WAZ: Mit 73 ein Kind des Glücks. Kommentar von Klaus Wille
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Hauptstadt hat ihren König wieder: Irgendjemand hat sogar auf die Uhr
geschaut, um auf die Minute genau festhalten zu können, wann Otto
Rehhagel auf die Bühne Bundesliga zurückgekehrt ist. Es war um kurz
nach ein Uhr mittags, obwohl bei der Berliner Hertha die Uhren auf
fünf nach zwölf stehen.
Selten ist in der nun fast fünfzigjährigen Geschichte der
Bundesliga so viel Trara um die Verpflichtung eines Trainers gemacht
worden. Was fasziniert uns an der Rückkehr von König Otto, diesem
eigenwilligen Alten, der sich mit 73 Jahren noch Kind der Bundesliga
nennt?
Er steht nicht für modernen Fußball, er ist eher Verächter als
Freund der Medien und trifft jetzt doch auf eine Medienwelt, die sich
seit seinem letzten Liga-Engagement vor zwölf Jahren dramatisch
verändert hat. Aber Rehhagel ist zumindest einer, der auch für
Haltung steht, mag sie einem nun gefallen oder nicht. Dazu gehört,
Arbeit vor allem als Herausforderung zu begreifen.
Auch deshalb kann er mit 73 Jahren zurück ins Rampenlicht. Aber
auch das muss man sagen dürfen: Wer ein Leben lang körperlich hart
gearbeitet hat, wird mit 73 Jahren kein Comeback mehr schaffen. So
gesehen ist Otto Rehhagel, der Trainer, ein privilegierter Mensch.
Das Kind der Bundesliga ist auch: ein Kind des Glücks.
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Datum: 19.02.2012 - 19:30 Uhr
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