvestments sind bei
Anlegern auch in 2012 beliebt. Nicht selten aber sind sie für erhebliche
Umweltprobleme und sozialer Ausbeutung verantwortlich. Norbert Wolf,
Geschäftsführer des ethischen Geldinstituts Steyler Bank, ruft Anleger dazu
auf, Rohstoffinvestments im Einzelnen kritisch zu prüfen. Das in Kürze vom
Bundeskabinett abzustimmende Ressourceneffizienzprogramm zur Vorbereitung
auf die UN-Nachhaltigkeits-konferenz Rio+20 im Juni 2012 sollte aus seiner
Sicht auch konkrete Regelungen für die Finanzbranche definieren, die
indirekt erheblichen Einfluss auf die Rohstoffexploration habe.
Durch ihre positive Wertentwicklung seit 2002 galten Rohstoffinvestments in
den vergangenen Jahren als Inflationsschutz und Gegenpool zu den Verläufen
der Aktienmärkte. Private und institutionelle Anleger wie Pensionsfonds,
Stiftungen und Lebensversicherungen investieren in großem Umfang in diese
Anlageklasse. Nach einem Einbruch in 2011 prophezeien Finanzexperten für
2012 erneut Wertzuwächse. Insbesondere die Nachfrage nach Industriemetallen
und Seltenen Erden boomt weiter. Gründe sind der zunehmende Bedarf für
moderne Technologien, der globale Bevölkerungszuwachs auf heute sieben Mrd.
und geschätzte 9,3 Mrd. in 2050 sowie ein zunehmender Pro-Kopf-Verbrauch in
Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien.
Die Rohstoffgewinnung in großem Umfang, vor allem in Dritte-Welt-Ländern,
führt in der Praxis immer wieder zu erheblichen Umweltproblemen und
sozialer Ausbeutung. Abschreckende Beispiele sind der Coltanabbau im Kongo,
bei dem Kinderarbeit an der Tagesordnung ist. Menschenrechtswidrige
Umsiedlungen der einheimischen Bevölkerung, die Vernichtung vonÖkosystemen
und damit verbunden die Zerstörung der Lebensgrundlage der anrainenden
Bevölkerung sowie hohe Raten an Arbeitsunfällen gehören zu weiteren
Nachteilen. Geringe Abgaben, korrupte Eliten und die Möglichkeit, Gewinne
in Off-shore-Zentren zu deklarieren, führen zudem dazu, dass die
Entwicklungsstaaten selten angemessen an den Rohstofferlösen beteiligt
werden. Die Ressourcen sind zudem endlich. Weltweit werden heute jährlich
annähernd 60 Mrd. Tonnen Rohstoffe verbraucht, fast 50 Prozent mehr als vor
30 Jahren, mit steigender Tendenz.
Norbert Wolf, Geschäftsführer der Steyler Bank sieht hier
Handlungsmöglichkeiten für die nachhaltige Investmentbranche und ethisch
denkende Anleger. 'Voraussetzung für das Investment in rohstoffbasierte
Investments sollten die eindeutige Nachvollziehbarkeit der Herkunft sowie
die Einhaltung von sozialen undökologischen Nachhaltigkeitskriterien beim
Abbau und bei der Verarbeitung sein.' Auf deutschen Anlegermessen habe die
Präsenz von Rohstoffunternehmen mit teils fragwürdigen Praktiken
inflationär zugenommen - insbesondere von internationalen Bergbau- und
Minenunternehmen. Hier sollte der Anleger Nachhaltigkeitsstandards kritisch
hinterfragen und sich nicht allein von hohen Renditeversprechen leiten
lassen. Private Anleger und professionelle Investoren sollten gezielt
Investitionsmöglichkeiten auswählen, bei denen die nachhaltige Gewinnung
von Rohstoffen, der sparsame Umgang und die Wiederverwertung im Mittelpunkt
stünden.
