Die Gesichter der Angst

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Wenn Phobien das Leben beeinträchtigen



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(firmenpresse) - Manche Menschen springen schreiend auf, wenn sich eine Spinne nähert. Andere gehen lieber fünf Stockwerke zu Fuß, als sich in einen Lift zu wagen. Und wieder andere fahren stundenlang Bahn, anstatt mit dem Flieger schnell am Ziel zu sein: Menschen, die an einer sogenannten Phobie leiden, also übermäßige Angst vor bestimmten Objekten, Tieren oder Situationen haben, nehmen mitunter weitreichende Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität in Kauf. In Extremfällen ist ein "normales" Leben gar nicht mehr möglich. Spätestens dann ist eine Therapie notwendig, erklärt der psycheplus Experte Dr. Tobias Haupt. Und gibt wertvolle Tipps für den Umgang mit Angststörungen.

Angst - die Lebensversicherung aus der Urzeit
Jeder Mensch hat hin und wieder Angst, und das ist völlig normal: Denn Angst hilft uns, Gefahren zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Wenn wir uns fürchten, sind wir aufmerksamer, vorsichtiger und mobilisieren dank der ausgeschütteten Stresshormone all unsere Energie - überlebenswichtig für unsere Ahnen in grauer Vorzeit, wo Angriffe von wilden Tieren oder Kämpfe auf Leben und Tod an der Tagesordnung waren. "Ohne Angst wäre die Menschheit schon längst ausgestorben", bekräftigt der Psychologe Dr. Tobias Haupt von psycheplus. In unserer modernen Zivilisation ist diese Art von Ängsten allerdings meist fehl am Platz, da keine derartigen Gefahren mehr drohen. Genügend Grund zum Fürchten haben wir dennoch: Statt des Säbelzahntigers machen uns Viren und resistente Bakterien Angst, statt der Kampfwunde die Wurzelbehandlung. "In beidem erkennen wir instinktiv eine Bedrohung für unsere Gesundheit - deshalb spricht man hier von Grundängsten", erläutert der psycheplus Experte.

Die Lehren des Lebens
"Grundängste lassen sich schon bei Kindern beobachten, sie sind angeboren. Spezifische Ängste oder Ekel hingegen nicht - dass man Blumenerde oder eine tote Spinne nicht essen kann, müssen kleine Kinder erst lernen", erklärt Dr. Haupt von psycheplus. Der Übergang von Ekel zur Angst ist dabei fließend: Reagieren die Eltern auf den Anblick der Spinne mit gerümpfter Nase, lernt das Kind, sich vor der Spinne zu ekeln. Zeigen sie hingegen Anzeichen von Panik, überträgt sich diese Angst auch auf das Kind und wird als das in dieser Situation richtige Verhaltensmuster in seinem Gehirn gespeichert. Kommen im Lauf des Lebens weitere negative Erfahrungen hinzu, kann aus dieser erlernten Angst mit der Zeit sogar eine echte Phobie werden. "Als spezifische Phobie bezeichnet man die objektiv unbegründete Angst vor einem Objekt oder einer Situation", erläutert der psycheplus Experte. Spezifische Phobien sind zahlreich, denn Betroffene können nahezu gegenüber jedem Objekt und jeder Situation Ängste entwickeln. Dies beginnt häufig damit, dass Betroffene zunächst mit einem Objekt oder einer Situation einen unangenehmen Reiz verbinden. "Das kann eine Schmerzempfindung oder beispielsweise Stress sein. Die Folge ist zunächst eine leichte Abneigung gegen das angstauslösende Objekt - und der Betroffene versucht dann meist, den Kontakt dazu zu vermeiden", so der Psychologe weiter. Dadurch wird die Entwicklung einer Phobie allerdings meist noch verstärkt.



So bekommen Sie Ihre Angst in den Griff
Selbst Betroffene, die unter starken Ängsten leiden, kommen damit im Alltag meist relativ gut zurecht: Wer Flugangst hat, nimmt eben den Zug; wer unter Höhenangst leidet, plant keine Bergtouren. Die meisten Betroffenen können zudem recht offen über ihre Gefühle sprechen und ihrem Umfeld erklären, warum sie bestimmte Situationen lieber vermeiden möchten. "Wer seinem Angstauslöser im Alltag aber allzu konsequent aus dem Weg geht, wird seine Phobie mit der Zeit sogar noch verstärken", warnt der Psychologe Dr. Tobias Haupt. Bei schwächerer Ausprägung der Angst können unter Umständen Angehörige oder Freunde noch gegensteuern, indem sie die Betroffenen ermutigen, sich ihren Ängsten zu stellen. Ist die Konfrontation mit dem Angstauslöser für den Betroffenen allerdings mit großer Angst verbunden, sollte besser therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden - um die Phobie nicht noch zu verstärken. "In der Regel lassen sich Angststörungen sehr gut behandeln", bestätigt der Psychologe. Als besonders wirksam gilt hier die kognitive Verhaltenstherapie, die den Betroffenen nach ausführlichen Gesprächen Schritt für Schritt an das Objekt seiner Furcht heranführt. Dass davon in Wirklichkeit keine Gefahr ausgeht, kann - wie die Angst selbst - ebenfalls gelernt werden, und damit die Fähigkeit, ein angstfreies und entspannteres Leben zu führen.
Weitere Informationen zum Thema Phobien finden sich auch unter https://www.psycheplus.de/
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Datum: 16.03.2012 - 12:10 Uhr
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