Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Leiharbeit:
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Deutschland, das sich die soziale Marktwirtschaft auf seine Fahnen
geschrieben hat, für die gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne
gezahlt werden. Das sehen auch die meisten Politiker so. Die Frage
ist also nicht das »Ob«, sondern das »Wie«. Wie kann erreicht werden,
dass die Ungerechtigkeit bei der Leiharbeit mit Lohndifferenzen von
bis zu 50 Prozent im Vergleich zur Stammbelegschaft beendet wird?
Gesetzliche Initiativen wären eine Möglichkeit, setzen aber innerhalb
der Koalition Einigkeit voraus. Hier sieht sich die CDU mit der FDP
auf Konfrontationskurs. Die Liberalen wollen, dass sich die
Tarifparteien einigen. Ein frommer Wunsch? Es liegt in der Natur der
Sache, dass die Verleihfirmen kein großes Interesse an höheren Löhnen
haben. Sie haben das im Gesetz verankerte Equal-Pay-Gebot durch
Tarifverträge mit Gewerkschaften ausgehebelt - ganz legal. Ihnen kann
man die unbefriedigende Situation nicht vorhalten. Da aber die
Leiharbeit vielen Unternehmen Flexibilität sichert, muss die
Wirtschaft selbst ein Interesse an motivierten und ehrlich entlohnten
Zeitarbeitnehmern haben.
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Andreas Kolesch
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Datum: 26.03.2012 - 20:15 Uhr
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