Langfriststudieüber die entscheidenden globalen Wachstumstrends bis 2020 (Teil 3): Knappe Ressource

Langfriststudieüber die entscheidenden globalen Wachstumstrends bis 2020 (Teil 3): Knappe Ressourcen befeuern das Wachstum der Industrie

ID: 605098
(ots) -

- Drei Billionen US-Dollar Wachstum bis 2020 durch neue Technik
und Verfahren zur effizienteren Verarbeitung von Rohstoffen wie
Öl und Kohle
- Rohstoffpreise steigen um bis zu 200 Prozent und beschleunigen
die Nutzung alternativer Verarbeitungsverfahren
- Weitere Chancen für Investitionsgüterhersteller: Industrie- und
Schwellenländer lassen sich Ausbau der Infrastruktur eine
Billion US-Dollar zusätzlich kosten

Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt bis zum Jahr 2020 um
40 Prozent auf 90 Billionen US-Dollar. In einer einzigartigen
Langfristprognose identifizierte die internationale
Managementberatung Bain & Company die acht entscheidenden Treiber
dieses weltweiten Wohlstandsgewinns. So lösen knappe Ressourcen sowie
deren effizientere Nutzung und Verarbeitung einen Innovationswettlauf
in der Industrie aus. Und Investitionsgüterhersteller profitieren vom
unumgänglichen Ausbau der Straßen-, Schienen- und Energienetze in
Industrie- und Schwellenländern. Gerade die innovationsstarken
deutschen und Schweizer Industrieunternehmen können bis 2020 zu den
großen Gewinnern am Weltmarkt zählen.

Ungeachtet kurzfristiger Krisen und volatiler Märkte bleibt die
Weltwirtschaft einer neuen Langfristprognose von Bain & Company
zufolge bis 2020 auf Wachstumskurs. Acht strukturelle Trends führen
dazu, dass das globale BIP um 40 Prozent oder 27 Billionen US-Dollar
auf 90 Billionen US-Dollar steigen wird. Davon profitiert auch der
Industriesektor, für den vor allem zwei Trends im Mittelpunkt stehen:
erstens der effizientere Einsatz von Rohstoffen, die dafür
notwendigen Maschinen und Werkzeuge sowie alternative
Verarbeitungsverfahren (plus drei Billionen US-Dollar BIP-Wachstum
bis 2020), und zweitens der notwendige Ausbau der Infrastruktur (plus
eine Billion US-Dollar).



Auf den ersten Blick hat der globale Wohlstandsgewinn für
Unternehmen und Konsumenten einen Nebeneffekt: Der Rohstoffverbrauch
steigt und in der Folge auch die Preise. Laut Bain-Studie explodieren
aber weder die Energie- noch die Lebensmittelpreise, sie steigen bis
zum Jahr 2020 relativ moderat um insgesamt 18 und 13 Prozent. Denn
der Ausbau der Erdgasförderung durch neue Verfahren wie Fracking und
die steigende Kohleförderung vor allem in China decken einen guten
Teil der zusätzlichen Energienachfrage. Wesentlich kritischer ist die
Situation bei Metallen und seltenen Erden. Da die Erschließung neuer
Bergwerke sieben bis 15 Jahre dauert, erwartet Bain hier einen
Preisanstieg um bis zu 200 Prozent bis zum Jahr 2020.

Steigender Wohlstand bei gleichbleibendem Rohstoffverbrauch

Dass die Rohstoffpreise nicht noch schneller steigen, liegt vor
allem an einer Entwicklung: Die Verarbeitung von Rohöl, Metallen und
anderen Rohstoffen, aber auch der Umgang mit Wasser, wird in den
kommenden Jahren immer effizienter. "Wir erleben zurzeit eine
Verschiebung der Profitabilität in der Wertschöpfungskette hin zu
Rohstoffen", sagt Dr. Armin Schmiedeberg, Partner bei Bain & Company
und Leiter der europäischen Praxisgruppe Industriegüter und
-dienstleistungen. "In allen Branchen und auf allen Kontinenten
setzen Unternehmen auf effizientere Prozesse, die Wiederverwertung
von Rohstoffen sowie deren Ersatz durch leichter verfügbare
Materialien." Deutsche und Schweizer Unternehmen setzen schon heute
Standards bei vielen Technologien auf dem Weltmarkt, zum Beispiel bei
Recyclingtechnologien, dem Leichtbau von Motoren und
Antriebsaggregaten, bei der Verwendung neuer Werkstoffe in der
Automobil- und Flugzeugindustrie, der Automatisierung großer
Förderanlagen durch Mess- und Regeltechnik sowie der
energieeffizienten Gebäudetechnik.

