Reform der MPU / Mehr Transparenz und höhere Qualität / ADAC unterstützt die Reformabsicht des Verkehrsministers
ID: 606513
Ramsauer, die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zu
reformieren, kann der ADAC nur unterstützen. Schon seit Jahren
fordert der Club, die MPU transparenter zu machen und die Qualität
der Vorbereitung sowie der Untersuchung selbst zu verbessern. Trotz
festgelegter Standards bei der MPU ist der Untersuchungsablauf nur
mangelhaft nachvollziehbar und nachprüfbar, weil das Gespräch nicht
protokolliert oder aufgezeichnet wird. Der ADAC hält dies aber im
Interesse der Probanden und der sie vertretenden Anwälte für
unabdingbar.
Die jetzt bekanntgewordenen Reformpläne des
Bundesverkehrsministers können die Qualität der Gutachten verbessern.
Außerdem fordert der ADAC, die Kurse zur Vorbereitung auf die
Untersuchung auf ihre Qualität hin zu überprüfen und dies generell
sicherzustellen. Damit könnten die Behörden den Verkehrsteilnehmern
möglichst frühzeitig seriöse und sinnvolle Kurse empfehlen.
Unseriöse Anbieter, die viel Geld für wenig Leistung von den
Probanden verlangen, hätten keine Chance mehr.
Darüber hinaus sollte dem betroffenen Autofahrer auch die
Möglichkeit gegeben werden, die Anordnung einer MPU gerichtlich
überprüfen zu lassen. Derzeit ist dies nicht möglich. Rechtsmittel
stehen erst nach der MPU zur Verfügung, wenn die Fahrerlaubnis
entzogen oder nicht erteilt worden ist.
Weit mehr 100 000 Verkehrsteilnehmer müssen sich jährlich einer
MPU unterziehen, da sie durch ihr Verhalten Anlass zum Zweifel an
ihrer Fahreignung gegeben haben. Nach Erkenntnissen des ADAC fällt
etwa die Hälfte dieser Eignungsgutachten negativ aus. In den meisten
Fällen stehen alkoholauffällige Kraftfahrer nach der Entziehung der
Fahrerlaubnis auf dem Prüfstand.
Alkoholsünder müssen glaubhaft machen können, dass sie sich nicht
noch einmal alkoholisiert ans Steuer setzen werden. Dabei spielt das
Gespräch zwischen dem Probanden und dem psychologischen Gutachter
eine große Rolle. Diese persönliche Unterhaltung fällt nach Ansicht
des ADAC aber oft zu kurz und schematisch aus, um ein angemessenes
Urteil zu erlauben.
Pressekontakt:
ADAC Öffentlichkeitsarbeit
Externe Kommunikation
Katharina Bauer
Tel.: +49 (0)89 7676 2412
E-Mail: katharina.bauer@adac.de
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Datum: 29.03.2012 - 11:44 Uhr
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