Von der Leyens Zuschussrente löst das Problem nicht
ID: 601848
Von der Leyens Zuschussrente löst das Problem nicht
Anlässlich des abgeschlossenen "Regierungsdialog Rente" erklären die Sprecherin der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPDBundestagsfraktionAnette Krammeund der zuständige Berichterstatter Anton Schaaf:
Mit der Versendung des Referentenentwurfes hat Ursula von der Leyen den "Regierungsdialog Rente" faktisch beendet. Nun ist klar, wie sie künftige Altersarmut bekämpfen will. Klar ist auch, dass sie dieses Ziel mit ihren Vorschlägen nicht erreichen kann, denn aus dem Bundeshaushalt sind kaum finanzielle Mittel zu erwarten. Daher sollen die notwendigen Mittel für die Bekämpfung der Altersarmut aus dem Beitragsaufkommen der gesetzlichen Rentenversicherung fließen.
Sparzwänge und faule Koalitionskompromisse engen die Spielräume bei der gesetzlichen Rentenversicherung derart ein, dass die heilende Medizin in nur homöopathischen Dosen verordnet wird. Für die sogenannte "Zuschussrente" - den Kern des Rentenkonzepts - plant die Bundesregierung langfristig (für das Jahr 2030) 3,4 Milliarden Euro pro Jahr ein. Dies wird dem tatsächlichen Bedarf bei der Armutsbekämpfung kaum gerecht.
Der eigentliche Skandal aber ist, dass von der Leyen die "Zuschussrente" als bedürftigkeitsgeprüfte Leistung aus den Beiträgen der Versicherten bezahlen will. Zudem sollen Einkünfte aus der geförderten privaten sowie der betrieblichen Alterssicherung nicht angerechnet werden, die der gesetzlichen Rentenversicherung jedoch schon. Dies ist eine weitere Ungereimtheit und eklatante Benachteiligung der gesetzlichen Rentenversicherung.
Außerdem ist zweifelhaft, ob eine Finanzierung aus Beiträgen mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist - schließlich geht es bei der Zuschussrente um eine Fürsorgeleistung, die Altersarmut verhindern soll. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit aus Steuern zu finanzieren.
Wer eine solch grundsätzliche Frage offen lassen muss, ist mit seinem Vorhaben gescheitert. Die Bundesregierung sollte die Warnungen der zahlreich zu Rate gezogenen Experten nicht ignorieren und nur wegen des Koalitionsfriedens falsche Kompromisse eingehen. Besser, sie gibt ihr Scheitern zu, und beginnt noch einmal von Neuem.
Die SPD fordert statt der unsinnigen Zuschussrente eine Rente nach Mindestentgeltpunkten, deren Bezug nicht mit der freiwilligen Vorsorge verknüpft ist, sondern ausschließlich die Vorleistung der Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt.
Kontakt:
SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse@spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.03.2012 - 19:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 601848
Anzahl Zeichen: 2967
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 426 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Von der Leyens Zuschussrente löst das Problem nicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bekommt ein Update. 20 Jahre nach der Einführung haben sich das Antidiskriminierungsrecht und die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bewährt. Das AGG leistet einen zentralen Beitrag zu Fairness am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche und im Zivilrecht
Zum Anne-Frank-Tag: Demokratiebildung und Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar ...
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den Schülerin
BAföG-Reform muss zum Wintersemester kommen ...
In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, fördert auch die Fairness zwischen den Generationen. Gleichzeitig legt es den Grundstein für künftigen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, denn Studierende und Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb muss die BAföG-Reform zu
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Innenminister Joachim Herrmann begrüßt Urteil zum Verbot einer Bettensteuer ...
ie für Bayern wichtige Tourismusbranche stärken und nicht schwächen" Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, eine Übernachtungssteuer in München nicht zuzulassen, begrüßt. Eine solche kommunale 'Bettensteuer' in den baye
Nach dem AraÂbiÂschen FrühÂling: AufÂtakt der deutsch-tunesischen ReÂgieÂrungsÂgespräche ...
Tunesien ist AusgangsÂpunkt des AraÂbiÂschen FrühÂlings und hat gleichÂzeiÂtig beste AusÂsichÂten, die einÂgeÂleiÂteÂten demoÂkraÂtiÂschen ReformÂproÂzesÂse zum Erfolg zu führen. Vor diesem HinÂterÂgrund finden am 22. und 23. März 2012 die deutsch-tuÂneÂsiÂschen ReÂgieÂ
Westfalen-Blatt: Schmallenberg-Virus: Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit muss neuen Schnelltest entwickeln. Bisherige Nachweis-Methode bei missgebildeten Kälbern ist zu ungenau. ...
Die Ausbreitung des für Rinder, Schafe und Ziegen gefährlichen Schmallenberg-Virus ist weitaus größer als bislang angenommen. Nach Angaben des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) gibt es eine erhebliche Dunkelziffer, da längst nicht alle Landwirte das Auftreten
Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Organspende ...
Wenn es um Fragen des Lebens geht, dann rafft sich der sonst ziemlich in Fraktionsgrenzen erstarrte Deutsche Bundestag immer mal wieder zu Sternstunden auf - zu erstaunlich emotional berührenden Debatten. Gestern Morgen war so eine Stunde. Die Abgeordneten haben eine Neuregelung zur Organspende