Hohe Investitionen für den Transport knapper Ressourcen

Knappe Ressourcen wie Rohöl und Wasser spielen in der Bain-Studie
auch bei dem zweiten strukturellen Wachstumstrend eine entscheidende
Rolle: dem globalen Ausbau der Infrastruktur. Denn drei Viertel der
weltweiten Infrastrukturinvestitionen entfallen auf die Energie- und
Wasserversorgung. Bain geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020
Investitionen in Höhe von einer Billion US-Dollar zusätzlich nötig
sein werden, um die zum Teil jahrzehntealte Infrastruktur in den
Industriestaaten grundlegend zu modernisieren und in den Schwellen-
und Entwicklungsländern mit hohem Tempo aufzubauen. Der
Investitionsstau in den Industrieländern ist enorm: Die Kanalisation
stammt häufig noch aus der Zeit der Urbanisierung und
Industrialisierung. Die Dauerstaus auf den Straßen und Verspätungen
bei Zügen und Flügen decken schonungslos die Engpässe in der
Verkehrsinfrastruktur auf.

Bain-Industrieexperte Schmiedeberg sieht beim Thema Infrastruktur,
ähnlich wie beim Ressourceneinsatz, enorme Chancen für deutsche und
Schweizer Unternehmen: "Bei der Energieerzeugung und -verteilung, im
Anlagenbau und bei Verkehrssystemen, in vielen Märkten haben
Investitionsgüterhersteller aus dem deutschsprachigen Raum die Nase
vorn." Unternehmen in den Industriestaaten müssen sich allerdings auf
ein verändertes Marktumfeld einrichten. "Die öffentlichen Kassen sind
leer und der Druck, die Staatsschulden zu reduzieren, groß", so
Schmiedeberg. "Die Industrieländer werden daher immer stärker auf die
private Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen setzen." Wenn sie
es richtig angehen, können Unternehmen auf dieser Basis in
vergleichsweise risikoarmen Märkten attraktive Zusatzrenditen
erwirtschaften. "Deshalb werden wir in den nächsten Jahren
hierzulande auch einen deutlichen Kompetenzaufbau im
Projektfinanzierungsgeschäft und im Risikomanagement erleben", so
Schmiedeberg.

Zusammenfassung:

Die acht Billionen-Dollar-Wachstumstrends und ihr Umsatzpotenzial
bis 2020

1. Wachsende Mittelschicht: plus 10 Billionen US-Dollar
Insbesondere in den Schwellenländern werden 1,3 Milliarden Menschen
bis 2020 die kritische Grenze von 5.000 US-Dollar Haushaltseinkommen
pro Jahr überschreiten und erstmals über freies Einkommen für den
Konsum verfügen.

2. Ausbau der Infrastruktur: plus 1 Billion US-Dollar Während in
den Industriestaaten angesichts leerer staatlicher Kassen Straßen,
Bahntrassen und Stromnetze vermehrt von privaten Unternehmen
finanziert werden, investieren die Schwellenländer selbst massiv in
moderne Infrastruktur.

3. Steigende Militärausgaben: plus 1 Billion US-Dollar Der
wachsende Wohlstand asiatischer Staaten wird mit einer Aufrüstung
einhergehen, denn diese Länder wollen ihre Liefer- und Absatzwege
auch militärisch absichern. Im Westen stehen Terrorbekämpfung und
neue Themen wie Cyber War mit ausgefeilter Abhör- und Funktechnik im
Zentrum.

4. Effizienter Rohstoffeinsatz: plus 3 Billionen US-Dollar
Angesichts endlicher Ressourcen steigen die Preise für Rohstoffe wie
Öl, Getreide und Metalle. Zugleich eröffnet die wachsende Knappheit
der Ressourcen neue Chancen für Anbieter alternativer und
ressourcenschonender Produktionsverfahren.

5. Bessere Bildung: plus 2 Billionen US-Dollar Je größer der
Wohlstand, desto größer der Bedarf nach qualifizierten
Arbeitskräften. Der War for Talent wird ein Dauerbrenner bleiben -
und zwar in Industrie- und Schwellenländern. Denn auch in den sich
entwickelnden Märkten fehlen inzwischen Fach- und Führungskräfte.
Neue Technologien, wie eLearning eröffnen in diesem Umfeld westlichen
Anbietern neue Wachstumschancen.

