DÖRING-Interview für die "Schwäbische Zeitung
ID: 569827
DÖRING-Interview für die "Schwäbische Zeitung"
Berlin. Der designierte FDP-Generalsekretär, FDP-Bundesschatzmeister und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, PATRICK DÖRING, gab der "Schwäbischen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte SABINE LENNARTZ:
Frage: Das neue Grundsatzprogramm Ihrer Partei enthält das Wort Steuersenkung nicht mehr. Haben Sie aus Fehlern gelernt?
DÖRING: Wir definieren den steuerpolitischen Grundsatz, dass der Bürger niemals mit mehr als 50 Prozent direkten Steuern belastet werden soll. Daraus lassen sich konkrete Forderungen ableiten, die stehen aber nicht im Grundsatzprogramm, sondern im Wahlprogramm.
Frage: Ist Ihre Handschrift schon im neuen Programm erkennbar?
DÖRING: Ich denke schon, besonders im wirtschaftspolitischen Teil.
Frage: Das neue Schlüsselwort der FDP heißt Wachstum. Was aber soll daran neu sein, das kennt man aber doch seit 50 Jahren?
DÖRING: In Deutschland macht sich aber bis in die Reihen unseres Koalitionspartners eine Wachstumskritik und -skepsis breit. Da ist es gut, dass es eine Partei gibt, die sich zur Dynamik, zu den Chancen des Wachstums bekennt. Wir übertragen den Wachstumsgedanken auf die liberale Fortschrittstradition.
Frage: Für das Wachstum in Ihrer Partei sind Sie maßgeblich mit zuständig. In Kürze werden Sie voraussichtlich schon die erste Wahlschlappe an der Saar mittragen müssen. Ein schlechter Start?
DÖRING: Ich teile Ihren Pessimismus nicht. Frau Kramp-Karrenbauer hat ohne Not eine funktionierende Koalition aufgekündigt. Diese Wahl ist sicher kein Selbstläufer, aber es gibt für die FDP doch genügend Luft, sich zu positionieren, zumal sich SPD und CDU im Saarland kaum unterscheiden.
Frage: Die FDP ist zur Zeit so schwach wie nie. Ihr Vorgänger hat entnervt aufgegeben. Haben Sie ein dickeres Fell?
DÖRING: Es ist keine Frage, ob man ein dickes Fell oder gute Nerven hat, sondern es geht darum, dass wir uns beharrlich und konsequent aus dem Tief herausarbeiten. Und ich bin zuversichtlich, dass uns dass gelingt. Es sind keine leichten Zeiten für eine Regierungskoalition angesichts der Euro-Krise. Aber denken Sie an die Alternativen. Wenn andere regieren würden, dann würde es zur Vergemeinschaftung von Schulden, höheren Zinsen und weniger Konsolidierung kommen. Deshalb ist unsere Bilanz, besonders die der FDP, nicht schlecht: Wir stehen für ein Europa der Konsolidierung.
Frage: Glauben Sie denn, dass man eine Pleite in Griechenland noch abwenden kann?
DÖRING: Klar ist: Die Politik in Griechenland muss die Versprechen erfüllen, die sie in Brüssel gegeben hat. Das Land muss auf Staatsaufgaben und -ausgaben verzichten. Da sehe ich, auch wenn ich an die Generalstreiks denke, noch keine Bereitschaft. Wir müssen aber sicher sein, dass unsere Hilfe nicht versickert oder nicht tragfähige Strukturen in Griechenland stabilisiert. Die Griechen müssen ihre Strukturen ändern: Mehr Privatisierung, einen niedrigeren Mindestlohn, weniger öffentliche Bedienstete. Wenn Griechenland dazu nicht bereit ist, sehe ich keine Mehrheiten in Europa für weitere Hilfspakete.
Frage: Müssen Sie besonders streng sein angesichts der Eurokritiker in Ihrer Partei?
DÖRING: Wir haben in unserer Partei einen produktiven Diskussionsprozess geführt. Wir bekennen uns zu Europa, dazu gehören gemeinsame Werte und Regeln. Einer der Werte gerade der deutschen Politik ist, dass wir eine Zentralbank haben, die nicht zur Vermehrung der Geldmenge und damit der Inflation beiträgt. Wir wollen Konsolidierung und Disziplin in allen Euro-Ländern.
Frage: Im Grundsatzprogramm sollen Ihre Mitglieder die Wahl haben, ob sie einen Staatenbund Europa anstreben oder einen Bundesstaat? Warum?
