Mit Algorithmen für die Analyse des menschlichen Atems die Früherkennung von Krankheiten unterstützen
Analog zu Urin und Blut sind auch im Atem Stoffwechselprodukte in winzigen Spuren enthalten. Solche Stoffwechselprodukte können auch Signale für Infektionen, Entzündungen oder Krebs sein. Für ihre Analyse entwickeln Bioinformatiker vom Exzellenzcluster„Multimodal Computing and Interaction“ an der Universität des Saarlandes spezielle Computer-Algorithmen die Ärzte schnell und verlässlich bei der Diagnose unterstützen können. Eine praktische Demonstration geben die Forscher an Stand F34 in Halle 26 auf der Cebit. Die Computermesse findet vom 6. bis 10. März in Hannover statt.
„Die Messtechnik ist seit mehreren Jahren ausgereift“, erklärt Jan Baumbach, „nun liegt es an der Informatik, ihren Teil zur Auswertung der gemessenen Ergebnisse beizutragen.“ Seine Forschergruppe setzt dazu auf Rechenverfahren, die sonst beim Maschinellen Lernen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen. Mit diesen versuchen sie, unter den gemessenen Stoffwechselprodukten, sogenannten Metaboliten, Muster zu finden, die wie ein Fingerabdruck am Tatort die Krankheit im Körper entlarven können. „Das große Problem ist, dass wir einen Tatort haben mit Abermillionen möglicher Spuren, von denen möglicherweise aber nur zwei oder drei relevant sind“, erläutert Jan Baumbach.
Die Entscheidung, welche Kombination von Metaboliten auf eine Krankheit hinweist, überlassen die Bioinformatiker daher speziell entwickelten Klassifikations-Algorithmen. Aufgrund von Trainingsmaterial lernen diese für den menschlichen Betrachter nicht erkennbare Muster, mit deren Hilfe sie dann automatisch unbekanntes Datenmaterial zuverlässig in die Kategorie „gesund“ oder „Krankheit X“ einordnen können. „Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) lassen sich beispielsweise schon sehr genau identifizieren, mit einer Fehlerrate von unter fünf Prozent“, berichtet Jan Baumbach. Um jedoch möglichst viele störende Umwelteinflüsse berücksichtigen zu können, müsse man noch einige klinische Studien durchlaufen. Dennoch ist der Wissenschaftler vom Erfolg des Ansatzes überzeugt. In fünf Jahren, so glaubt er, könne die notwendige Hardware in ein Smartphone eingebaut werden und die heute noch bis 18 Kilogramm schweren Geräte ersetzen. Mit den entsprechenden Algorithmen ließen sich dann beispielsweise Bakterien und Tumore schneller und zuverlässiger bestimmen, der Blutzuckergehalt per Pusten ins Smartphone überprüfen oder das Toastbrot auf Schimmelpilze testen.
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Dr. Jan Baumbach
Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction”
Tel: 0681 302-70880
E-Mail: jbaumbac(at)mpi-inf.mpg.de
Gordon Bolduan
Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction”
Tel: 0681 302-70741, Cebit-Stand 0511 89597046
E-Mail: bolduan(at)mmci.uni-saarland.de
Healthcare-Saarland
Pressearbeit
Barbara Hartmann
Tel. 06894-5906582
Mail: b.h.hartmann(at)web.de
Datum: 06.03.2012 - 12:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 589115
Anzahl Zeichen: 3262
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Forschung
Meldungsart: Messeinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 06.03.2012
Anmerkungen:
Belegexemplar erwünscht
Diese Pressemitteilung wurde bisher 634 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mit Algorithmen für die Analyse des menschlichen Atems die Früherkennung von Krankheiten unterstützen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Healthcare Saarland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Beratungsunternehmen Project M (Lüneburg) und Keck Medical (Hamburg) begleiten dieses Vorhaben, ein Projektbeirat, in dem neben Touristikern auch Kliniken vertreten sind, bringt Kompetenz und Erfahrung auf beiden Teilgebieten ein. Rehlinger: „Der Medizin- und Gesundheitstourismus wird in Zuku
Optimiertes Training durch zeitpunktorientierte Sportlernahrung ...
"Zeitpunktorientiert" und "zielorientiert", zwei Begriffe, die zukünftige Sportlernahrung prägen werden. Ein junges saarländisches Team aus Lebensmitteltechnologen, Sportwissenschaftlern, Ökotrophologen, Nährstoffexperten/Pharmazeuten und Leistungssportlern entwickelte in Ko
Hoffnung bei Krebsleiden: Kombination von Elektroporation und Chemotherapie sorgt für Wirkung am vorgesehenen Zielort - Wirksame und fortschrittliche ...
„Durch eine Elektroporation können Wirkstoffe wie Chemotherapeutika, die unter normalen physiologischen Bedingungen nicht in Zellen gelangen, in das Zellinnere eindringen und genau am vorgesehenen Zielort ihre Wirkung entfalten“, erklärt Thomas U. Warnke, Geschäftsführer das neue Verfahren.
Weitere Mitteilungen von Healthcare Saarland
EU-Projekt d-LIVER: IKT-basiertes Leber-unterstützungssystem und Management bei chronischem Leberversagen ...
Im EU-Projekt »d-LIVER« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) zusammen mit europäischen Partnern ein IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie)-gestütztes Lebersystem, das eine medizinische Beobachtung und Überwachung von Patienten mit chronischen Lebere
Deutschland bei Hightech-Fasern für die Humanmedizin führend ...
Seitdem das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf (Baden-Württemberg) vor 35 Jahren mit Hightech-Fasern für die Gesundheitserhaltung erste Schlagzeilen produzierte, gehören Mediziner, Biologen und Biotechnologen inzwischen zum Stammpersonal der Textilforschung. Institute
Quadratek Connect erweitert Internet Marketing Portfolio für Life Sciences Unternehmen ...
Das Internet Marketing Unternehmen Quadratek Connect Ltd. hat eine Erweiterung seines Leistungsportfolios auf die Bereiche Life Sciences, Finanzwesen und Informationstechnologie vorgenommen. Damit soll besser auf die Anforderungen von Unternehmen aus diesen Bereichen eingegangen werden können. Quad
Neue Erkenntnisse: Soja-Isoflavone gegen Altersbeschwerden ...
Soja war bisher als Pflanze mit östrogenähnlicher Wirkung bekannt. Daher kommt auch die Bezeichnung Phytoöstrogen. Allerdings ist diese Klassifizierung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr ganz korrekt. Soja ist nämlich ein pflanzlicher selektiver Estrogen-Rezeptor-Modulator




