Westdeutsche Zeitung: Rekord-Fernsehvertrag für die Fußball-Bundesliga =
Von Christoph Fischer
ID: 618506
seine Fans: Die Deutsche Fußball Liga hat bei der Vergabe der
Übertragungsrechte für die Bundesliga-Spielzeiten 2013 bis 2017 nicht
nur einen Rekordpreis erzielt und damit den 36 Profiklubs neue
finanzielle Möglichkeiten erschlossen. Sie hat auch den Fußball in
den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten garantiert und damit der
guten alten "Sportschau" die Zukunft gesichert. Aus gutem Grund. Den
etablierten Klassiker des Fernsehens künftig zur fußballfreien Zone
zu erklären, wäre der Kundschaft kaum zu erklären gewesen.
Mit dem neuen Vertragsabschluss holt die Bundesliga international
auf. In der Premier League in England wird zwar mit geschätzten 1,3
Milliarden Euro das meiste Geld verdient. Aber der deutsche Abschluss
in Höhe von 628 Millionen Euro pro Jahr nähert sich der Serie A in
Italien an, die jährlich angeblich bis zu 841 Millionen erlöst. In
Spanien gibt es keine Zentralvermarktung, in Frankreich ist der
Fußball künftig "billiger" als in Deutschland.
Neben der "Sportschau" darf sich auch das "Sportstudio" des ZDF zu
den Gewinnern des Preispokers zählen. Die einzige Frage, die momentan
bleibt, ist die, wie realistisch die Erwartung ist, dass Sky die
Rechtekosten auch nur ansatzweise wieder hereinspielt - oder sich an
den Millionen möglicherweise doch verhoben hat. Nur der Wettbewerb
zwischen Sky und der Telekom hat die Preise für die
Live-Übertragungen im Pay-TV in die Höhe getrieben. Das bestätigt
sogar die DFL offiziell.
Bisher gab Sky für die Rechte nach eigenen Angaben 250 Millionen
Euro aus, in dem neuen Vertrag sind nach Angaben des Senders 485
Millionen Euro pro Saison garantiert. Der Verlierer des Wettbewerbs
ist die Telekom, der in Zukunft nichts bleibt. Ihr Internetformat
"Liga total" gibt es voraussichtlich nur noch bis zum Ende der
nächsten Saison. Inwieweit sich die DFL aus Furcht vor
Rechtsstreitigkeiten gegen einen Zuschlag an die Telekom entschied,
bleibt eine offene Frage. Der Deutsche Fußball-Bund und sein
Präsident Wolfgang Niersbach sehen die wirtschaftliche Position des
Fußballs in Deutschland gestärkt. Wer sich an der Kommerzialisierung
des Fußballs nicht stört, muss den Abschluss klug nennen.
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Datum: 17.04.2012 - 19:30 Uhr
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