DÖRING: Wir wollen das offen diskutieren, weil es eine zentrale Weichenstellung ist, die uns in jeder europapolitischen Frage begegnet. Ich selbst glaube, dass zumindest für die nächste Dekade eine Staatenbund-Ordnung festgeschrieben bleibt und wir erst einmal die Verfassungs-Mängel aufarbeiten und stärkere demokratische Strukturen einziehen müssen, bevor wir über eine weitere Vertiefung der europäischen Integration nachdenken.
Frage: Sie diskutieren jetzt ihr Programm im Netz, haben Sie das von den Piraten abgeguckt?
DÖRING: Gab?s die Piraten denn schon 2002? Im Ernst: Als Netzpioniere haben wir unser Programm vor allen anderen schon zu den Bundestagswahlen 2002, 2005 und 2009 im Netz diskutiert. Mit großer Beteiligung. Das ist bei uns geübte Praxis.
Kontakt:
FDP-Bundestagsfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030-227-50116
Fax: 030-227-56143
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 08.02.2012 - 10:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 569827
Anzahl Zeichen: 5009
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 379 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"DÖRING-Interview für die "Schwäbische Zeitung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
FDP-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zu der Ankündigung des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, im Falle eines Wahlsieges die kalte Progression abbauen zu wollen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Volker WISSING:Die christlich-liberale Koalition hat in dieser Legis
BRÜDERLE-Interview für das "Handelsblatt ...
Der Spitzenkandidat zur Bundestagswahl, FDP-Präsidiumsmitglied und Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion RAINER BRÜDERLE gab dem "Handelsblatt" (Mittwoch-Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Hans-Jürgen Jakobs: Frage: Herr Brüderle, Sie sind 40 Jahre in der FDP un
RÖSLER-Interview für die "Augsburger Allgemeine ...
Der FDP-Bundesvorsitzende Bundeswirtschaftsminister DR. PHILIPP RÖSLER gab der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch-Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte Stefan Stahl: Frage: Herr Rösler, die harte Wahlkampfzeit mit vielen Terminen beginnt und Sie wirken entspannt wie l
Weitere Mitteilungen von FDP-Bundestagsfraktion
Geschäftsjahr 2011/12: Heidelberg veröffentlicht Neunmonatszahlen ...
Geschäftsverlauf in konjunkturell schwierigem Umfeld im Rahmen der Erwartungen Auftragseingang nach neun Monaten bei rund 2 Mrd. Euro Umsatz nach neun Monaten bei rund 1,8 Mrd. Euro Nettofinanzverschuldung weiterhin auf niedrigem Niveau "FOCUS 2012" soll im Geschä
CeBIT 2012: ByteAction zeigt mit Sicherheitstool SALVUS die Antwort auf Workplace Violence ...
SMS-Warnsystem setzt Informationskette bei Bränden, Amokläufen und anderen Notfällen in Gang Münster/Hessen, 08. Februar 2012 ? In Notsituationen wie Bränden, Erdbeben oder Amokläufen können Sekunden zwischen Leben und Tod entscheiden. Daher ist es wichtig, alle Anwesenden unvermittelt w
Mit einem Gewinnanstieg um 41 % die Prognose übertroffen - Konzern-Gewinn beträgt 39,3 Mio. EUR ...
Konzern-Gewinn 2011 beträgt 39,3 Mio. EUR - ein Wachstum von 41 % gegenüber 27,8 Mio. EUR im Vorjahr Anstieg des Zinsergebnisses um 16 % auf 92,7 Mio. EUR Eigenkapitalquote mit 16,1 % trotz kräftigen Wachstums auf dem Niveau unserer Zielgröße von 16 % Dividenden Vorschlag l
LOTTER: Verbesserungen bei der Bewilligungspraxis für Eltern-Kind-Kuren ...
BERLIN. Zur Einigung zwischen dem GKV-Spitzenverband, dem Müttergenesungswerk und dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken zu einer Verbesserung der Bewilligungspraxis bei Mutter-Vater-Kind-Kuren erklärt der zuständige Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Gesundheit E
Verarbeitendes Gewerbe Dezember 2011: Umsatz saisonbereinigt - 2,2 % zum Vormonat ...
WIESBADEN - Der preisbereinigte Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Dezember 2011 saison- und arbeitstäglich bereinigt um 2,2 % niedriger als im November 2011 (nach - 1,4 % im November 2011 gegenüber Oktober 2011). Dabei verr