6. Höhere Gesundheitsausgaben: plus 4 Billionen US-Dollar Die
rasante Alterung der Bevölkerung in den Industriestaaten und der
medizinische Fortschritt treiben den Gesundheitsmarkt weiter an.

7. Optimierte Produkte und Dienste: plus 5 Billionen US-Dollar Mit
einer ständigen Verbesserung bestehender Produkte und
Dienstleistungen wecken Unternehmen neue Bedürfnisse bei
Verbrauchern. Der Gebrauch teurer Smartphones anstelle einfacher
Handys oder der Übergang vom Filterkaffee zu erheblich teureren
Kapseln und Pads zeigen das hier schlummernde Potenzial.

8. Bahnbrechende Innovationen: plus 1 Billion US-Dollar
Insbesondere in der Nanotechnologie, der Biotechnologie, der Robotik,
der künstlichen Intelligenz und bei sozialen Medien könnte es zu
technologischen Durchbrüchen kommen, die einen Produktivitätsschub in
weiten Teilen der Wirtschaft auslösen.



Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik
Bain & Company Germany
Karlsplatz 1, 80335 München
Tel: +49 89 5123 1246,
E-Mail: leila.kunstmann@bain.com

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Sicher und effizient Getriebe produzieren Efficiency Arena: Wettbewerbsvorteile durch Energieeffizienz ausbauen
- Ausstellung und Forum an allen fünf Messetagen - Unternehmen können Energieverbrauch um 30 Prozent reduzieren
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.03.2012 - 09:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 605098
Anzahl Zeichen: 9445

Kontakt-Informationen:
Stadt:

München/Zürich



Kategorie:

Industrie



Diese Pressemitteilung wurde bisher 235 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Langfriststudieüber die entscheidenden globalen Wachstumstrends bis 2020 (Teil 3): Knappe Ressourcen befeuern das Wachstum der Industrie"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Bain & Company (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Global Technology Report von Bain / Weltweiter KI-Markt nähert sich bis 2027 Billionen-Dollar-Marke ...
- Neubau größerer Rechenzentren könnte in den kommenden fünf Jahren Kosten zwischen 10 und 25 Milliarden US-Dollar verursachen - Die Nachfrage nach vorgelagerten Komponenten könnte bis 2026 um 30 Prozent oder mehr steigen und die nächste Chipknappheit auslösen - "Souveräne KI"

Global Machinery & Equipment Report 2024 von Bain / Innovationsfähigkeit entscheidet bei Maschinenbauern über Potenzial zu Produktivitätssteigerungen ...
- Implementierung von digitalen Tools, Industrie 4.0-Technologien und Nachhaltigkeitsmaßnahmen folgt oft noch keiner konzertierten Strategie - Einsatz von KI im Bereich Forschung und Entwicklung hat für 75 Prozent der Führungskräfte oberste Priorität - Fast die Hälfte der von Bain unters


Weitere Mitteilungen von Bain & Company


In der Landwirtschaft wandern Lebensmittel nicht in die Tonne ...
äsident Sonnleitner im ARD-Morgenmagazin (DBV) "Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gibt es keine Lebensmittelvernichtung." Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, im ARD-Morgenmagazin. Im Hinblick auf die heutige Konferenz "Strategie

Sicher und effizient Getriebe produzieren ...
Eine stark schwankende Nachfrage, lange Produktionszeiten und hohe Qualitätsansprüche sind die Herausforderungen, denen sich Getriebehersteller in der Fahrzeugindustrie stellen müssen. Sie suchen Lösungsansätze, indem sie unter anderem die Produktion modular aufbauen, Produktionsschritte über

PFAFF INDUSTRIAL auf dem 11th World Filtration Congress in Graz/Österreich ...
Auf dem ständig wachsenden Markt technischer Textilien stehen auch die Fügemethoden ständig auf dem Prüfstand. In den letzten Jahren hat PFAFF INDUSTRIAL seine Aktivitäten im Verschweißen von textilen Materialien stark ausgebaut - mehrere Neuheiten wurden in den letzten Jahren mit Industriepr

Mit dem Paul Magazin Lifestyle-Produkte für Männer bei pauldirekt erleben ...
pauldirekt zieht nach dem Webseiten Re-Launch ein positives Zwischenfazit und dankt der aktiven Community für ihr ausführliches Feedback. Das hauseigene Paul Magazin erscheint dieser Tage in der zweiten Ausgabe Seit Anfang Februar präsentiert sich pauldirekt mit neuer Webseite, neuem Logo un


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z