BGH: Heiz- und Warmwasserkosten müssen verbrauchsabhängig umgelegt werden

BGH: Heiz- und Warmwasserkosten müssen verbrauchsabhängig umgelegt werden

ID: 577931

Heiz- und Warmwasserkosten sind nach den Bestimmungen der Heizkostenverordnung bei den Einzelabrechnungen anhand des im Abrechnungszeitraum tatsächlich verbrauchten Brennstoffs zu berechnen.



(firmenpresse) - Zwei Wohnungseigentümer einer Wohnungseigentümergemeinschaft beanstandeten die Jahresabrechnung für Heiz- und Warmwasserkosten, die von dem Verwalter erstellt wurde. Dieser hatte statt den tatsächlich angefallenen Verbrauchskosten die im Abrechnungsjahr an den Energieversorger geleisteten (Abschlags-) Zahlungen in die Jahresabrechnung eingestellt und auf die Wohnungseigentümer umgelegt. Die beiden Kläger sind der Auffassung, der Verwalter müsse nach Verbrauch abrechnen. Sowohl Landgericht als auch Berufungsgericht gaben der Klage statt. Die gegen das Urteil des Landgerichts gerichtete Revision der übrigen Wohnungseigentümer, die die Abrechnung für richtig halten, hatte teilweise Erfolg.

In die Gesamtabrechnung seien alle im Abrechnungszeitraum geleisteten Zahlungen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von Brennstoffen stehen, aufzunehmen. Denn der Verwalter sei verpflichtet, eine geordnete und übersichtliche Einnahmen- und Ausgabenrechnung vorzulegen, die für einen Wohnungseigentümer auch ohne Hinzuziehung fachlicher Unterstützung verständlich sein müsse. Diesen Anforderungen genügt die Gesamtabrechnung nur, wenn sie die tatsächlichen Einnahmen und die tatsächlichen Geldflüsse ausweist.

Bei den Einzelabrechnungen seien hingegen die Bestimmungen der Heizkostenverordnung zu beachten, die eine verbrauchsabhängige Verteilung der Heiz- und Warmwasserkosten vorschreiben. Daher seien für die Verteilung in den Einzelabrechnungen die Kosten des im Abrechnungszeitraum tatsächlich verbrauchten Brennstoffs maßgeblich. Die hiermit zwangsläufig verbundene Abweichung der Einzelabrechnungen von der Gesamtabrechnung muss der Verwalter aus Gründen der Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit in der Abrechnung verständlich erläutern.

Im konkreten Fall habe daher zwar die Gesamtabrechnung ordnungsgemäßer Verwaltung entsprochen, nicht aber die Einzelabrechnungen, da sie nicht den tatsächlichen Verbrauch zugrunde legten. Diese müssen neu erstellt werden.



BGH, Urteil vom 17. Februar 2012 – V ZR 251/10

Rechtsanwalt gesucht? Auf www.lawmarket.de kostenlos und unverbindlich Angebote einholen und Preise vergleichen. Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

LAWMARKET.de ist ein neuer, speziell auf die Marketingbedürfnisse von Rechtsanwälten und Steuerberatern zugeschnittener Marktplatz. Rechtsanwälte und Steuerberater können ihre Dienstleistungen unter www.lawmarket.de potentiellen Mandanten anbieten. Dabei können Verträge direkt über LAWMARKET.de geschlossen werden. Die Kosten sind für die Anbieter - verglichen mit anderen Werbeformen - äußerst gering, für Rechtssuchende ist das Angebot sogar kostenlos.



drucken  als PDF  | Rechtsratgeber Rechtsanwalt Strafrecht | Im Opferschutz zu Schmerzensgeld und Schadensersatz für Opfer CLLB Rechtsanwälte informieren über MPC Lebensversicherungsfonds und mögliche Schadenersatzansprüche
Bereitgestellt von Benutzer: LAWMARKETde
Datum: 20.02.2012 - 19:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 577931
Anzahl Zeichen: 2402

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Erich Gensmantel
Stadt:

73460 Hüttlingen


Telefon: +49 0 7361 / 8292507

Kategorie:

Recht und Verbraucher


Meldungsart: bitte
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 20.02.2012

Diese Pressemitteilung wurde bisher 447 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BGH: Heiz- und Warmwasserkosten müssen verbrauchsabhängig umgelegt werden "
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

LAWMARKET UG haftungsbeschränkt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

BGH: Tanken ohne zu bezahlen kann teuer werden ...
Nachdem die Fälle von "Tankbetrug" oder "Spritdiebstahl" zuzunehmen scheinen, stellen wir heute eine schon etwas ältere (04.05.2011), aber nach wie vor lesenswerte Entscheidung des BGH zu diesem Thema vor. Der Beklagte tankte 2008 an der von der Klägerin betriebenen Tankst

BGH: Kündigungsschutz von Studentenzimmern ...
Der Bundesgerichtshof hatte in einer unlängst ergangenen Entscheidung zu entscheiden, unter welchen Voraussetzungen ein Gebäude als Studentenwohnheim zu qualifizieren ist und damit der soziale Kündigungsschutz des § 573 BGB nicht eingreift. Der beklagte Mieter mietete im Februar 2004 vom Klä

AG Potsdam: Umlage von Baumfällkosten auf Mieter unzulässig ...
Das Amtsgericht Potsdam hatte über Frage der Umlagefähigkeit von Baumfällkosten auf Wohnungsmieter zu entscheiden. Der Vermieter nahm einen Mieter im Rahmen einer Betriebskostennachforderung unter Kosten für „Gartenpflege“ auch auf Zahlung von Kosten für die Fällung von Bäumen in Anspruch


Weitere Mitteilungen von LAWMARKET UG haftungsbeschränkt


| Rechtsratgeber Rechtsanwalt Strafrecht | Im Opferschutz zu Schmerzensgeld und Schadensersatz für Opfer ...
Im Strafverfahren stehen das Opfer oder seine Angehörigen den Ermittlungsbehörden wie den Staatsanwaltschaften und Amts- und Landgerichten oftmals völlig hilflos gegenüber und befinden sich häufig in einer ernsthaften Notsituation. Die Nebenklage - ein sehr nützliches jedoch oft unterschät

Tierkosmetika - ein spannendes Nischenprodukt im Gesundheitsmarkt ...
Ähnlich wie im Humanbereich ist die Unterscheidung von (Tier-)Arzneimitteln und (Tier-) Kosmetika deshalb von überragender praktischer Bedeutung, weil beide Produktkategorien unterschiedlich stark reguliert sind: Während etwa die Herstellung von Tierarzneimitteln erlaubnispflichtig ist, das Inver

CLLB Rechtsanwälte informieren: Widerrufsbelehrung der Darlehensverträge bei (teil-)finanziertem Fondserwerb nicht immer rechtmäßig ...
Zahlreiche Anleger, die im guten Glauben ihr Geld sicher anzulegen, sich an einem Medienfonds beteiligt hatten, wurden bitter enttäuscht. Nicht nur, dass die Fonds oftmals wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurückblieben, in vielen Fällen mussten die Anleger sogar Steuernachzahlungen mit erhe

Körperwaagen, Fitnessgeräte & Co.: In Zukunft Medizinprodukte? ...
Dies könnte sich nun durch eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) ändern.Die Medizinproduktedefinition erfasst an sich auch solche Gegenstände und Stoffe, die der Untersuchung, der Ersetzung oder der Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs dienen


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z