ÖDP fordert Unabhängigkeit bei Risikobewertung von Gentechnik
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ÖDP fordert Unabhängigkeit bei Risikobewertung von Gentechnik
"Es ist ein Skandal, dass die Risikobewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) nicht wissenschaftlichen Standards entspricht." Das sagt Ludwig Maier, Sprecher des
Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).
Er bezieht sich damit auf eine Analyse, die das Institut Testbiotch bezüglich der Originaldokumente des Gentechnikkonzerns Monsanto angefertigt hat. Monsanto gebe in den Dokumenten relativ offen zu, dass die Untersuchungen "nicht in Übereinstimmung mit den Standards der Good Laboratory Practice (GLP)" durchgeführt wurden. In einer Stellungnahme von Testbiotech kritisiert der EFSA-Experte Joe Perry, dass Daten, die für die Zulassung von genverändertem Gemüse herangezogen wurden, von dem industrienahen International Life Science Institute (ILSI) stammen und man deshalb diesen Daten nicht vertrauen können. "Im Interesse aller müssen biotechnologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur kritisch geprüft werden. Das muss unabhängig von ökonomischen Interessen passieren," erläutert ÖDP-Politiker Maier.
Derzeit sei die Forschung und Risikoabschätzung im Bereich der Agrogentechnik weitgehend auf die Bedürfnisse von Industrie und Wirtschaft zugeschnitten. Eine bestimmte Sorte Gentechnik-Mais wurde jetzt jedoch als sicher bewertet und von der EU-Kommission zugelassen. "Obwohl klar ist, dass die Risikobewertung durch die EFSA Mängel aufweist, verteidigt die EU-Kommission die Prüfberichte der EFSA. Da müssen wir uns fragen, in welchem Interesse die Kommission handelt?" Fragt Ludwig Maier.
Er kritisiert, dass die Möglichkeit der Öffentlichkeit auf Inhalte, Ziele und Strukturen der Forschung Einfluss zu nehmen, bisher wenig entwickelt bzw. gar nicht vorhanden sei. "Angesichts der möglichen massiven unkontrollierten Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen als Saatgut, Lebens- und Futtermittel oder Biomasse, ergibt sich ein hohes Schutzbedürfnis der Verbraucher. Darum ist es unabdingbar, sich breitflächig zu vernetzen und gute objektive Aufklärungsarbeit zu leisten und Umwelt und Verbraucher uneigennützig aufzuklären," so der ÖDP-Politiker abschießend.
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Datum: 21.02.2012 - 14:15 Uhr
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