Commerzbank: Hochrisikoinstitut mit verheerender Gemeinwohlbilanz
ID: 580200
Commerzbank: Hochrisikoinstitut mit verheerender Gemeinwohlbilanz
Attac kritisiert Aktivitäten in Steueroasen und Wetten auf Nahrungsmittel
Anlässlich der Bilanzpressekonferenz der Commerzbank am heutigen Donnerstag hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Geschäftspolitik des Instituts scharf kritisiert und die Zerschlagung der Mega-Bank gefordert.
"Die Gemeinwohl-Bilanz der Commerzbank ist verheerend", sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac- Koordinierungskreis. "Die Commerzbank ist nach wie vor mit 338 Unternehmensverbindungen in Steueroasen aktiv, unter anderem auf den Antillen, den Cayman Islands und Jersey. Damit trägt sie zur Schuldenkrise der öffentlichen Hand und zum Handel mit riskanten Finanzinstrumenten bei."
Zudem biete die Commerzbank Wetten auf Agrarrohstoffe an und fördere so Schwankungen und tödliche Steigerungen der Nahrungsmittelpreise. Das Geschäftsmodell der Commerzbank sei besonders skandalös, da sie zu 25 Prozent der öffentlichen Hand gehört.
Attac betonte zudem, dass die vorgelegten Zahlen der Commerzbank, die erneut keine Zinsen auf das staatliche Rettungsgeld zahlen kann, keinesfalls eine Entwarnung bedeuten. Jutta Sundermann: "Die Commerzbank ist nach wie vor ein Hochrisikoinstitut, das im Fall seiner drohenden Pleite die gesamte Gesellschaft erpressen kann. Der neue Bankenrettungsfonds steht schon bereit, die Krisensuppe werden wieder wir auslöffeln müssen."
Attac fordert, Privatbanken, die als systemrelevant gelten ("too big to fail") zu zerschlagen und unter demokratische Kontrolle zu stellen.
Notwendig seien zudem endlich strenge Regeln für die Finanzmärkte und eine ernst zu nehmende Umverteilung, ohne die die Krisendynamik nicht gestoppt werden könne.
Attac ruft seit einem Jahr mit der Kampagne "Bank wechseln, Politik verändern" dazu auf, der Commerzbank und anderen Großbanken, die dem Gemeinwohl schaden, den Rücken zu kehren. Unter dem Motto "Krötenwanderung jetzt!" schließen sich immer mehr Menschen und Organisationen dem Protest an.
Weitere Informationen:
Attac-Bankwechselkampagne:
www.attac.de/bankwechsel
Attac-Studie zu Aktivitäten deutscher Banken in Steueroasen:
www.attac.de/aktuell/bankwechsel/bankenkritik/steueroasen
Für Rückfragen und Interviews:
Jutta Sundermann, Attac-Koordinierungskreis / Kampagne "Bank wechseln, Politik verändern", Tel. (0175) 8666 769
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Datum: 23.02.2012 - 12:30 Uhr
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