Bei Direktinvestments sollten Anleger die Nachhaltigkeitsberichte der
Unternehmen einsehen und prüfen, ob ein valides Nachhaltigkeitsrating
vorliege. Die angewandten Kriterien der Ratingagenturen sollten dabei
transparent nachvollziehbar sein. Bei Rohstofffonds und anderen
rohstoffbasierten Finanzprodukten sollten Privatanleger zusätzlich prüfen,
ob die Investoren Nachhaltigkeitsscreenings durchführen und sicher gehen,
dass diese bevorzugt Unternehmen auswählen, die Mindeststandards im
Hinblick auf Transparenz, Einhaltung von Umweltstandards und
Menschenrechten einhielten. Zum anderen sollten sie sich erkundigen, ob die
Investoren durch unmittelbares Engagement versuchten, Verbesserungen zu
bewirken - beispielsweise durch Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen
oder persönlichen Dialog mit den Unternehmen.
'Als ethisch orientierte Bank begrüßen wir das Ressourceneffizienzprogramm
des Bundesumweltministeriums', so Norbert Wolf. Dieses wird von der
Bundesregierung in Kürze abgestimmt in Vorbereitung auf die
UN-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 im Juni 2012. Hierin setzt sich die
Regierung für denÜbergang zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise weltweit
ein. Diese soll auch Entwicklungs- und Schwellenländern die Chance
eröffnen, auf umweltschonende Weise, Wohlstand für breite
Bevölkerungsschichten zu erreichen. Die Regierung beabsichtigt eine
Zusammenarbeit mit Partnerländern in europäischen und internationalen
Gremien, um Extraktionsverfahren mineralischer Rohstoffe nachhaltiger zu
gestalten. 'Die Umsetzung muss auch die Finanzwirtschaft mit ganz konkreten
Regelungen einbeziehen', fordert Wolf. Mit einer Marktkapitalisierung von
22% der weltweit größten börsennotierten Unternehmen hätten
Rohstoffunternehmen und Unternehmen derÖl- und Gasbranche enormen Einfluss
auf internationale Geldströme, zumal neue Rohstoffvorkommen seit der ersten
Finanzkrise vor allemüber Wertpapieremissionen und nur noch in geringem
Maßüber Kredite finanziert würden, resümiert der Geschäftsführer des
ethischen
Geldinstituts.
* * *
Die Steyler Bank betreibt in Deutschland seit 1964 und inÖsterreich seit
2001 als Vollbank das gesamte Bankgeschäft inklusive der Stiftungsberatung.
Besonderer Wert wird auf die ethische Anlagestrategie und Kundenberatung
gelegt. Investitionen fließen nur in Wertpapiere, die festgelegten
Kriterien hinsichtlich sozialer, kultureller undökologischer
Gesichtspunkte entsprechen. Mit ihren Erträgen aus dem Bankgeschäft sowie
freiwilligen Zinsabtretungen und Kapitalschenkungen ihrer Kunden
unterstützt das ethische Geldinstitut internationale Hilfsprojekte der rund
10.000 Steyler Missionare und Schwestern in circa 70 Ländern. Jährlich
fließen zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro in diese Projekte.
Pressekontakt:
Jürgen Welzel, Unternehmenssprecher der Steyler Bank GmbH
Arnold-Janssen-Straße 22 in 53757 Sankt Augustin
Telefon: +49 22 41 / 120 51 90
j.welzel@steyler-bank.de
Stefanie Walter, Senior Consultant Financial Communications
BrunoMedia GmbH
Telefon: +49 221 / 348 038 21
Mobil: +49 151 / 504 435 89
walter@brunomedia.de
Internetlinks:
Steyler Bank: www.steyler-bank.de
Ressourceneffizienzprogramm des BMU:
www.bmu.de/wirtschaft_und_umwelt/downloads/doc/47843.php
Studie zu Rohstoffinvestments:
www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2011/2011-28
_Spekulation_im_Schatten._Nachhaltigkeit_und_Investitionen_in_Rohstoffe.pdf
Ende der Pressemitteilung
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