Neue OZ: Kommentar zu Schlecker
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Die Einschnitte bei Schlecker werden folgenreicher sein, als
derzeit den meisten bewusst ist. Unbestritten sind Tausende
gekündigte Beschäftigte in den Geschäftsstellen die Leidtragenden.
Aber wenn in den nächsten Wochen die kleinen, ungemütlichen Läden mit
der blau-weißen Schrift zu Hunderten aus den Dörfern und Vororten
Deutschlands verschwinden, werden auch die Kunden erkennen, welche
Bedeutung Schlecker hatte. Insbesondere für Ältere und Menschen ohne
Auto war Schlecker der einzige Nahversorger in der Nachbarschaft.
Sicherlich sind die Schlecker-Filialen nicht so schick und
aufgeräumt wie die Geschäftsstellen der Konkurrenten Rossmann und DM.
Aber Schlecker ist bisher oft dort, wo diese beiden nicht sind: in
Dörfern und kleinen Städten. Das wird sich jetzt ändern.
Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich
Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz insbesondere von den wenig
umsatzstarken Standorten in den Außenbezirken und auf dem Land
trennen wird. Dort, wo auch viele Menschen wohnen, die sich keine
Wohnung in nobler Stadtlage leisten können.
Ob Schlecker mit den geplanten Filialschließungen und Entlassungen
auf die Seite der Gewinner zurückkehrt, werden erst die nächsten
Monate zeigen. Die Verlierer stehen dagegen schon heute fest:
Tausende Mitarbeiter und Hunderttausende Kunden.
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Datum: 29.02.2012 - 22:00 Uhr
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