Software synchronisiert Verbrauch mit Anbieterauslastung
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Software synchronisiert Verbrauch mit Anbieterauslastung
Stromverbraucher stabilisieren die Netze
Das EU-Projekt "All4Green" erforscht, wie die Netzinfrastruktur die Herausforderungen der Energiewende verkraftet. Die Universität Passau, die Stadtwerke Passau, ein Stromgroßabnehmer und ein IT-Dienstleister entwickelten dafür ein Modell: Ein intelligentes Steuerungssystem passt den Verbrauch automatisch dem schwankenden Angebot an.
Mit dem All4Green-EU-Projekt erforscht die Universität Passau, wie die Wende zu mehr Energie aus erneuerbaren Energien gelingt, ohne dass die Stabilität der Stromnetze verloren geht. All4Green steht für "Active collaboration in data centre ecosystem to reduce energy consumption and GHG emissions", das gemeinsam mit den Stadtwerke Passau, einem Stromgroßanbieter und dem Rechenzentrumsbetreiber AKT Informationssysteme AG an einer IT-Steuerung der Stromverteilung arbeitet, die den Verbrauch der Kunden auf das Angebot im Netz abstimmt. Schwankungen in der Stromproduktion führen so nicht zu einem Netzkollaps.
Eine neue Software synchronisiert den Verbrauch des Stromabnehmers mit der Auslastung des Anbieters. Sinkt die Stromzufuhr ins Netz, weil die Sonnen- und Windausbeute nicht ausreichen, sollen die AKT-Server energieintensive Rechenoperationen auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben. Wird umgekehrt kurzfristig deutlich mehr Strom ins Netz eingespeist als abgenommen werden kann, soll der Großkunde etwa die Kühlung seiner Rechner verstärken. Damit verschafft er sich einen Puffer, um sie zu einem späteren Zeitpunkt kurzzeitig ganz ausschalten zu können. Im Schnitt bleibt so der Energieverbrauch gleich, die Schwankungen im Netz werden jedoch ausgeglichen.
Uni und IT-Dienstleister gemeinsam profitabel: "Unser gemeinsames Ziel ist eine vollautomatisierte Steuerung ? das Netz meldet den Wunsch nach Energieeinsparung, die Schnittstelle in unserem Rechenzentrum berechnet automatisch ? abhängig von der Auftragslage ?, welche Systemkomponenten ihren Verbrauch herunterfahren können", erklärt Stefan Dambeck, Abteilungsleiter bei AKT.
Großes Interesse
Die Firma arbeitet mit der Universität bereits in einem weiteren Projekt an Energieeinsparungen innerhalb von Rechenzentren. Es sind Szenarien denkbar, bei denen die Netzbetreiber die Einspeisung durch Solar- und Windenergie abschalten müssen, weil sie eine Überkapazität nicht ausgleichen können. Die Kosten für die trotzdem anfallende Vergütung würden auf alle Verbraucher umgelegt.
An All4Green sind als Teil eines Konsortiums mehrere europäische Partner und Unternehmen beteiligt, darunter auch einer der größten italienischen Mobilfunkanbieter. Von der Gesamtfördersumme von drei Millionen Euro fließen daher auch eine Millionen Euro an die Passauer Praxiserprobung. Die Europäische Kommission fördert das Projekt "All4Green? im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms.
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Datum: 01.02.2012 - 16:15 Uhr
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