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Sprachgesteuerte Geräte bewähren sich im Alltag – Handys, Navis und Computer bekommen Ohren

20.08.2008 - 09:24 | 56515
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(firmenpresse) - Wiesbaden/Düsseldorf, 20. August 2008, www.ne-na.de - Handys, Heim-PCs, Navigationsgeräte, ja sogar Kampfflugzeug gehorchen via Sprachsteuerung aufs Wort. Die Mensch-Maschine-Interaktion ist nach einem Bericht der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de ausgereift und erobert die Märkte. „Auf leisen Sohlen schleicht sich die Sprachsteuerung in unseren Alltag und erobert mit zunehmender Raffinesse und Leistungsfähigkeit in rascher Folge immer neue Anwendungen: n Mobiltelefone kramen die richtige Nummer aus dem Speicher, wenn man ihnen sagt, wen man anrufen möchte, und lesen Kurznachrichten vor. Seniorenwohnungen werden so ausgestattet, dass Rollläden, Fernseher und Telefon auf Zuruf reagieren. Ärzte stellen im Operationssaal das Licht per Stimmanweisung heller oder dunkler. Piloten des Kampfflugzeugs Eurofighter können der Maschine Befehle per Stimme erteilen“, so die Wirtschaftswoche.

Auch in der Autobranche setzt sich die Spracherkennungstechnik durch. Das gilt nicht nur für die gehobene Luxusklasse, sondern immer öfter auch für Kompakt- und Kleinwagen. So kann man dem Navigationsgerät per Sprache die Routenführung ansagen, ohne das Lenkrad loszulassen. Auch die umständliche Menübedienung des Telefons oder Autoradio fällt weg. Das Navigon 8110 stellt nur drei Fragen nach Ort, Straße und Hausnummer. „Anschließend sieht man das Ergebnis der maschinellen Erkennung und kann gegebenenfalls noch einmal korrigierend eingreifen. Hier bleibt eigentlich nur ein Wunsch offen: bitte mehr Spracherkennung, auch für die Suche nach Sonderzielen wie Tankstellen oder Restaurants oder den Zoom der Karte“, schreibt die FAZ http://www.faz.net in einem Testbericht Motor und Technik. Beim Garmin nüvi 860 könnten nach Herstellerangaben nahezu alle Navigationsfunktionen aufgerufen werden, ohne das Gerät auch nur einmal zu berühren.

„Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) http://www.dfki.de in Saarbrücken, schätzt das erst gut zehn Prozent der potenziellen Anwendungen erschlossen sind. Die Technik habe das Potenzial, die Arbeitswelt umzukrempeln und alte Gewohnheiten radikal zu ändern“, führt die Wirtschaftswoche aus. Die Spracherkennung sei den Kinderschuhen längst entwachsen und auf dem besten Weg, ein Kassenschlager zur werden. Nach Prognosen der britischen Marktforscher von Datamonitor http://www.datamonitor.com werden die weltweiten Umsätze mit Sprachdialogsystemen bis 2010 auf gut 1,1 Milliarden Dollar wachsen - gegenüber knapp 700 Millionen in diesem Jahr. „In Europa entwickelt sich der deutsche Markt mit jährlichen Zuwachsraten von mehr als 20 Prozent am dynamischsten. Die Verkäufe sollen sich bis 2010 mit dann knapp 200 Millionen Dollar nahezu verdoppeln. Deutschland ist hinter Großbritannien derzeit der zweitgrößte Markt für Sprachdialogsysteme in Europa“, so die Wirtschaftswoche. Auffälligster Trend sei die Zunahme kleinerer Systeme für den Mittelstand sowie für mobile Anwendungen. Begünstigt werde die schnelle Verbreitung durch sinkende Preise, Miniaturisierung und eine wachsende Alltagsreife. Herman Maurer, Professor für Informatik an der Technischen Universität Graz http://www.tugraz.at, sieht Vorboten für allgegenwärtige Computer.



Handys würden in Zukunft etwa die Form von Brillen bekommen und mit neuen intuitiven Interaktionsmöglichkeiten den Menschen als persönliche Assistenten ständig begleiten. „Ich habe schon vor vielen Jahren den allgegenwärtigen Computer prognostiziert: nicht viel größer als eine Kreditkarte, weitaus mächtiger als die heutigen schnellsten Computer, mit hoher Übertragsgeschwindigkeit an weltweite Computernetze mit allen ihren Informationen und Diensten angehängt, in sich vereinigend die Eigenschaften eines Computers, eines Bildtelefons, eines Radio- und Fernsehgerätes, eines Video- und Fotoapparates, eines Global Positioning Systems, einsetzbar und unverzichtbar als Zahlungsmittel, notwendig als Führer in fremden Gegenden und Städten, unentbehrlich als Auskunfts- , Buchungs- und Kommunikationsgerät“, erläutert Maurer. Die allgegenwärtigen Computer werden stärker mit dem Menschen selbst verbunden. „Die Miniaturisierung von sehr mächtigen Computern wird so weit gehen, dass man sie in das Loch in einem Zahn wird einpflanzen können“, so Maurer weiter.

Eine ähnliche Prognose wagt Andreas Rebetzky, Director Global Information Technology des Technologieherstellers Bizerba http://www.bizerba.de: „In 20 bis 30 Jahren könnten beispielsweise vollständige Unternehmensinformationen auf winzigen Implantaten gespeichert werden. Sie könnten von unterschiedlichen Endgeräten ausgelesen werden, entweder von großen Touchscreens oder unterwegs per Sprachsteuerung über ein Armband mit Minidisplay“, sagt Rebetzky gegenüber NeueNachricht http://www.ne-na.de.

Das Internet der Zukunft werde nicht mehr als unspezifisches Empfehlungsmedium fungieren, sondern über virtuelle Assistenten Dinge erledigen, die uns von Alltagsproblemen befreit. meint Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de. Schon in zehn Jahren werden dann die meisten Servicewünsche über Spracheingabe mit einem Satz erledigt. Marktgängige Systeme begreifen selbst komplexe Kommandos im ersten Anlauf. „Nebengeräusche oder ein Schnupfen sind kein Problem mehr. Die Software erkennt die Worte des Sprechers trotzdem", sagt Bernhard Steimel, Chef des Beratungsunternehmens Mind Business Consultants in Meerbusch bei Düsseldorf und Mitinitiator des Fachkongresses Voice Days http://www.voicedays.de, dem europäischen Gipfeltreffen der Sprachtechnologie-Experten. Dieses Jahr trifft sich die Branche am 15. und 16. Oktober in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden.


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